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Dr. Lea Heidbreder

GRÜNE 01.03.2023 Sitzungen 18/39

Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! (Vizepräsident Matthias Lammert übernimmt den Vorsitz) Der Bedarf an Fachkräften gerade im Gesundheitssektor ist groß. Wir haben eine älterwerdende Gesellschaft. Das bedeutet, dass der Bedarf einer ganzheitlichen Gesundheitsversorgung zunehmen wird und gleichzeitig in den nächsten Jahren viele Stellen neu zu besetzen sind, weil Menschen aus dem Berufsleben ausscheiden. Das betrifft den Bereich der Pflege genauso wie die Pharmazie sowie die Ärztinnen und Ärzte in den Praxen, Krankenhäusern und die Fachkräfte im öffentlichen Gesundheitswesen. 450 junge Menschen können aktuell jedes Jahr in Mainz ein Medizinstudium beginnen. Damit ist die Universitätsmedizin in Mainz nach den Millionenstädten Berlin und München einer der größten Ausbildungsstandorte deutschlandweit und sichert den medizinischen Nachwuchs in Rheinland-Pfalz. Die Landesregierung hat den Bedarf an medizinischen Fachkräften erkannt und bereits in der letzten Legislatur die Anzahl der Studierendenplätze um 15 % erhöht. Über 9 Millionen Euro wurden für die Erhöhung der Studierendenplatzkapazitäten in den letzten drei Jahren von der Landesregierung bereitgestellt. Um auch in weiteren Regionen von Rheinland-Pfalz präsent zu sein und angehende Ärztinnen und Ärzte nach Möglichkeit vor Ort zu halten, gibt es seit drei Jahren zusätzlich zum starken Standbein in Mainz die Kooperation mit dem Medizincampus in Trier. 30 Studierende können dort ihr zehntes und inzwischen auch neuntes Fachsemester machen und dann direkt vor Ort in den Krankenhäusern ihr praktisches Jahr absolvieren. Das ist ein 15- Millionen-Euro-Kraftakt, der sich für die Regionen und Studierenden bezahlt macht, die insbesondere die gute Betreuungsrelation in Trier hervorheben. (Beifall bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der SPD und bei der FDP) Mit den insgesamt 450 Studienplätzen für die Humanmedizin haben wir also ein solides Angebot, aber – das wissen Sie auch – die Kapazitäten an den vorhandenen Standorten sind inzwischen ausgeschöpft. Das Nadelöhr sind dabei gar nicht die Studierendenplätze an sich, sondern die Anzahl an Betten für die praktische Ausbildung. Wo können also weitere Medizinstudienplätze geschaffen werden? – (Zuruf von der CDU: Koblenz!) Zunächst gilt es zu bedenken, ein Studienplatz in der Medizin ist sechsmal so teuer wie ein Jurastudium. Der Aufbau einer komplett neuen Unimedizin lässt sich nicht einfach aus dem Ärmel schütteln, sondern ein solcher Aufbau dauert Jahre. (Unruhe bei der CDU) Kurz- und mittelfristig kommen wir also damit nicht – ich glaube, da muss man sich ehrlich machen – an mehr Ärztinnen und Ärzte im Land. (Unruhe bei der CDU) Wie Sie aber wissen, zeichnet sich gerade eine andere mögliche Lösung ab. Koblenz ist in den letzten Wochen als weiterer Studienstandort wieder ins Gespräch gekommen. Auch hier besteht die Chance, eine Kooperation zwischen Mainz und dem Bundeswehrkrankenhaus in Koblenz anzustoßen. Die Landesregierung befindet sich dazu aktuell in guten Gesprächen. Hier wurde der Ball also bereits ins Rollen gebracht, und es gibt keinen Anlass, an dieser Stelle diesem laufenden Prozess vorzugreifen. Man bekommt ein bisschen den Eindruck – da schaue ich jetzt sowohl zur CDU als auch zu den FREIEN WÄHLERN mit ihrem Änderungsantrag –, Sie versuchen mit Ihren Anträgen vom Spielfeldrand dem rollenden Ball den eigenen Stempel aufzudrücken, um noch irgendwie an Punkte zu kommen, ohne Impulse ins eigene Verfahren einzubringen. (Beifall bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt bei der SPD – Zurufe von der CDU – Glocke des Präsidenten) Sehr geehrter Herr Kollege, es bringt auch nichts, wenn Sie nach und nach einfach wieder die Zahlen wiederholen und abspulen. Das bringt nichts konstruktiv zum Verfahren. Das ist durchschaubar und hilft in der Sache nicht weiter. (Vereinzelt Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN –

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