Dr. Christoph Gensch
Sehr geehrter Herr Minister, Sie haben mich jetzt mit den Nilgänsen, dem Dackel und der Dönerbude und allem etwas aus dem Konzept gebracht. Vielleicht habe ich es auch überhört. Sie hatten deutliche Kritik geäußert an unseren Vorschlägen. Was ich nicht herausgehört habe, war: Wie bekämpfen Sie jetzt noch einmal das Problem des eklatanten Ärztemangels in RheinlandPfalz? (Beifall der CDU und der FREIEN WÄHLER sowie des Abg. Peter Stuhlfauth, AfD) Die Beispiele, die ich Ihnen aufgezählt habe – im Krankenhaus die Personalnot auf den Kinderintensivstationen, bei der Notarztversorgung, bei den Hausärzten, im alltäglichen Betrieb in den Krankenhäusern, die Flüchtigkeitsfehler, die aus Überlastung resultieren – sind alles Symptome eines Grundproblems, eines eklatanter Ärztemangels. Ihre Antwort war jetzt, dass wir um Rheinland-Pfalz ein paar Universitätskliniken haben, die irgendwie einen Teil des Bedarfs abdecken sollen, weil irgendwie jedes Universitätsklinikum 1 Million Einwohner braucht, um ein vernünftiges Einzugsgebiet zu haben. (Ministerpräsidentin Malu Dreyer: Wie jetzt? Also!) Wir haben 80 Millionen Einwohner in Deutschland. Wir haben 40 Fakultäten, das heißt pro Fakultät ungefähr 2 Millionen Einwohner. Wir haben in Rheinland-Pfalz 4 Millionen Einwohner. (Abg. Josef Winkler, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Das stimmte wenigstens!) Wir haben eine – zugegebenermaßen große – medizinische Fakultät. Wir bilden bei Weitem nicht den Bedarf aus, den wir brauchen. Die umliegenden Universitätskliniken sind teilweise in der Rhein-Main-Region oder wo auch immer mit den dortigen Menschen natürlich ausgelastet. Das ist ein Beispiel, das hinkt. Es tut mir jetzt fast leid, dass ich das überhaupt so umfassend aufgegriffen habe, es ist nämlich eigentlich unsinnig. Das heißt, die Frage bleibt am Schluss – noch einmal gestellt an Sie –: (Zuruf von der SPD: Was ist mit dem Dackel und der Dönerbude?) Wie bekämpfen Sie in Rheinland-Pfalz das Problem des Ärztemangels, das sich an so vielen Stellen zeigt? (Beifall der CDU, der FREIEN WÄHLER und vereinzelt bei der AfD) Wie machen Sie das? Was tun Sie? Was sagen Sie Ihrer Ministerpräsidentin, die die Ansicht vertritt, das ist überhaupt nicht nötig? (Ministerpräsidentin Malu Dreyer: Ach, jetzt verkürzen Sie einfach Wortbeiträge nicht so!) Wie bekämpfen Sie das Problem des Ärztemangels in Rheinland-Pfalz? Was sind Ihre kurzfristigen und mittelfristigen Maßnahmen, um diesem Problem Herr zu werden? (Abg. Claus-René Schick, SPD: Ich glaube, die Frage ist angekommen! – Heiterkeit bei der SPD) Ich würde mich freuen, von Ihnen eine Antwort zu bekommen. (Beifall der CDU und bei der AfD)
