Marco Weber
Sehr geehrter Präsident, meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Waldzustandsbericht ist immer wieder im Landtag zu besprechen. Die Vorredner haben schon die eine oder andere Zahl genannt, wie sich unser Wald im Waldzustandsbericht zahlenmäßig darstellt. Als einer derjenigen, der in seiner Freizeit in den Wald geht und zu den Themen „Waldmanagement“ und „Waldwirtschaft“ das eine oder andere im eigenen Wald mitbekommt, möchte ich doch ein paar Dinge geraderücken und die Landespolitik und die Fraktionen, die die Regierung mit tragen, Herr Kollege Ludwig, so wie Herr Steinbach das gemacht hat, erwähnen. Man kann sich hier hinstellen und viele Dinge kritisieren, aber Fakt ist, dass in den letzten vier Jahren und in den letzten drei Haushalten immense Aufwüchse im geldlichen Bereich erfolgt sind. Es ist auch im personellen Bereich zweistellig. 40, 50 zusätzliche Stellen sind eingerichtet worden. Er ist auch, was die Ausbildung in Hachenburg anbelangt, vieles passiert, damit diejenigen aus Rheinland-Pfalz, die eine forstwirtschaftliche Ausbildung und eine Meisterausbildung antreten, sie in Rheinland-Pfalz absolvieren können und auch ein Angebot in Rheinland-Pfalz bekommen, in Zukunft ihren Job hier auszuüben. Das sind Dinge, die die regierungstragenden Fraktionen umgesetzt und mit auf den Weg gebracht haben. (Beifall bei der FDP, bei der SPD und bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Dass die Forstämter und die Arbeiter in den Forstämtern mit sehr viel Leidenschaft unterwegs sind – ich sage einmal, so wie die Landwirte und Winzerinnen –, ist auch unbestritten. Sie führen Gespräche. Alle führen Gespräche mit den Forstamtsleitern und den Mitarbeitern. Wir führen aber auch Gespräche, dass neben einem Bundesprogramm die Anträge für die Ortsgemeinden auszufüllen sind, dass eine Mitarbeiterverwaltung und eine Beförsterung stattfinden muss. Wir reden auch über Zukunftskonzepte, die aus dem Waldzustandsbericht im Prinzip abgeleitet werden, wie künftig Privatwald und Kommunalwald bewirtschaftet und weitergeführt werden. Das ist keine Aufgabe, die mit einer oder zwei Antworten gelöst werden kann. Jeder Standort, jede Gemarkung, jedes Kleinklima – Sie haben es auch erwähnt – stellt eine Herausforderung dar, um in die Glaskugel zu schauen, welche Waldbewirtschaftung man an diesem Standort künftig durchführen kann. Das sind die Aufgaben, die die Forstleute und die Forstämter mit den Gemeinderäten, den Privatwaldbesitzern, den Waldbauvereinen und allen Akteuren vor Ort vorantreiben. Das unterstützen wir als Koalitionsfraktionen, wie gesagt, mit Personal und mit Geld. (Beifall der FDP, der SPD und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Zum Thema des Waldes und des Waldzustandsberichts gehört Waldmanagement, aber auch die Hege und Pflege. Ich komme zum Thema „Jagd“. Auch hierzu sind im Koalitionsvertrag Passagen enthalten. Da sind wir unterwegs. Sie wissen, dass die Verbändeanhörung in der ersten Runde stattgefunden hat und wir ein moderneres, auch zukunftsweisendes Waldmanagement und eine Bejagungsstrategie mit den Verbänden wählen werden, damit der Wald auch künftig eine Chance hat – in einzelnen Teilbereichen läuft er durch zu hohe Wildbestände in die Gefahr – und durch eine Naturverjüngung und Baumarten, die in der Zukunft für uns als Waldbesitzer erträglich und Anbaubasis sind, diese jungen Pflanzen eine Zukunft haben. Deshalb müssen auch bei dem Thema „Jagd und Wildmanagement“ Reformen passieren. (Beifall bei der FDP, bei der SPD und bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Wenn man dann über die einzelnen Baumarten spricht, will ich nur zwei benennen. Ich sage nur das Thema „Buchen“. Auch bei der Buche stellen wir fest, dass die Buche unter Druck gerät. Da muss es doch auch unser Ansinnen sein, mit einer starken Sägewerksindustrie die Buche nicht nur zu verheizen, wovon ich persönlich auch ein Fan bin, weil wir über Wärmewende und Wärmekonzepte im ländlichen Raum reden. Es kann aber nicht sein, dass ich – so wie ich als Waldbesitzer im letzten Winter – gute Buchen schlage, die dann nach China exportiert werden, und das Brandholz vor Ort irgendwie der Holzheizung zugeführt wird. (Beifall der FDP, der SPD und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Zuruf von der SPD: Sehr praxisnah!) Da ist es Aufgabe der Politik – da lade ich auch Sie, Herr Ludwig, und die CDU ein –, mit der Sägewirtschaft die Dinge voranzutreiben, damit wir unsere Buche baulich nicht nur in der Möbelindustrie nutzen können, sondern auch für eine nachhaltige Industrie. Das ist die Bauindustrie und sind vielleicht auch da die einzelnen Projekte. Wir haben die ersten Sägewerke in Rheinland-Pfalz, gerade auch im Westerwald, die sich beim Thema „Buche“ sägewerkstechnisch einbringen und Investitionen getätigt haben. (Beifall der FDP, der SPD und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Glocke des Präsidenten) Die Fichte hat eine Zukunft. Die Fichte gehört auch in Rheinland-Pfalz nach wie vor in den Wald. Sie gehört aber nur da hinein, wo sie standortgerecht eine Zukunft hat. Daher ist die Fichte keine Baumart, die künftig nicht mehr in Rheinland-Pfalz wachsen wird, sondern auch die Fichte hat eine Zukunft. Die Zeit ist rum. Vielen Dank. (Beifall der FDP, der SPD und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
