Alexander Schweitzer
Ich glaube, alles, was ich beschreibe, geht nicht, ohne dass man das auch werteorientiert macht. Ich habe das Thema „ökologische Transformation“ beschrieben. Ich habe das Thema „Qualifizierung und Beschäftigung“ beschrieben. Ich will ganz deutlich sagen: Transformation ist weit mehr als das Austauschen von betriebswirtschaftlichen Kennziffern. Transformation, wie wir sie als Koalition – ich glaube, ich darf das so sagen – verstehen, besteht darin, dass wir das Land Rheinland-Pfalz zusammenhalten und für Menschen, für Beschäftigte, für Arbeitgeber, egal in welcher Größenordnung, einfach weiterhin ein gutes Wirtschaften und Arbeiten in Rheinland-Pfalz möglich machen wollen. Das Thema „Transformation“ ist dann ein soziales Thema, wenn Sie sich – ein klassischer Fall, der mir auch von Transformationsbegleitern geschildert wurde – die Beschäftigten anschauen, die so um die 50 sind, eine gute Ausbildung haben, jahrelang gearbeitet, immer alles richtig gemacht haben und ganz plötzlich merken, es kommt Weiterbildung auf sie zu, weil sie ansonsten in ihrem Betrieb keine Perspektive mehr haben. Es ist nicht so, dass die dann sagen, hurra, ich bekomme eine neue Chance, und ich darf mich sozusagen in einem Selbstoptimierungsprozess noch einmal betriebswirtschaftlich neu ausrichten, sondern die sagen, alles, was ich bisher gekannt habe, wird jetzt gerade hinterfragt. Wie erzähle ich mir selbst, wie erzähle ich meiner Familie, dass der Papa oder die Mama am Arbeitsmarkt ganz plötzlich nicht mehr so viel wert ist? Das sind Prozesse, die gehen tief ins Eingemachte. Darum ist ein Thema, von dem ich total überzeugt bin: Wer die Menschen an der Stelle in der ökologischen und der arbeitsmarktbezogenen Transformation nicht berücksichtigt, nicht mitnimmt, der wird scheitern. Wer sie aber mitnimmt, der kann eine gute Entwicklung für den Arbeitsmarkt in Rheinland-Pfalz erreichen.
