Patric Müller
Herr Präsident, meine Damen und Herren! Zum Zeitraum des vorliegenden 14. Energieberichts – im Rahmen des gesetzlichen Auftrags der Landesregierung zur Unterrichtung der Öffentlichkeit – , nämlich zu den Jahren 2018 bis 2019, stelle ich zunächst fest, dass das zumindest vor meiner Zeit hier im Plenum war. Umso intensiver habe ich mir die hierin befindlichen Zahlen, welche sich an den Vorgängerberichten aus den Jahren 2007 bis 2019 orientieren, sowie die Erweiterung um das Kapitel „Versorgungssicherheit durch Flexibilisierung des Energieversorgungssystems“ in ihrer Bilanz etwas genauer betrachtet, ebenso das neu gefasste, unter 3.8 zu findende Kapitel mit dem Titel „Gesamtwirtschaftliche und -gesellschaftliche Effekte der Energiewende“, welches die Beiträge zu den Themenpunkten „Finanzielle Vorteile“, „Bürgerenergiegenossenschaften“ und die „Rolle der Kommunen“ beinhaltet. Im sogenannten Factsheet weist der Bericht für beide Jahre in seinen Daten im Verhältnis Verbrauch zu Erzeugung einen hieraus stammenden ErneuerbareEnergien-Anlagen-Anteil in Höhe von rund 51 % aus. Größten Anteil hierbei hatte die Windenergie, gefolgt von der Solarenergie. Diese Energieformen tragen mit vielen weiteren verlässlich zur gesamten regenerativen Stromerzeugung bei, welche aus rund 212.500 errichteten Anlagen stammt. Diese Zahl der errichteten Anlagen wurde, zum Vergleich, in den Jahren 2020 und im ersten Halbjahr 2021 bereits deutlich überschritten, und die installierte Leistung wurde somit zwangsläufig um ein Vielfaches erhöht. Beide Kurven verlaufen demnach stetig nach oben. Mit einem Anteil von 75 % bezogen auf den Stromverbrauch des Landes hat die rheinland-pfälzische Stromerzeugung im Jahr 2019 einen neuen Rekordwert erreicht. Dieser Verbrauch hat sich in den letzten zehn Jahren kaum verändert und lag durchschnittlich bei 29 Terrawattstunden. Jetzt ein abstrakter Vergleich: Dies entspricht der 24-fachen Leistung des Blitzes aus dem Hollywoodklassiker „Zurück in die Zukunft“. (Heiterkeit und Beifall bei der SPD sowie des Abg. CarlBernhard von Heusinger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Doch zurück zur Gegenwart. Dieser Wert des Stromverbrauchs konnte durch den Anteil der erneuerbaren Energieträger mit rund 40 % gedeckt werden. Windenergie und Photovoltaik haben heute in Rheinland-Pfalz einen Anteil von über 81 % an der regenerativ erzeugten Strommenge und von fast 94 % an der installierten regenerativen Stromerzeugungsleistung. Der Ausbau der erneuerbaren Energien wird auch in den kommenden Jahren wesentlich durch den Ausbau der Windenergie und der Photovoltaik getragen werden. Zur eingangs erwähnten Stromversorgungssicherheit ist festzustellen, dass Rheinland-Pfalz im bundesweiten Vergleich regelmäßig in der Spitzengruppe liegt und in den zurückliegenden zehn Jahren sogar siebenmal die Spitzenposition einnahm. Eine effiziente und weitestgehend vollständige Integration erneuerbarer Energien in sichere Versorgungsstrukturen erfordert die Flexibilisierung des gesamten Energiesystems. Mit der Energiespeicherung steht hierfür eine weitere technische Option zur Verfügung, die bereits heute in sehr unterschiedlichen Anwendungsfeldern genutzt wird. So hat zum Beispiel in den zurückliegenden Jahren der Einsatz von PVBatteriesystemen zur Erhöhung der Eigenstromversorgungsquote insbesondere in privaten Haushalten an Bedeutung gewonnen, Tendenz steigend. Mit dem dynamischen Ausbau der erneuerbaren Energien öffnen sich zudem Chancen für Handwerk, Industrie, Kommunen und Zivilgesellschaft. Die Energiewende braucht außerdem engagierte Menschen, die Bürgerenergiegenossenschaften voranbringen, um ihren eigenen Strom oder ihre Wärme direkt vor Ort zu erzeugen, zu verbrauchen oder auch zu verkaufen. Mit dieser Umsetzung stärken sie die regionale Wertschöpfung und die Akzeptanz der Energiewende. Hierfür haben sie bisher über 80 Millionen Euro in die verschiedensten Projekte investiert. Die Kommunen sind ebenso ein Schlüsselakteur für eine erfolgreiche Energiewende. Sie haben enormen Einfluss auf die Umsetzung von Klimaschutz- und Energieeffizienzmaßnahmen. Von der Planung klimaneutraler Baugebiete bis zum eigenen Liegenschaftsenergiecontrolling, beides wird seit Jahren durch die entsprechenden Landesprogramme und durch Beratung der Energieagentur unterstützt. (Glocke des Präsidenten) Mittel- und langfristig soll kommunales Energiemanagement daher zum Standard der rheinland-pfälzischen Gemeinden werden. Meine Damen und Herren, das waren jetzt knapp 3 von 260 Seiten. Ich empfehle allen, das Gesamtwerk zu lesen. Es lohnt sich. Die Fraktion der SPD nimmt den 14. Energiebericht dankend zur Kenntnis und freut sich bereits heute auf den im zweijährigen Turnus zu erstellenden 15. Bericht, welcher im Ergebnis eine weitere Steigerung im Hinblick auf das Erreichen unserer ambitionierten Klimaziele haben wird. Deshalb das Schlusszitat aus dem vorhin erwähnten Film: Wir sehen uns in der Zukunft. – Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP – Vereinzelt Heiterkeit bei der SPD)
