Ellen Demuth
Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! So, jetzt geht es eigentlich noch einmal um mein Leib- und Magenthema „Frauen“. Ich freue mich, jetzt zu diesem Punkt zu Ihnen zu sprechen. Meine Damen und Herren, wir haben das Jahr 2022. Sie haben sicherlich alle die Bilder gesehen von der Sicherheitskonferenz in München, vom Lunch der CEOs der deutschen Sicherheitsindustrie. Alles Männer, alle in der gleichen Peergroup, alle in den gleichen Anzügen, alle im gleichen Alter, keine einzige Frau an diesem Tisch. Ist das noch zeitgemäß für das Jahr 2022, meine Damen und Herren? – Ich sage Nein. (Beifall der CDU sowie der Abg. Jutta Blatzheim-Roegler und Pia Schellhammer, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Mir geht es nicht um stupide Identitätspriorisierung. Mir geht es nicht darum, dass einfach irgendwelche Frauen oder irgendwelche Menschen mit anderen Hautfarben dort sitzen, sondern mir geht es wirklich darum, dass wir eine Machtverteilung auf allen Ebenen haben, die zeitgemäß ist und die uns Konflikte in Problemlagen dann so lösen lässt, dass viele kluge Köpfe mit unterschiedlichen Lebensrealitäten am Tisch sitzen, die die Probleme in Angriff nehmen und mit ihren jeweiligen Horizonten gemeinsam lösen. Ich denke, das ist die konstruktivste Art und Weise heutzutage und die zeitgemäßeste, an Herausforderungen der aktuellen Situationen des aktuellen Jahres heranzugehen. Deshalb müssen wir Strukturen stärken, meine Damen und Herren. Ich befürworte alle Maßnahmen, die Sie in diesem Bereich in diesem Haushalt auf den Weg bringen. Wir haben die jahrelang gefordert. Unterstützung der Frauenhäuser, der Hilfetelefone etc., alles im Bereich „Frauen“. Es geht aber auch darum, die Gleichstellungsmaßnahmen zu stärken, die Eingliederungsmaßnahmen in den Arbeitsmarkt. Diese Punkte spreche ich hier an, weil das nicht allen Fraktionen in diesem Hause am Herzen liegt (Glocke der Präsidentin) und ich deshalb noch einmal darauf hinweisen möchte, dass wir ausdrücklich dahinterstehen. Frau Präsidentin, ich darf zum Ende meiner Rede sagen: Ich würde mir wünschen, dass die Finanzministerin sich besonders dafür einsetzt, den sozialen Wohnraum für Frauen auszubauen. Ich glaube, das ist in Anbetracht der aktuellen Krise mit den Tausenden Flüchtlingen, die Wohnraum benötigen, dringend erforderlich. Ebenso wäre es eine große Stütze für Frauen, die aus Frauenhäusern kommen oder aus anderen prekären Situationen heraus neuen Wohnraum benötigen. (Beifall der CDU) Ich darf deshalb die Koalitionsfraktionen um Unterstützung bitten, und freue mich, wenn wir an diesen Projekten gemeinsam arbeiten. (Beifall der CDU und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
