Dr. Stefanie Hubig
Herr Präsident, meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordnete! Erst einmal ganz herzlichen Dank an die SPD-Fraktion dafür, dass wir heute diese Aktuelle Debatte haben. Ich bin froh, dass wir uns heute mit diesem wichtigen Thema unter vielen Aspekten, aber vor allem unter dem Aspekt auseinandersetzen: Was bedeutet eigentlich Künstliche Intelligenz? Was bedeutet ChatGPT für die Schulen? Herzlichen Dank dafür. Wenn man Gespräche mit einer Künstlichen Intelligenz führt, wenn man sich per Sprachbefehl jede Arbeit abnehmen lässt und sich hinterher für Ergebnisse feiern lässt, dann ist das nicht nur etwas, was heute, in dieser Zeit diskutiert wird, sondern schon zu früheren Zeiten. Die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht; es gab eine Serie, die hieß „Knight Rider“ mit einem Auto, das K.I.T.T. hieß. (Heiterkeit bei der SPD und bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Ja, ich sehe, es gibt einige Ältere unter uns. Ich erinnere mich auch noch gut. Als man das im Fernsehen gesehen hat oder sehen konnte – die einen waren Fans, die anderen weniger –, hat man es häufig belächelt, weil man irgendwie dachte: Wie versponnen ist das eigentlich, dass Autos sprechen können und ein Auto das macht, was man ihm sagt? (Abg. Martin Haller, SPD: Das war super!) Wir sehen heute, das ist die Gegenwart, und nicht erst seit ein oder zwei Jahren, sondern schon seit geraumer Zeit. Das, was wir jetzt mit ChatGPT sehen, ist keine Revolution, es ist ein weiterer Schritt der Evolution, der Digitalisierung, in der wir schon seit vielen Jahrzehnten stecken. Das Besondere an ChatGPT ist aber, dass es alle nutzen können, es einen ganz niedrigschwelligen Zugang hat, es fast jeder, jede von uns schon einmal benutzt hat. Ich bin sicher, auch die Schülerinnen und Schüler der Realschule plus in Daaden beschäftigen sich nicht nur mit der Friedensglocke und der Demokratieerziehung, sondern wahrscheinlich auch mit ChatGPT und haben es schon genutzt. ChatGPT hat viel Potenzial, aber auch da muss ich jetzt leider zu der schlechten Nachricht kommen: Es wird das Lernen nicht überflüssig machen. (Abg. Martin Haller, SPD: Was?) Das Lernen bleibt wichtig. Es ist wahrscheinlich wichtiger denn je; denn nur dann, wenn Kinder, wenn Jugendliche, wenn Menschen Texte lesen, sie verstehen können, wenn sie schreiben können, wenn sie Dinge einordnen können, können sie auch an dieser Gesellschaft, an dieser Demokratie teilhaben. Das heißt, wir brauchen Wissen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz: Was kann sie? Was kann sie nicht? Wie sehr kann man sich darauf verlassen? Sind die Ergebnisse zutreffend? Man muss Ergebnisse reflektieren. Auch das, was Künstliche Intelligenz über die AfD sagt, kann man durchaus anders sehen und durchaus zu anderen Ergebnissen kommen. (Abg. Sabine Bätzing-Lichtenthäler, SPD: Ja! –
