Dr. Christoph Gensch
So nah dran war ich bisher eigentlich nie. Aber gut, alla hop. (Vereinzelt Heiterkeit im Hause) Gerade jetzt am heutigen Donnerstag, während wir hier im Plenum sitzen, fehlt in Zweibrücken der Notarzt. Stellen Sie sich vor, Sie sind jetzt gerade auf Hilfe angewiesen. Zweibrücken steht hier als pars pro toto für eine katastrophale Entwicklung im ganzen Bundesland. Regelmäßig und regelhaft kommt der Notarzt nicht mehr oder nur sehr zeitverzögert aus dem Nachbarkreis, mit allen medizinischen Konsequenzen. Die Auswertung dieser Großen Anfrage zeigt abermals, dass eine flächendeckende Rund-um-die-Uhr-Notarztversorgung der Bevölkerung in RheinlandPfalz durch ein funktionierendes und adäquat personalisiertes Notarztsystem nicht mehr gewährleistet ist. Das ist ein Befund – ich kann es nur wiederholen –, der uns umtreiben muss, der uns jeden Tag beschäftigen muss. (Beifall der CDU sowie der Abg. Lisa-Marie Jeckel, FREIE WÄHLER) Es ist Kernaufgabe eines Staats, Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Notarzt zu gewährleisten und dafür Sorge zu tragen, dass sie da sind, wenn man sie braucht. In der letzten Debatte haben wir Ihnen hier im Plenum unsere Lösungsansätze präsentiert, um auch langfristig das Problem an der Wurzel zu packen. Frau Dreyer ist nicht da, aber Herr Hoch und Herr Ebling erinnern sich vielleicht dunkel daran, dass ich sie höflichst daran erinnert habe, dass wir mindestens 200 zusätzliche Medizinstudienplätze brauchen, um das Problem langfristig zu lösen. Sie haben in dieser Debatte Nebelkerzen gezündet, Nebenkriegsschauplätze eröffnet, am Thema vorbeigeredet, alles mit dem Ziel, eine Frage nicht beantworten zu müssen. Diese Frage lautet: Wie lösen Sie dieses dringende Problem? Welche Maßnahmen ergreifen Sie? Darum bitte ich Sie heute, Herr Hoch, Herr Ebling. Wie lösen Sie dieses dringende Problem? (Beifall der CDU und der FREIEN WÄHLER)
