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Dr. Herbert Drumm

FREIE WÄHLER 10.05.2023 Sitzungen 18/43

Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Die FREIEN WÄHLER haben in der Enquete-Kommission „Flut“ den Satz geprägt „Kein Tropfen Wasser verlässt das Grundstück“. (Abg. Dr. Joachim Streit, FREIE WÄHLER: Jawohl!) Dies gilt insbesondere für den Wald und dient dem Feuchthalten, dem Grundwasser, schützt vor Flut und vermindert die Waldbrandgefahr. Lassen Sie mich also über den Wald sprechen und über seine Funktion als Ökosystem und Wasserspeicher. Unser Land Rheinland-Pfalz ist, wie wir alle wissen, eines der waldreichsten Bundesländer. Die Wälder in Eifel und Westerwald, im Hunsrück und natürlich der Pfälzerwald, wie auch der Nationalpark Hunsrück-Hochwald sind bedeutende Forstgebiete. Diese gilt es zu schützen. Die Forstwirtschaft ist klug fortzuentwickeln mit Blick auf den nachwachsenden Rohstoff Holz. Dabei müssen wir beim Umbau der Forstwirtschaft alle Eigentümer mitnehmen, insbesondere auch die Privateigentümer, denen knapp die Hälfte des Walds gehört. Die Klimakrise ist in den Wäldern angekommen. Die Aneinanderreihung von trockenen Sommern seit 2018, die vorangegangenen Stürme und die Folgeschäden mit einer Vielzahl von Schädlingen und Krankheiten haben dem Wald in Deutschland zugesetzt. Ein einzelnes Extremwetterereignis würde der Wald verkraften, eine ganze Kette jedoch aus Stürmen, Dürren, Insektenkalamitäten und Waldbränden hat zu einer Jahrhundertkatastrophe in den Wäldern geführt. Betroffen sind alle Baumarten. Jede Baumart hat ihren Schädling. Borkenkäfer und Nonnenspinner setzen Fichten und Kiefern zu, Buchen und Erlen leiden unter einem Pilzbefall und die Eichen unter dem Eichenprozessionsspinner, der schwere gesundheitliche Folgen auch für den Menschen haben kann. Mittlerweile sind die Schäden an den Bäumen auch für den Laien nicht mehr zu übersehen. Kahlflächen, vertrocknete Bäume und Jungpflanzen, abgebrochene Bäume und Äste gehören in Deutschland zum Waldbild dazu. Daher ist es ratsam, den Ausbau von Mischwäldern voranzutreiben. Ist es aber wirklich ratsam, dass wir nach dem Bau von Windkraftanlagen in den Gipfellagen nunmehr auch noch durch Sturm geschädigte Flächen mit Photovoltaikanlagen bestücken? Ist es wirklich zutreffend, Frau Ministerin Eder, dass es Pläne gibt, Solaranlagen auf Höhenzügen in Waldgebieten aufzubauen? Photovoltaik im Wald bedeutet natürlich neben anderen Problemen erhöhte Waldbrandgefahr. Daher stellen sich mir einige Fragen. Wie wirken sich Photovoltaikanlagen auf die Hitzeentwicklung im Wald an heißen Sommertagen aus? Wie können Waldbrände auf Höhenzügen gelöscht werden, wenn es kaum Feuerwehren mit geländegängigen Fahrzeugen zur Bekämpfung von Waldbränden gibt? (Abg. Dr. Joachim Streit, FREIE WÄHLER: Hört!) Wie können Löschteiche angelegt werden? – Auf den Höhenzügen stelle ich mir das als schwieriges Unterfangen vor. Auch interessant: Werden die Flächen mit Photovoltaikanlagen dann zu Verbotsflächen während Treibjagden? Querschläger könnten die Anlagen beschädigen. Es wäre sicherlich ratsamer, dort wieder aufzuforsten und zudem die Wasserwirtschaft im Wald klug anzugehen. (Abg. Dr. Joachim Streit, FREIE WÄHLER: Genau!) Es braucht unbedingt Löschteiche, um einerseits bei Waldbränden auf nahegelegene Wasserreservoire zurückgreifen zu können, andererseits helfen diese Löschteiche gleichzeitig auch, bei Starkregenereignissen Wasser zu speichern, um damit zu verhindern, dass dies in Sturzbächen ins Tal schießt. Viele weitere Maßnahmen, die schon des Öfteren angesprochen wurden, verstärken diese Wirkungen. Sie dienen unter anderem der Bodendurchfeuchtung, der Kühlung sowie der Vorbeugung vor Sturzfluten. Zum Beispiel begünstigen unterschiedlich wurzelnde Baumarten den Wasserhaushalt im Wald. Dies bestätigt auch Dr. Marius Floriancic von der ETH Zürich; denn nur 22 % des Niederschlags gelangen in den Wurzelraum der Bäume. Der größere Teil verteilt sich im Waldökosystem. Insofern müssen das Land und Landesforsten alle Waldbesitzer in RheinlandPfalz unterstützen, neben der Forstwirtschaft auch Wasserwirtschaft zu betreiben. Eingriffe in den Wald zum Betreiben der Energiewende sollten aber auf ein Mindestmaß begrenzt bleiben. Der Bau von Windkraftanlagen wird mancherorts schon kritisch gesehen, aber nun auch noch Photovoltaikanlagen im dichten Tann zu errichten, wäre in unseren Augen der gänzlich falsche Weg. (Beifall der FREIEN WÄHLER und der AfD) Wollen Sie noch mehr Bodenhumus zerstören und den Wasserabfluss beschleunigen mit all den schrecklichen Folgen? Vielen Dank. (Beifall der FREIEN WÄHLER und bei der AfD)

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