landtag-rlp.de ↗

Marco Weber

FDP 30.03.2023 Sitzungen 18/42

Sehr geehrter Herr Präsident, meine sehr geehrten Damen und Herren! Wie Sie alle wissen, ist das Thema „Landwirtschaft“ eines der Themen, das uns im Parlament, in den Ausschüssen, in der Öffentlichkeit, aber auch mich persönlich immer stark bewegt und von uns thematisiert wird. Meine sehr geehrten Damen und Herren, wenn wir über Landwirtschaft reden, reden wir über eine Berufsgruppe, die sehr viel für unsere Gesellschaft leistet. (Beifall bei der FDP, vereinzelt bei der CDU sowie der Abg. Jaqueline Rauschkolb, SPD, und Helge Schwab, FREIE WÄHLER) Zu den großen Leistungen der Landwirtinnen und Landwirte sowie Winzerinnen und Winzer zählen die Nahrungsmittelproduktion, die Gestaltung unserer Kulturlandschaft, die Gestaltung im Umwelt- und Klimabereich, aber auch der Tourismus. Auch den Tourismus haben wir heute in der Debatte in diesem Hause. Ohne Landwirtschaft in Rheinland-Pfalz könnte ich mir den Tourismus, wie er in Rheinland-Pfalz stattfindet, nicht vorstellen. Meine sehr geehrten Damen und Herren, wenn wir über diese Berufsgruppe reden, reden wir über eine Berufsgruppe, die in Generationen denkt und in Generationen arbeitet. Wenn wir über Generationen hinweg arbeiten und denken, denken wir auch an junge Landwirtinnen und Landwirte, Winzerinnen und Winzer. Wenn wir schauen, wie diese Berufsgruppe in der Öffentlichkeit wahrgenommen und kommentiert wird, dann haben wir in den letzten Jahren auch dort eine große Diskrepanz zwischen der öffentlichen Wahrnehmung und der tatsächlichen Arbeit dieser Berufsgruppe festgestellt. Es bedarf einer fortlaufenden Diskussion. Ich bedanke mich an dieser Stelle bei den vielen Abgeordnetenkollegen, die bei den Verbänden regelmäßig im Austausch sind, gerade auch mit den Landjugendlichen. Ich bedanke mich auch bei der Regierung, bei der Ministerpräsidentin und bei der Ministerin und ihren Kolleginnen und Kollegen, dass sie immer den Verbänden und der Landjugend offen gegenüberstehen und diese Gespräche führen. Wenn wir uns anschauen, was Junglandwirtinnen und Junglandwirte bewegt, wenn wir uns anschauen, was überhaupt ein solcher Beruf mit sich bringt, der des Landwirts und des Winzers, dann bringt dieser Beruf mit sich, dass sie Geologen sein müssen, dass sie Meteorologen sein müssen. Sie müssen Tierärzte sein. Sie müssen Pflanzenbautechniker sein. Sie müssen Mechaniker sein. Sie müssen Betriebswirte sein. Sie müssen im Prinzip eine Ausbildung zur Bürofachkraft haben. Ich könnte die Liste noch fortsetzen. Das ist ein fundamentaler Unterschied zu vielen anderen Berufsgruppen, diese Vielfalt in einem Beruf zu vereinen. Daher ist es für uns als FDP, aber auch in der Ampel sehr wichtig, gerade diese Berufsgruppe, den Nachwuchs, zu fördern und in den Blick zu nehmen. Diese Vielfältigkeit bedarf eines gesonderten Blicks. Wir als FDP-Fraktion und in dieser Koalition sind uns bewusst, dass diese Berufsgruppe auch einer gesonderten Stellung und Förderung bedarf. Ich bin der Regierung und den Ampelfraktionskollegen dankbar, dass wir ein Instrument auf den Weg bringen konnten, um diese junge Berufsgruppe weiterhin zu fördern und Anerkennung von unserer Seite zu zeigen, der Legislative und Exekutive in Rheinland-Pfalz, damit diese Berufsgruppe auch künftig die Existenzgrundlage und Berechtigung hat, in Generationen zu denken. Dafür möchte ich mich an der Stelle recht herzlich bedanken. (Beifall der FDP, der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie des Abg. Thomas Barth, CDU) Ich möchte einfach beschreiben, dass das nicht nur heute so ist, sondern auch in der Vergangenheit so war. Ich durfte in der Funktion eines stellvertretenden Landjugendvorsitzenden zum Beispiel bei Minister Bauckhage oder Landwirtschaftsminister Hering immer ein offenes Ohr des Landes RheinlandPfalz wahrnehmen und die Unterstützung der Landwirte erfahren. (Zuruf des Abg. Marcus Klein, CDU) Meine sehr geehrten Damen und Herren, auch ich durfte mit drei Junglandwirten im Jahr 2004 bei mir im Landkreis Vulkaneifel eine Landjugendgruppe gründen. Aktueller Mitgliederstand: 150. 150 Mitglieder hat allein diese Landjugendgruppe. Das zeigt den Bedarf, sich im ländlichen Raum der Themen „Landwirtschaft“, „Ernährung“, „Kulturlandschaft“ aber auch „Umwelt“ und „Klima“ anzunehmen, weil gerade die Landwirtinnen und Landwirte, die Winzerinnen und Winzer neben der Nahrungssicherheit auch eine entscheidende Rolle bei der Energiesicherheit und Energiewende spielen. (Beifall der Abg. Cornelia Willius-Senzer, FDP) Daher sage ich, dass wir in Zukunft auch auf Bundesebene eine Handlungsfähigkeit in der Landwirtschaftspolitik brauchen. Ich will nicht in die Vergangenheit hineingehen, aber wir brauchen, wenn wir über Tierhaltung in Deutschland reden, Handlungsfähigkeit. Wir brauchen weiterhin Beschlüsse und Ergebnisse für die Tierhaltung in Deutschland und in Rheinland-Pfalz, egal in welcher Haltungsstufe, ob 1, 2, 3 oder 4, und egal in welcher Ausrichtung. Wir brauchen Handlungs- und Planungssicherheit, gerade für die Tierhalter. (Beifall der FDP, der CDU und bei der SPD) Dafür brauchen wir Beschlüsse. Vielen Dank. (Beifall der FDP und der SPD sowie der Abg. Dr. Lea Heidbreder, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Alle Reden von Marco Weber Protokoll ↗