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Dr. Christoph Gensch

CDU 01.03.2023 Sitzungen 18/39

Sehr geehrter Herr Hoch! Für Klamauk ist wohl primär die Landesregierung verantwortlich, Stichwort „Schusterinnen, bleib bei Deinem Leisten!“. (Zurufe von der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Beifall der CDU) Sie zünden Nebelkerzen. Sie haben uns nicht mit einem Satz, mit einem Absatz mitgeteilt, wie Sie denn gedenken, das Problem zu lösen, (Beifall der CDU) wie Sie damit umgehen, dass die Hausärzteschaft überaltert ist, dass die Rettungsdienste, das Notarztsystem Abmeldequoten von bis zu 40 % hat, dass wir die Problematiken im Krankenhaus und bei den Facharztterminen haben. Sie haben uns nur versucht zu widerlegen und versucht, uns Klamauk zu unterstellen und das ein bisschen in die lächerliche Richtung zu ziehen. (Zuruf des Abg. Gordon Schnieder, CDU) Wir versuchen mit allen Mitteln, Ihnen klarzumachen, wie drängend das Problem ist, und bedienen uns dazu auch des Stilmittels unter anderem der Redundanz. Ja, das tun wir, weil wir sonst nicht weiterkommen und Sie das Problem einfach nicht erkennen. (Beifall der CDU) Ich habe Ihnen vorhin die Zahlen vorgelegt. Das waren ganz sachliche Zahlen der letzten Jahre und auch der letzten 20 Jahre. Wo hat die 15-ProzentErhöhung der Medizinstudienplätze stattgefunden? – Das ist nicht erkennbar. Erklären Sie es uns. In Trier, das sind klinische Studienplätze im 9. und 10. Semester, sehr selektiv, ein sehr kurzer Abschnitt im Studium; es bringt uns aber für die Gesamtanzahl nicht weiter. Nächster Punkt: Sie argumentieren mit der Approbationsordnung und erzählen mir, die Anzahl der Medizinstudenten pro Bett sei etwas, was dort festgelegt ist. Sie haben recht; aber Sie vergessen, Sie haben 450 vorklinische Studienplätze in Mainz, Sie haben aber auch nur 277 klinische in Mainz. (Zurufe von der SPD) Die ganze Universität beschwert sich schon seit Jahren über dieses Missverhältnis. Erfüllen Sie überhaupt die Quote der Approbationsordnung? – Rückfrage an Sie. (Beifall der CDU – Zuruf von der AfD: Hört, hört!) Erklären Sie es uns! Erfüllen Sie die Quote überhaupt? – Das ist doch genau das. Wir agieren aus einer Notlage und versuchen, das Problem zu lösen. Natürlich wäre eine sofortige zweite medizinische Fakultät mit allem, was dazugehört, der Goldstandard, aber im Moment sind wir in einer Situation, in der wir tatsächlich überlegen müssen, ob wir den vorklinischen Teil der Ausbildung in Mainz ausbauen. Sie haben doch selbst einmal gesagt, der Hörsaal ist nicht das Problem, sondern das Patientenbett. Das heißt, den vorklinischen Abschnitt zu digitalisieren und in den Hörsälen noch Studenten dazuzunehmen, das wird funktionieren, und dann müssen wir uns überlegen, wie wir eine klinisch hochwertige Ausbildung in Rheinland-Pfalz darstellen können. (Glocke des Präsidenten) Natürlich, Goldstandard ist, an der Universitätsmedizin zu bleiben, aber bevor wir gar keine Ärzte haben, müssen wir natürlich über die Einbeziehung von Maximalversorgern nachdenken, wie das die Universität Bayreuth mit fünf großen Maximalversorgern in Bayern auch macht. Das ist nicht die 1A-Lösung, aber die 1B-Lösung. Sie haben keine Lösung. (Beifall der CDU – Zuruf von der CDU: Gut!)

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