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Steven Wink

FDP 07.07.2022 Sitzungen 18/27

Herr Präsident, vielen Dank! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Zeit, Zeichen zu setzen, das war das große Motto des 40. Tages der Organspende am 4. Juni 2022. Zahlreiche Mitmachaktionen sollen zum Nachdenken über das Thema „Organspende“ anregen. Doch sind es die Schicksale einzelner Menschen, die ans Herz gehen. Eine 43-jährige, dreifache Mutter, beruflich erfolgreich bei einer Bank, lebt – das ist der entscheidende Punkt – seit 24 Jahren mit einer Spenderleber. Dies ist nur ein Beispiel von unzähligen Menschen, die zeigen, wie wertvoll, im wahrsten Sinne des Wortes, und lebenswichtig die Themen „Transplantation“ und „Organspende“ für unsere Gesellschaft sind. Unser Bundesland ist sehr aktiv, wenn es um die positive Einstellung gegenüber Organspenden geht. Wir müssen es uns aber weiterhin zur Aufgabe machen, dass die Menschen ihren Willen, egal wie dieser aussehen mag, schriftlich festhalten; denn aktuell warten über 400 Menschen in RheinlandPfalz auf eine Organspende. Einerseits erfreulich ist, dass es in den Jahren der Pandemie zwischen 2020 und 2022 nahezu gleichbleibende Spenderzahlen und Transplantationszahlen gab. Erst Anfang 2022 kam es zu einem Einbruch, 26 % weniger Organspender und 22 % weniger Transplantationen. Gründe hierfür sind unter anderem – die Vorredner haben es schon angemerkt – die durch die hohe Inzidenz ausgelösten Personalausfälle in den Kliniken, aber auch durch positive Befunde ausgeschlossene Spenderinnen und Spender sowie die signifikant höhere Zahl der Patienten mit Herz-Kreislauf-Versagen, wodurch eine Organentnahme unmöglich wurde. Allgemein betrachtet wurden gemäß einer Umfrage der Deutschen Transplantationsgesellschaft Lebendspenden in fast allen Transplantationszentren bis zum Spätsommer ausgesetzt. So konnten aber eventuelle Risiken für Spender und Empfänger durch eine COVID-19-Infektion nach der Operation vermieden werden. Aktuell ist in vielen deutschen Zentren die LebendspendeTransplantation wieder aufgenommen worden. Letztendlich ist aber festzuhalten, die gute medizinische Versorgung hat dazu beigetragen, dass in der Pandemie transplantationsmedizinische Eingriffe ohne Beeinträchtigung durchgeführt werden konnten und es zu keiner nennenswerten Abnahme kam. Auch auf dem bisherigen Gipfel der Pandemie reichten die Intensivkapazitäten, Beatmungs- und Dialyseressourcen aus, sodass alle Patienten die lebensrettenden Maßnahmen erhielten. (Abg. Kathrin Anklam-Trapp, SPD: Richtig gut!) Auch wenn zahlreiche Betten für COVID-19-Patienten reserviert und die Kliniken aufgefordert wurden, elektive Eingriffe zu verschieben, Transplantationen, zumindest wenn es sich um postmortale Spenden handelt, gehören nicht zu den elektiven Eingriffen. Sie sind weder planbar noch verschiebbar. Steht ein Organ zur Verfügung, wird das Zentrum des möglichen Empfängers eingebunden, das den Patienten informiert und vorbereitet. Das Transplantationsprogramm einzustellen, wäre also mit großen Einbußen in der durch Transplantation erreichbaren Lebensqualität der Patienten einhergegangen. Deshalb sind die Transplantationsmedizin, die Organspende und deren Aufklärung weiterhin ein zentrales Muss und zentrales Thema in unserer Gesellschaft und unserer Politik. Danke schön. (Beifall der FDP, bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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