Steven Wink
Verehrter Herr Präsident, verehrte Kolleginnen und Kollegen! Wir haben in der ersten Lesung ein gesellschaftlich sehr wichtiges Thema angesprochen. Auch von unserer und meiner Seite noch einmal ein Dank an Herrn Wäschenbach, dass er dieses Thema hier eingebracht hat. Es ist ein Thema, das immer wieder in den Fokus der Debatte und der Gesellschaft gerückt werden muss, weil viel zu oft die Augen davor verschlossen wird. Uns war es damals wichtig, dass wir über dieses Thema gemeinsam, parteiübergreifend diskutieren, dieses Thema aber auch ganzheitlich betrachten, um Lösungen zu suchen und zu finden. In diesem Antrag, den wir in der Anhörung besprochen und diskutiert hatten, geht es hauptsächlich um die Vermeidung des Ärzte-Hoppings. Ärzte müssen miteinander kommunizieren und sich weitergehende Beratung einholen können, um zu vermeiden, dass Verwandte etwa mit ihren Kindern, Neffen oder Nichten immer wieder die Ärzte wechseln, und um einen Missbrauchsverdacht frühzeitig aufzudecken. Die Anhörung mit den Expertinnen und Experten in dem Ausschuss war sehr breit. Sie haben uns auf eine beeindruckende Art und Weise die Lage aufgezeigt, gerade weil die Gefahren sehr oft im Verborgenen lauern. Ich möchte auch für die FDP-Fraktion noch einmal einen Dank an alle Expertinnen und Experten aussprechen. Es war eine sehr sachliche Diskussion, und alle waren sich einig, dass wir in diesem Gesetz eine Änderung brauchen, gerade im Bereich des Ärzte-Hoppings. Sie waren sich aber auch einig – hier darf ich ebenfalls einen Dank aussprechen –, dass wir in der Aufklärung, Nachsorge und Versorgung von Kindern, die in solch eine Situation geraten sind, schon sehr gut aufgestellt sind. Deshalb danke ich an dieser Stelle allen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen, die zur Aufklärung, Versorgung und Nachsorge von Kindern in dieser Situation beitragen. (Beifall bei der FDP, bei der SPD und bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Ich finde es gut, dass wir einen weitergehenden Entwurf haben, den wir parteiübergreifend finden konnten, um bei diesem Thema mehr Sicherheit zu schaffen. Die Vorrednerinnen und Vorredner haben dazu bereits Einzelheiten ausgeführt. Herr Minister, auch einmal ein Dank an Sie, stellvertretend für das Haus, für die Ausführungen zu diesem Gesetz. Für uns Freie Demokraten wird es aber noch ein weiteres wichtiges Thema geben, das wir künftig weiter verfolgen möchten, und zwar, dass wir präventiv noch stärker werden und noch mehr auf die Straße bringen können, um Ehrenamtliche und Hauptamtliche miteinander zu verbinden, sodass diese voneinander lernen, um schlimmere Fälle von Missbrauch künftig vielleicht früher zu erkennen oder gar vermeiden zu können. Liebe Kolleginnen und Kollegen, lassen Sie uns deshalb künftig weiter gemeinsam dieses Thema diskutieren, betrachten, in den Fokus rücken und Lösungen suchen. Wir als FDP-Fraktion stimmen dem Entwurf natürlich zu, weil er einen großen Schritt für den Schutz der Kinder in unserer Gesellschaft bedeutet. Vielen Dank. (Beifall der FDP, der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie der Abg. Michael Wäschenbach und Dr. Christoph Gensch, CDU, und Dr. Joachim Streit, FREIE WÄHLER)
