landtag-rlp.de ↗

Marco Weber

FDP 10.05.2023 Sitzungen 18/43

Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine sehr geehrten Damen und Herren! Erst einmal vielen Dank an die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN für die Themensetzung in der Aktuellen Debatte; (Beifall bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) denn Waldbrände, das Thema „Wald“ generell ist und bleibt auch in Zukunft ein Thema, das uns hier bewegen wird und auch in der Legislative und Exekutive eines der Themen ist, die uns haushalterisch in den nächsten Jahren vor große Herausforderungen stellen werden. Angesprochen als allererstes ist das Thema „Feuerwehren und deren Ausstattung“. Mit dem letzten Doppelhaushalt sind schon in der Vergangenheit Dinge auf den Weg gebracht worden. Wir haben in der Enquete-Kommission, die noch nicht zu Ende ist, Themen wie die Ausstattung und Einsätze in der Natur, im Wald und in der Fläche, Alarmierungssysteme und Wegestrukturen sowie das Hinkommen in eine Schadenslage, wie zum Beispiel bei Waldbränden, in der Bearbeitung. Das zeigt, dass wir uns dieses Themas der Waldbrände annehmen müssen. Angesprochen worden ist auch schon das Thema der Wegestruktur. Dabei spielt das Zusammenspiel der Kommunen, der Feuerwehren, aber auch der Forstämter, der Forstamtsleiter und der Forstleute eine tragende Rolle. Dieses Zusammenspiel muss in Übungen festlegen, welche Hauptverkehrswege im Wald notwendig sind, um einzelne Gemarkungen zu erschließen und an sie heranzukommen. Nicht jeder Weg, also auch Nebenwege, muss aber so ausgebaut werden, dass er für solche Rettungs- und Löscheinsätze geeignet ist. Meine sehr geehrten Damen und Herren, neben dieser Struktur des Zusammenspiels der Feuerwehren mit den Forstämtern haben die Forstämter eine weitere Herausforderung, und zwar den Waldumbau bzw. die Begleitung in den Zeiten der Waldveränderung, die als eine Maßnahme während des Anpflanzens neuer Kulturen erforderlich ist. Es wird sich dann in den nächsten Jahren herausstellen, welche davon wachsen werden. Eines der weiteren Themen ist die Wasserrückhaltung. Es ist schon hier angesprochen worden, dass vonseiten des Klimaministeriums Förderprogramme auf den Weg gebracht werden, um Wasserrückhaltemaßnahmen im Wald zu ermöglichen. Man muss aber auch beachten, dass künftig, wenn solche Maßnahmen umgesetzt werden, diese Einrichtungen fortlaufend gewartet werden müssen; denn wenn Sie im Wald sind mit Besatz, mit Dreck und Laub, laufen Sie ansonsten Gefahr, dass diese bei einem Einsatz nicht funktionieren. (Abg. Gerd Schreiner, CDU: Marco, wenn das Thema so wichtig ist, warum ist dann keiner von der Regierung da?) Meine sehr geehrten Damen und Herren, sehr geehrter Herr Schreiner, (Abg. Gerd Schreiner, CDU: Wäre schön, der Feuerwehrminister wäre da!) ich finde es klasse, wenn Sie als Mainzer versuchen, sich des Themas „Wald“ anzunähern, (Vereinzelt Heiterkeit bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) aber wenn Sie dann einmal tatsächlich bei einem Waldbrand dabei gewesen sind – das war ich schon mehrmals –, dann wissen Sie auch, dass, wenn ein Feuerwehrauto mit 4.000 Liter Wasser anrückt, mitten im Wald steht und nach 8 Minuten diese 4.000 Liter versprüht worden sind, dann – Sie haben diesen Ansatz schon als Beispiel gebracht – Kapazitäten notwendig sind, wie zum Beispiel die Kapazitäten, die die Landwirte mit ihren Transportfässern, Güllefässern und mittlerweile auch mit Lkw bereitstellen, weil es ein Merkmal des Wald- und Flächenbrands ist, dass in sehr kurzer Zeit sehr viel Wasser auf eine Stelle aufgebracht werden muss. Das ist etwas anderes als bei einem Dach-, bei einem Hausbrand, bei dem man dem Feuer mit einem C- oder BStrahlrohr begegnet. Wenn einmal ein Hektar am Brennen ist, dann benötigen wir in sehr kurzer Zeit sehr viel Wasser. Es muss auch ein Thema sein, dass wir über Hubschrauberkapazitäten in Deutschland verfügen, die mit technischen Einrichtungen fliegen können, um aus der Luft diese Waldbrände bekämpfen zu können. Meine sehr geehrten Damen und Herren, es ist auch angesprochen worden, dass die Anzahl der Waldbrände stark gestiegen ist. Einer der Hauptgründe dieser Waldbrände aber ist der Mensch. Der Wald entzündet sich in den wenigsten Fällen von selbst, sondern es sind die Hinterlassenschaften des Menschen, ob es die Zigarette, die Glasflasche oder selbst eine Coladose ist, die dazu führen, dass die Sonneneinstrahlung diese Selbstentzündung mit sich bringt. Da ist die Sensibilisierung, wie zum Beispiel an Schulen durch Waldwochen oder durch die Forstämter, aber auch bei anderen Veranstaltungen notwendig, dass darauf hingewiesen wird, dass unser Wald sauber sein muss, (Glocke der Präsidentin) um damit der Waldbrandgefahr entgegentreten zu können. Vielen Dank. (Beifall der Abg. Cornelia Willius-Selzer, FDP, sowie der SPD und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Alle Reden von Marco Weber Protokoll ↗