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Dr. Lea Heidbreder

GRÜNE 12.05.2023 Sitzungen 18/45

Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! RheinlandPfalz hat in den vergangenen Jahren einen deutlichen Schwerpunkt auf die Akademisierung der Gesundheitsfachberufe gelegt. Insgesamt haben wir in diesem Bereich 13 neue Professuren und gut 56 Beschäftigtenstellen geschaffen. Wir haben die Pflegestudiengänge in Trier, Mainz und Ludwigshafen, die Hebammenwissenschaften, die neuen Masterstudiengänge Psychotherapie in Landau, Mainz und Trier aufgebaut, und zum Wintersemester 2024 startet an der Hochschule Kaiserslautern der neue Bachelorstudiengang Physician Assistant. Für eine gute medizinische Versorgung und auch Notfallversorgung im Land schauen wir nicht nur singulär auf die Ausbildung von Ärztinnen und Ärzten. Wir brauchen viele verschiedene Fachkräfte im Gesundheitswesen, und genau darauf liegt unser Schwerpunkt. Deshalb vielen Dank an all diejenigen, die tagtäglich im Gesundheitswesen hervorragende Arbeit leisten, und an all diejenigen, die diese Menschen ausbilden. (Beifall bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der SPD und bei der FDP) Die Zahl der Ärztinnen und Ärzte pro Einwohnerin und Einwohner hat sich seit den 80er-Jahren in Deutschland verdoppelt. Die ehemalige Vizepräsidentin der Hochschulrektorenkonferenz Weber sagte dazu, dass es aus Sicht der Medizinfakultäten nicht zu wenige Studienplätze oder zu wenige Ärzte gebe, sondern ein Verteilungsproblem. Auch wenn ich den Bedarf an Ärztinnen und Ärzten an dieser Stelle nicht abstreiten möchte, ist es aus meiner Sicht falsch, die Lösung allein in der Erhöhung der Zahl der Studienplätze zu sehen. Ein solcher Ansatz greift zu kurz. Als erstes Bundesland haben wir die Landarztquote eingeführt, um Anreize für junge Ärztinnen und Ärzte zu schaffen, sich im ländlichen Raum niederzulassen. Wir brauchen flexible Arbeitszeitmodelle, Möglichkeiten für Teilzeitanstellungen in Praxen und multiprofessionelle Teams. Medizinische Versorgungszentren werden an Bedeutung gewinnen. Wir gehen in Rheinland-Pfalz ganzheitlich vor. Das Land schafft mehr Studienplätze im Gesundheitssektor, steigert die Attraktivität der Berufsbilder und ergreift Maßnahmen, um Ärztinnen und Ärzte konkret zu entlasten, mit der Landarztquote in Kooperationen gleichmäßig über das Land zu verteilen und die Gesundheitsversorgung zu sichern. Rheinland-Pfalz hat die Studienplatzanzahl in den letzten Jahren im Bereich der Medizin um 15 % erhöht. Mit der Universitätsmedizin in Mainz haben wir den drittgrößten Ausbildungsstandort für Humanmedizin deutschlandweit. Jedes Jahr beginnen hier 450 Studierende ihr Medizinstudium. Trier ist als weiterer Standort für die klinische Ausbildung hinzugekommen. Koblenz zeichnet sich als zusätzlicher Standort für das klinische Studium ab dem 5. Semester ab. Hier besteht die Chance, eine Kooperation zwischen Mainz und dem BundeswehrZentralkrankenhaus sowie vier weiteren Kliniken vor Ort anzustoßen. Die Landesregierung ist dazu aktuell in guten Gesprächen. Liebe Kolleginnen und Kollegen der CDU, Ihr Antrag leistet hier keinen weiterführenden oder auch nur neuen Beitrag in der Debatte. Stattdessen servieren Sie alten Wein in neuen Schläuchen, ohne Ideen oder Substanz. Ihnen als größte Oppositionsfraktion stünde es gut zu Gesicht anzuerkennen, dass Prozesse wie dieser eine gewisse Vorlaufzeit brauchen, oder ernsthafte Vorschläge zu machen, die uns in der Debatte weiterbringen. Es hilft nicht, alle ein bis zwei Monate Anträge vorzulegen, die in Teilen wortgleich sind, oder, wie Sie es heute getan haben, die Qualität von Kolleginnen und Kollegen in dem Bereich aus dem Ausland infrage zu stellen. Ich hoffe sehr, dass die Ansprache Ihres Fraktionsvorsitzenden zur Abgrenzung gegen rechts wieder durchgreifen wird. Wir lehnen den vorliegenden Antrag ab. (Beifall bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der SPD und bei der FDP)

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