Dr. Anna Köbberling
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Nachdem ich eben ein bisschen etwas über Zuwanderung gesagt habe, will ich jetzt auch noch etwas zum Thema „Bildung“ sagen. Herr Kollege Martin, ich weiß nicht, ob die IQB-Bildungsstudie ins Vietnamische oder Indische übersetzt wurde, aber ich glaube, dass die asiatische Fachkraft, wenn sie nach Deutschland kommt, sehr genau schauen wird, ob sie in Bayern mehrere Hundert Euro für Kinderbetreuung zahlen soll oder damit konfrontiert ist, dass es keine freie Schullaufbahnentscheidung gibt, oder nach Rheinland-Pfalz kommt, wo es keine Kita-Gebühren gibt, (Abg. Anke Beilstein, CDU: 26.000 Kindergartenplätze fehlen!) wo es Ganztagsschulen in ausreichendem Maße gibt und wo bundesweit die kleinsten Grundschulklassen sind. (Beifall bei der SPD, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP) Noch kurz etwas zu unseren beruflichen Schulen oder zur beruflichen Ausbildung. Natürlich ist es wichtig, dass sowohl die Berufsbildungszentren der Kammern als auch unsere Berufsschulen auf dem neuesten technischen Stand sind. Das geschieht auch, indem jedes Jahr sehr große Beträge bezuschusst werden, damit die Kammern die Berufsbildungszentren modernisieren können, zum Teil neu bauen können, und das geschieht, indem in unseren berufsbildenden Schulen immer wieder Neuerungen durchgeführt werden. Ganz aktuell profitieren auch die berufsbildenden Schulen, liebe Stefanie Hubig, vom DigitalPakt. Stand Januar: 266 Millionen Euro sind für die berufsbildenden Schulen beantragt, 167 Millionen Euro sind bewilligt, und 44 Millionen Euro sind schon abgerufen. Es wurden an einigen berufsbildenden Schulen Blended-Learning-Konzepte umgesetzt, um den Nutzen aus Distance Learning in Kombination mit Lernen in Anwesenheit zu nutzen. Auch ganz wichtig: Das Berufsvorbereitungsjahr, das sogenannte BVJ, wurde ein bisschen vom Kopf auf die Füße gestellt. Es gab wirklich einen Paradigmenwechsel. Die Stärken der Schülerinnen und Schüler werden viel stärker gefördert, an den Schwächen wird gezielter gearbeitet, und es gibt eine Verpflichtung zu einem mehrwöchigen Praktikum, um sie in Betriebe hineinzuführen und dort den Klebeeffekt zu nutzen. Selbstverständlich spielt auch die Berufswahlorientierung (Glocke des Präsidenten) – ich bin beim letzten Satz, Herr Präsident – in unseren Schulen eine ganz große Rolle, und zwar in allen Schulformen. Kollege Steven Wink hat genau wie ich schnell nachgeschlagen, wie viele anerkannte Ausbildungsberufe es gibt: 324. Hätte man vor Ihrer Rede auch einmal machen sollen, Herr Wefelscheid, dann weiß man, dass die Vorstellung anderthalb Jahre dauern wird. Also, das ist natürlich nicht so ausgegoren. Wir haben andere Konzepte, die effektiv gefahren werden, (Glocke des Präsidenten – Vereinzelt Unruhe im Hause) unter anderem ein Berufswahltraining in den Ferien. Ich glaube, damit führen wir die Schülerinnen und Schüler ganz gut – –
