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Stephan Wefelscheid

FREIE WÄHLER 23.11.2022 Sitzungen 18/32

Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ohne Zweifel schockiert uns der am 18. Oktober 2022 in Ludwigshafen-Oggersheim stattgefundene Messerangriff zutiefst, der zwei unserer Mitbürger das Leben kostete und bei dem ein weiterer Mensch schwer verletzt wurde. Wenn ein Mensch gewaltsam aus dem Leben gerissen wird, macht uns dies stets betroffen. Unsere Gedanken sind bei den Familienangehörigen und dem sozialen Umfeld, die einen Menschen verloren haben. Dieses Thema aber nun in der von der AfD gewählten Zielrichtung zum Gegenstand einer politischen Landtagsdebatte zu machen, ist falsch und geschmacklos. Dies ist weder die richtige Zeit noch der richtige Ort für eine solche Debatte. Nachdem die AfD-Fraktion den Messerangriff in Ludwigshafen bereits zum Gegenstand mehrerer Kleiner Anfragen und eines Berichtsantrags im Innenausschuss gemacht hat und diese erst jüngst im November von der Landesregierung beantwortet wurden, sehe ich keinerlei Bedarf, hier und jetzt mit Ihnen von der AfD Ihre zweifelhaften Forderungen nach politischen Konsequenzen aus dieser Tat zu diskutieren. Richtigerweise verweist der zuständige Justizminister Herbert Mertin in der Beantwortung der Kleinen Anfrage von Abgeordneten der AfD darauf, dass mit Blick auf den seither verstrichenen erst kurzen Zeitraum die Ermittlungen noch am Anfang und Fragen nach Tatmotiv und Täter noch unter dem Vorbehalt der endgültigen Klärung stehen. Die Aufklärung dieser erschreckenden Einzeltat ist Gegenstand laufender Ermittlungen. Dem sollten wir nicht vorweggreifen. Sie müssen es sich zudem gefallen lassen, dass selbst in Anbetracht einer solchen schwerwiegenden Tat das Persönlichkeitsrecht des Beschuldigten zu wahren ist, mit Blick auf dessen schutzwürdige Interessen manche Auskünfte grundsätzlich vertraulich zu behandeln sind und hierzu nur Auskunft in einer vertraulichen Sitzung des zuständigen Ausschusses des Landtags gegeben werden kann, wozu sich die Landesregierung aber selbstverständlich bereit erklärt hatte. Es ist durchschaubar, welches Ziel die AfD auch vor dem Hintergrund ihrer Kleinen Anfragen mit dem Thema ihrer Aktuellen Debatte hier verfolgt. Im Vertrauen auf den Rechtsstaat wird sich der Täter für seine Tat vor Gericht aber nicht zum Anlass nehmen, unter dem von der AfD vorgeschobenen Deckmantel der Kriminalitätsvorbeugung und Kriminalitätsbekämpfung über deren Ansichten zur Zuwanderungspolitik zu debattieren. Aus dem für uns gebotenen Anstand und Respekt vor den Angehörigen der Opfer und diesem Hohen Haus wollen wir FREIEN WÄHLER deshalb gar nichts mehr zu dieser Aktuellen Debatte sagen. Vielen Dank. (Beifall der FREIEN WÄHLER, bei der SPD, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie der Abg. Cornelia Willius-Senzer, FDP –

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