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Dr. Anna Köbberling

SPD 09.06.2022 Sitzungen 18/25

Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Landesregierung kann die Folgen gesellschaftlicher Entwicklungen mit viel Glück und guten politischen Maßnahmen abmildern, aber sie kann natürlich diese Entwicklung nicht aufhalten. Dazu zählt natürlich der demografische Wandel, und, liebe Petra Schneider, dazu zählen auch die Entwicklungen, die zur Abschaffung der Hauptschule geführt haben; denn natürlich war das keine Entscheidung mal eben am grünen Tisch, sondern das war eine Abstimmung der Eltern und der Schülerinnen und Schüler mit den Füßen. (Abg. Michael Frisch, AfD: Aber die hatte Gründe!) – Natürlich hatte sie Gründe. Deshalb ist Ihre neue Politik oder Ihr Vorhaben, so etwas mit einer Handwerks- und Gewerbeschule als neue Restschule wieder einzuführen, genau der falsche Weg. (Zuruf des Abg. Michael Frisch, AfD) Mich haben hier im Plenum dieselben Dinge aufgebracht wie den Kollegen Steven Wink, nämlich dass Sie wieder eine Dreigliedrigkeit haben wollen, von der sozusagen jeder Bildungsgang einer bestimmten weiteren Bildung zugeordnet ist. Sie haben dann als Letztes die Handwerks- und Gewerbeschule als Restschule für die, die dann bitte ins Handwerk gehen sollen. Das ist genau der falsche Weg. Wir müssen das Gegenteil tun. Wir müssen eine Durchlässigkeit unserer Schulabschlüsse und unserer gesamten Bildungsgänge haben, und wir müssen vor allem das Handwerk für Abiturienten attraktiv machen. Wir müssen klarmachen, das ist eine hochqualifizierte Ausbildung, die einem Hochschulstudium ebenbürtig ist. Das ist wichtig. Wir müssen übrigens eine Durchlässigkeit in beide Richtungen haben. Das ist auch wichtig. Wir müssen auch einen Weg für die finden – ich glaube schon, dass wir da gemeinsam mit den Hochschulen und den Handwerkskammern noch einmal an Konzepten arbeiten können –, die bemerken, dass ein Hochschulstudium doch zu theorielastig ist, um sie stärker zu motivieren, den Weg zurück in eine duale Ausbildung zu finden, weil die eben gleichwertig ist. Was heißt zurück? Zurück ist das falsche Wort. Da müssen wir ein anderes Wording finden. (Abg. Michael Frisch, AfD: Haben wir doch gefordert!) Das ist doch das Ziel unserer ganzen Bildungspolitik. Jetzt noch ein Wort zur CDU. Sie hatten in den Haushaltsberatungen angekündigt, dass Sie innovative Ansätze zur Behebung des Fachkräftemangels in der dualen Ausbildung vorschlagen möchten. Wir warten bis heute auf diese innovativen Ansätze. Wir haben Ihnen im Laufe dieser Plenardebatte ein ganzes Paket von Maßnahmen genannt, die bereits gefahren werden. (Glocke des Präsidenten) Das reicht von den Feriencamps über die Elternkampagne, die MINT-Förderung, den ovalen Tisch usw. usw., aber wir warten noch auf die innovativen Ansätze von Ihrer Seite, die geeignet sind, diese demografische Entwicklung ein Stück weit aufzuhalten. Danke schön. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie des Abg. Philipp Fernis, FDP)

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