Philipp Fernis
Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine sehr verehrten Damen und Herren! Ja, natürlich hat auch für die Fraktion der Freien Demokraten im rheinlandpfälzischen Landtag die Versorgung mit Arzneimitteln, für die unsere niedergelassenen Apotheken im Land immer noch eine herausragende Rolle spielen, eine hohe Priorität. Deswegen ist es natürlich wichtig, dass wir auch in Rheinland-Pfalz im Stande sind, den entsprechenden pharmazeutischen Nachwuchs auszubilden. Diese Ausbildungssituation ist – das kann man nicht schönreden – im Moment nicht so, wie wir uns das alle wünschen; deswegen bin ich dem Wissenschaftsminister sehr dankbar, dass er sich unmittelbar mit Blick auf die räumliche Situation des Standorts darum gekümmert hat und ein entsprechendes Raumkonzept auf den Weg gebracht wird. Ich will aber in dieser Debatte auch gleichzeitig darauf hinweisen, dass die Laborkapazitäten, die im Moment räumlich die Engstelle bilden, dadurch aufgefangen werden, dass zusätzliches Personal bereitgestellt wird – das Land hat die Kosten hierfür übernommen –, um die pharmazeutische Fakultät in die Lage zu versetzen, diesen Engpass auszugleichen, das heißt, trotz verringerter räumlicher Kapazität weiterhin die Anzahl der Studierenden gleichzuhalten. Somit haben wir es zwar mit einem Problem zu tun, das glücklicherweise baulich gelöst werden kann, jedoch nicht mit einem Problem, welches tatsächlich die Anzahl der Studierenden einschränkt. (Vizepräsident Matthias Lammert übernimmt den Vorsitz.) Ja, die Nachfrage nach entsprechenden Studienplätzen ist hoch; gleichzeitig ist aber die pharmazeutische Fakultät in Rheinland-Pfalz eine vergleichsweise kleine Fakultät; denn wenn man sich einmal die Anzahl der Apotheken pro 100.000 Einwohner ansieht, ist diese Zahl überdurchschnittlich groß. Ja, es ist also schwierig, Menschen zu finden, die in die Nachfolge einer Apotheke eintreten wollen. Das gilt für andere Fälle auch, etwa für Arztpraxen, für Kanzleien oder für freie Berufe. Wir merken, dass es junge Menschen nicht mehr so in die Selbstständigkeit zieht. Das ist an dieser Stelle der zentrale Punkt. Es sind wirtschaftlich tragfähige Apotheken, und der Nachwuchs ist auch da; aber wir müssen uns auch einmal damit beschäftigen – ich glaube, diese Debatte ist ein Anlass dazu, das zumindest auch mit in den Blick zu nehmen –, welches die Rahmenbedingungen sind und warum junge Menschen heute die Selbstständigkeit nicht mehr in dem Maße anstreben, wie es noch in der Vergangenheit der Fall war. Gleichzeitig ist aber die Versorgung in der Fläche mit Apotheken in RheinlandPfalz immer noch gut und immer noch überdurchschnittlich. Weiterhin haben wir auch ansonsten in den letzten Jahren eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um uns genau darum zu kümmern, dass der Ausbildungsberuf für den Nachwuchs für die Apotheken, der eben nicht nur aus Apothekerinnen und Apothekern besteht, sondern vor allem auch aus pharmazeutischen Assistenten, die maßgeblich das Alltagsgeschäft bestreiten, attraktiver wird, weil kein Schulgeld mehr gezahlt werden muss. Auch das ist ein Schritt, um die Versorgung mit Apothekerinnen und Apothekern im Land zu stärken. Ja, auch die pharmazeutische Industrie – das hat Kollegin Rehak-Nitsche schon angesprochen – hat einen hohen Bedarf an entsprechenden Fachkräften. Da ist aber in der Regel gar nicht derjenige der Gefragteste, der ein vollständiges Pharmaziestudium durchlaufen hat, sondern die pharmazeutische Industrie sucht hoch qualifizierte Spezialisten. Da gibt es Studiengänge, zum Beispiel Biomedizinische Chemie, das man in Mainz studieren kann, und die Studiengänge in Pirmasens, die angesprochen worden sind. Das sind oftmals Leute, die nach einem Bachelorabschluss ganz spezifisch auch für den Bedarf der forschenden Unternehmen weiterqualifiziert werden, sodass wir gerade erfreulicherweise in der Lage sind – wir sehen das doch auch –, dass die rheinland-pfälzischen Pharma-Unternehmen gerade auch hier im Land und hier am Standort massiv investieren. Das zeigt uns doch, dass es natürlich gelingt, für attraktive Standorte und attraktive Arbeitsorte hier im Land hoch qualifizierte Arbeitskräfte für die Unternehmen zu rekrutieren; sonst würden diese das schließlich nicht tun. Das sind Wirtschaftsunternehmen, die sich vor allen Dingen an ihren Chancen orientieren. Ganz offensichtlich sind die Chancen für solche Unternehmen hier in Rheinland-Pfalz ganz hervorragend. Ansonsten gäbe es die hohen Investitionssummen, die wir erfreulicherweise gerade sehen können, nicht. Alles in allem kann man zusammenfassen: Ja, wir müssen beim Neubau Pharmazie etwas tun. Ja, wir sind das Thema angegangen. Ja, bauen ist im Moment schwierig, aber auch dieses Problem – davon bin ich überzeugt – wird die Landesregierung einer Lösung zuführen. Herzlichen Dank. (Beifall der FDP, der SPD und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
