Fabian Ehmann
Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Lieber Herr Brandl, das passt ganz gut zu dem Punkt, auf den ich in der zweiten Runde eingehen wollte, weil ich auch in der ersten Runde nicht behauptet habe, dass wir den gesamten grünen Wasserstoff mit erneuerbaren Energien aus Deutschland herstellen. Ich habe gesagt, wir brauchen Lieferbeziehungen innerhalb Europas. Wir müssen das ganze Thema – die Ministerin hat es angesprochen – auch unter den geopolitischen Aspekten, die sich nach dem Angriffskrieg ganz anders geändert haben, betrachten. Das heißt, es geht auch darum, europäische Lieferbeziehungen und ein europäisches Netz aufzubauen; denn grüner Wasserstoff aus erneuerbaren Energien – wenn wir sagen, wir wollen von fossilen Energien wegkommen – ist natürlich nicht nur ökologisch und klimapolitisch sinnvoll, sondern auch sicherheitspolitisch geboten. Deswegen brauchen wir natürlich europäische Lieferbeziehungen, auch globale Lieferbeziehungen. Das habe ich gar nicht negiert. Warum bauen wir jetzt die LNG-Terminals in Norddeutschland im Eiltempo? Sie sollen Ende des Jahres fertig werden. Sie sollen nämlich auch wasserstoffready sein und dann aus Norddeutschland per Pipeline oder auch per Schiff den Wasserstoff nach Mittel- und Süddeutschland bringen, wo er in Ludwigshafen oder wo auch immer gebraucht wird. Deswegen sage ich ganz klar: Mein zweiter Punkt war, Lieferbeziehungen jetzt auch aufgrund der geopolitischen Lage zu diversifizieren, aber sich auch über grünen Wasserstoff unabhängig von fossilen Energien zu machen. Wenn wir sagen, erneuerbare Energien sind Friedens- und Freiheitsenergien, dann ist grüner Wasserstoff auch das Produkt, das Frieden und Freiheit schafft. Wir wollen im Idealfall keinen Wasserstoff, der aus Steinkohle, Atomstrom oder Erdgas von Russland stammt. Das muss auch zur Wahrheit dazugehören. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, der SPD und der FDP) Das heißt, wenn wir es jetzt schaffen, geopolitisch so zu denken, dann müssen wir auch für Unternehmen hier sagen. Ich habe gesagt, die Verfügbarkeit von Wasserstoff wird ein Standortfaktor werden. Wir müssen das daher auch für Daimler in Wörth, die BASF in Ludwigshafen, Schott in Mainz und die KMU so denken, dass wir keine Lieferbeziehungen im Idealfall mit Wasserstoff eingehen, der aus autokratischen Ländern mit fossilen Energien kommt, mit dem man sich wieder abhängig und erpressbar macht. Das Ganze mit der beschleunigten Energiewende zusammenzubringen und zusammenzudenken ist, denke ich einmal, der Weg, den wir jetzt gehen müssen. Deshalb hat das ganz gut gepasst. Das konnten wir noch einmal in der zweiten Runde erörtern. Danke schön. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, der SPD und des Abg. Philipp Fernis, FDP)
