Steven Wink
Verehrter Herr Präsident, verehrte Kolleginnen und Kollegen! Ein Besuch der Kinder bei dem Logopäden, der Gang zur Physiotherapie oder auch die Inanspruchnahme einer Ergotherapie, all das sind wichtige Hilfsmittel, die uns Menschen im Alltag funktions- und auch leistungsfähig halten. Systemrelevante Berufe wie diese sind für die Koalition durchaus mehr als einen symbolisch dankenden Applaus wert. Doch der Fachkräftemangel in Gesundheitsberufen führt auch in diesem Bereich dazu, dass der eine oder andere bereits Probleme gehabt hat, zeitnah einen Platz bei einer Logopädie oder Physiotherapie zu erhalten. Diesem müssen wir auch mit finanziellen Mitteln entgegentreten, um diese Lücke langfristig und nachhaltig zu schließen. Hierzu stellte die Koalition der Landesregierung im Jahr 2022 im Haushalt 2,2 Millionen Euro zur Verfügung, im Jahr 2023 sogar 4,5 Millionen Euro. So können ab Juli 2022 rund 940 Ausbildungsplätze mit einer monatlichen Pauschale bis zu 400 Euro bezahlt werden. Das ist ein richtiger und wichtiger Schritt in Richtung Fachkräftegewinnung und Fachkräftesicherung sowie ein Zeichen der Wertschätzung. Wir wollen die Zahl der Ausbildungen deutlich erhöhen. So können wir auch dem Trend entgegenwirken, welchen das Journal of Health Monitoring des Robert KochInstituts verzeichnet. Dort wird aufgezeigt, dass innerhalb eines Jahres bundesweit 9,6 % der Kinder und Jugendlichen Physiotherapie, 6,1 % Logopädie und 4 % Ergotherapie in Anspruch nehmen. Werfen wir nun einen Blick auf Rheinland-Pfalz, so erkennen wir, dass wir laut Statistik an den Schulen des Gesundheitswesens und den berufsbildenden Schulen insgesamt 1.681 Auszubildende in der Physiotherapie, 456 in der Ergotherapie und 148 in der Logopädie haben. Das sind sehr gute Zahlen, welche wir als Koalition aber noch weiter deutlich steigern wollen. (Beifall bei der FDP, bei der SPD und bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Aus diesem Grund haben wir den Entschluss gefasst, weiter intensiv in diese Gesundheitsberufe zu investieren, und fördern unsere Auszubildenden; denn diese prägen unser Land dank menschennaher und menschenfreundlicher Arbeit. Wir glauben, Menschen zu helfen, ist eine wertvolle Berufung, die wir nicht genug wertschätzen können. Somit sehen wir es als angebracht, eine Schulgeldfreiheit zu schaffen, die im Endeffekt auch zu mehr Freiheiten für diese angehenden Auszubildenden führt. Die finanziellen Pläne wurden bereits im Haushalt verankert und stellen eine Maßnahme dar, die auf Wünschen und Forderungen basiert, auf Wünschen und Forderungen der Schülerinnen und Schüler in Gesundheitsfachberufen. Zielsetzung wird das Schließen der Fachkräftelücke, die Attraktivitätssteigerung der Gesundheitsfachberufe und die Unterstützung sein; denn die finanziellen Mittel der Auszubildenden reichen oftmals nicht aus, dieser Berufung ordnungsgemäß nachgehen zu können. Eine Investition, mit der wir als Land dem Bund gegenüber in Vorleistung treten und hoffen, für die nächsten Generationen und unser Gesundheitswesen einen weiteren richtigen Schritt getan zu haben. Vielen Dank. (Beifall der FDP, der SPD und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
