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Petra Schneider

CDU 09.06.2022 Sitzungen 18/25

Das fehlt heute in den Lehrplänen gänzlich; denn wenn die Jugendlichen in der Schullaufbahn keinen Kontakt zu den Kernkompetenzen von Fachkräften bekommen, liegt es auf der Hand, dass bei ihnen auch kein Interesse dafür geweckt wird. Vereinzelt werden an Realschulen Pilotprojekte wie das BiGProjekt angeboten. Wir brauchen dringend mehr von solchen Projekten, und vor allem muss in allen Schulreformen ein praxisbezogenes Fach in den Lehrplan aufgenommen werden. Jedes Jahr werden hohe Summen für die Förderung der Hochschulen und Universitäten gezahlt, was auch an dieser Stelle sicherlich richtig und wichtig ist. Gleichzeitig werden aber Berufsschulklassen geschlossen, und die fachliche Ausbildung wird auf wenige Standorte im ganzen Land eingedampft. Die Landesregierung muss dafür sorgen, dass wieder flächendeckend alle Ausbildungsberufe an den Berufsschulen angeboten werden. Mein letzter Punkt bezieht sich auf die gesellschaftliche Anerkennung von Fachkräften. Das war ein wichtiges Anliegen, was an mich während meines Besuchs auf der Ausbildungsmesse Azubispots am vergangenen Freitag in Koblenz herangetragen wurde. Hier besteht Arbeitsbedarf. Die Landesregierung muss sich dafür einsetzen, dass Abitur und Studium nicht der einzige anerkannte Werdegang in der Vita sein dürfen. Es sollte allen klar sein, dass das Handwerk und der Handel goldenen Boden haben. Die vollen Auftragsbücher zeigen, dass der Bedarf da ist und noch langfristig da sein wird. Die Unternehmen tun bereits jetzt eine Menge dafür, mehr Fachkräfte zu gewinnen. So gehen sie auf die Bedürfnisse der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein und bieten fortschrittliche Arbeitszeitmodelle wie eine Vier-Tage-Woche. Sie locken mit Vorteilen wie kostenlosen E-Bikes, Firmenwagen, Betriebswohnungen, Führerschein usw. und bieten übertarifliche Bezahlungen an. Sie werben mit einer Übernahmegarantie nach der Ausbildung. Das ist alles nicht ausreichend. Jetzt ist es die Aufgabe der Landesregierung, durch mehr Berufskoordinatoren und mehr Berufsinformationstage diese Angebote an die Zielgruppe heranzutragen. Die Corona-Pause in der Berufsfindung muss endlich beendet werden, und sie muss wieder hochfahren, und dies stärker als zuvor. An diesen Stellen muss die Landesregierung ansetzen. Es braucht mehr Engagement, und die Probleme müssen effektiv gelöst werden. Vielen Dank. (Beifall der CDU, bei der AfD sowie des Abg. Helge Schwab, FREIE WÄHLER)

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