Sabine Bätzing-Lichtenthäler
Wir uns auch!) Vordergründig geht es in Ihrem Antrag um das Thema der Besoldung, aber – das hat man an der Rede gerade schon feststellen können – es geht Ihnen in vielen Teilen auch um allgemeine Dinge zur Entwicklung in der Schulgemeinschaft und vielleicht auch nur zum Teil wirklich um die Besoldung. Ihrem Antrag und vor allem Ihrer sehr umfangreichen Rede zum Thema „Fachkräftemangel“ habe ich drei Annahmen entnehmen können, die dem zugrunde liegen. Erstens: Fachkräftemangel beherrscht das Thema, und es gibt zu wenige Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer im Land. So Ihre erste Annahme. Zweitens: Die Attraktivität des Jobs sei zu schlecht, und die Nachfrage nach dem Job fehlt. So Ihre zweite Annahme. Drittens: Die Attraktivität des Jobs in anderen Bundesländern sei höher. Diesen drei Annahmen möchte ich mich jetzt widmen, und ich möchte schauen, ob Ihre Beschreibung wirklich zutrifft oder ob sie sich der Realität nicht stellen kann. Ja, es gibt in Teilen der Schulen einen Fachkräftemangel. In den Förderschulen zum Beispiel gibt es noch Nachholbedarf. Deswegen bauen wir zum Beispiel in Koblenz an der Hochschule das Studium für Förderschullehrkräfte aus, um diesem Fachkräftemangel zu begegnen. Ihr Antrag bezieht sich aber auf das Thema „Grundschule“, und Sie behaupten, dass dort das Thema besonders groß sei; denn sonst würden Sie wohl kaum A 12 auf A 13 in den Mittelpunkt stellen, sondern hätten vielleicht einen Antrag allgemein zum Fachkräftemangel in der Schule gestellt. Ist dem denn so? – Wir schauen uns das einmal an. In den letzten zehn Jahren hat das Land 13.000 Lehrkräfte eingestellt, davon 4.000 allein in den Grundschulen, rund ein Drittel nur für Grundschulen. Warum? –Weil wir in dieser Schulform die größtmögliche Heterogenität in der Schülerinnen- und Schülerschaft haben und diese Teams besonders stärken wollen, damit man die Grundkompetenzen, die so wichtig sind, auch früh ausbilden kann. So konnten wir in diesem Zeitraum den Versorgungsgrad auf 100 % steigern. Auf 100 %. Im laufenden Schuljahr kamen noch einmal 400 Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer hinzu. Fachkräftemangel im Grundschulbereich bei 100%iger Versorgung? Daran mache ich ein Fragezeichen. (Vereinzelt Beifall bei der SPD und bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Schauen wir aber weiter. Die Attraktivität des Jobs sei zu schlecht, und die Nachfrage fehle. Ja, der Beruf der Lehrerin/des Lehrers ist extrem attraktiv. Ich habe das Glück, diesen Beruf ausgeübt haben zu dürfen und diese Leidenschaft mit den Schülerinnen und Schülern erlebt haben zu können. Er ist auch extrem fordernd, ja. Ich glaube übrigens, Frau Kollegin, das war er immer schon. Wenn Sie hier aber die Attraktivität immer wieder kleinreden, meinen Sie, Sie finden einen mehr, der diesen Job wirklich übernehmen möchte? (Vereinzelt Beifall bei der SPD –
