Katrin Eder
Meine Damen, meine Herren, Herr Präsident! Es ist gar nicht so viel auszuführen, nachdem bereits viele Kolleginnen und Kollegen gesprochen haben. Lassen Sie mich noch einmal kurz die Strategie vorstellen. Es wird heute ein etwas komischer Eindruck erweckt, als hätte hier, in diesen heiligen Hallen, irgendjemand vor, kein Brennholz mehr zur Verfügung zu stellen. Ich verstehe das überhaupt nicht. Wenn man sieht, dass wir 620.000 Einzelfeuerungsanlagen in Rheinland-Pfalz haben und heute die Botschaft von hier rausgeht, jemand hätte vor, dass die Menschen kein Holz mehr in ihren Kaminen nutzen dürften, dann würde hiermit sehr viel Angst geschürt, die überhaupt nicht real ist. Herr Ehmann und insbesondere Herr Ludwig haben ausgeführt, dass ein Kompromiss gefunden worden ist, Holz weiterhin als erneuerbare Energie einstufen zu können. Ich glaube, insofern muss man keine Ängste schüren. Auch die großen Holzfeuerungsanlagen, das Co-Firing, Holz in Kohlekraftwerken usw. betreffen uns in Rheinland-Pfalz schlicht und ergreifend gar nicht. Herr Ehmann hat es ausgeführt. Ich möchte aber trotzdem, weil hier vieles durcheinandergeworfen und über das Recht des Volkes, in den Wald zu gehen und sich sein Brennholz zu holen, geredet wurde, einiges ausführen. (Zuruf des Abg. Thomas Weiner, CDU) Das ist mitnichten so, und es ist gut, dass das nicht mehr so ist, weil – es wurde ausgeführt – wir in Rheinland-Pfalz unseren Wald nachhaltig entwickeln. Wir haben den Klimawandel real existierend hier im Land. Ich werde in den nächsten Wochen den aktuellen Waldzustandsbericht vorstellen. Der Wald ist in keinem guten Zustand. Auch hat der Wald mehr Funktionen, als Brennholz zu liefern. Der Wald ist eine unserer wichtigsten CO -Senken. Sie werden demnächst auch sehen, dass in den vergangenen Jahren der sogenannte LULUCF-Sektor, nämlich die Kohlenstoffbindung insbesondere im Wald, in Mooren und in Böden, zurückgegangen ist. (Unruhe im Hause – Glocke des Präsidenten) – Danke. Das hat etwas damit zu tun, dass unser Wald krank und sein Zustand nicht der beste ist. Noch dazu ist der Wald ein Biodiversitätshotspot. Deswegen ist es auch wichtig, dass wir nicht alles aus dem Wald herausholen können. Ich nenne das Stichwort der Totholzdebatte. Dabei irritiert mich die Kleine Anfrage der FREIEN WÄHLER schon, in der tatsächlich nachgefragt wird, ob wir nicht das Totholz, das Kalamitätsholz, aus dem Nationalpark holen könnten, (Zuruf des Abg. Carl-Bernhard von Heusinger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) um es als Brennholz zur Verfügung zu stellen. – Nein, der Wald ist auch ein Biodiversitätshotspot. Wir haben heute bereits das Thema der Artenkrise im Hinblick auf den Einsatz von Pflanzenschutz besprochen. Auch dient der Wald der Naherholung. Unsere Strategie ist die nachhaltige Waldentwicklung, der Umbau des Waldes. Zum Klimaschutz gehört nichtsdestotrotz auch, dass wir Holz ernten und als Baustoff verwenden; denn ein modernes Holzhaus spart gegenüber der Verwendung von Beton etwa 40 t CO . Dabei fallen Reste an. Deswegen haben wir aus voller Überzeugung gerade letztes Wochenende eine sehr moderne Pelletanlage mit Unterstützung durch Solarthermie eingeweiht. Es wurde vorhin zitiert. Das werden wir auch künftig tun, fördern und weiter unterstützen. Die Kaskadennutzung ist aber durchaus richtig, indem wir sagen, in erster Linie wird unserer Wald nachhaltig entwickelt. Wir brauchen den Baustoff Holz. Was dann abfällt, kann zu Pellets verarbeitet und verbrannt werden. Natürlich wird es auch weiterhin das Brennholz für den Kamin, insbesondere als dezentrale, ländliche Energiequelle geben. Das steht außer Frage. Ich finde, wir sollten in diesem Haus in dieser Krisensituation im Winter nicht das Signal aussenden, dass die Leute vor irgendetwas Angst haben müssten. (Abg. Sven Teuber, SPD: So ist es!) Vielen Dank. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, der SPD und der FDP)
