Hendrik Hering
Verehrte Kolleginnen und Kollegen, verehrte Zuschauerinnen und Zuschauer! Yasmin Bux und Alexander Klos sind tot. Sie wurden brutal und hinterhältig ermordet. Ermordet aus niederen Beweggründen, mit einer Kaltblütigkeit, die mir den Atem verschlägt. Vor den beiden jungen Menschen lag noch ein ganzes Leben. Der Schmerz, den ihre Familien, Freundinnen und Freunde sowie ihre Kolleginnen und Kollegen aushalten müssen, ist unvorstellbar. In den vergangenen Wochen haben die Hinterbliebenen viel Mitgefühl und Unterstützung aus ganz Deutschland wie auch aus unseren Nachbarländern und Partnerregionen erfahren. Diese große Anteilnahme kann den Angehörigen und Freunden den Schmerz nicht nehmen, aber sie zeigt, wir denken an sie, sie sind nicht allein. Ich darf Sie daher bitten, sich zum Gedenken an die beiden jungen Menschen zu erheben. (Die Anwesenden erheben sich von ihren Plätzen) Danke. (Die Anwesenden nehmen ihre Plätze wieder ein) Yasmin Bux und Alexander Klos waren Polizeibeamte. Ihr Dienst ist die Voraussetzung für unsere Sicherheit. Sie riskieren für uns nicht weniger als ihr Leben. Das sollten wir nie vergessen; denn unsere Demokratie funktioniert nur mit einer starken Polizei, die wir angemessen ausstatten und deren persönliches Risiko wir so gering wie möglich halten müssen. Unsere Polizei verkörpert das staatliche Gewaltmonopol. Das ist ein sperriger Begriff, aber es ist ein hohes Gut. Es schützt nicht weniger als die demokratische Grundordnung. Es schützt Bürgerinnen und Bürger, ist die Voraussetzung für Rechtsstaatlichkeit und ein friedliches Zusammenleben. Nur vom Staat darf der legitimierte Einsatz von Zwang im Rahmen rechtsstaatlicher Gesetze ausgehen. Nur auf diese Weise schützen wir das Wesen der Demokratie, Konflikte grundsätzlich gewaltfrei zu lösen. Für die Erfüllung dieser wichtigen Aufgabe gebührt Yasmin Bux und Alexander Klos sowie der gesamten Polizei großer Dank und großer Respekt. Das ist etwas, auf das dieses furchtbare Verbrechen ein weiteres Schlaglicht wirft. Wie wollen wir eigentlich miteinander umgehen? Es ist für mich unbegreiflich und unerträglich, dass es Menschen gibt, die diese Tat beklatschen und sich darüber freuen, die in der vermeintlichen Anonymität des digitalen Raums den gewaltsamen Tod dieser jungen Menschen begrüßen und zu weiteren Taten aufrufen. Wo sind wir eigentlich hingekommen, dass Polizistinnen und Polizisten, Rettungskräfte, Feuerwehrleute, Bürgermeisterinnen und Bürgermeister beleidigt, bedroht, körperlich angegriffen werden, während sie ihren Dienst für uns, für unser Zusammenleben, ausüben? Es ist nur folgerichtig und dringend notwendig, entsprechende Äußerungen konsequent strafrechtlich zu verfolgen. Auch wenn die große Mehrheit der Bevölkerung hinter der Polizei, der Politik, der Demokratie steht: Wir müssen achtsam sein, noch genauer hinschauen und niemals wegsehen. Der Tod der beiden Menschen verpflichtet uns dazu; denn sie waren zwei aus unserer Mitte, waren zwei von uns. Wir werden Yasmin Bux und Alexander Klos niemals vergessen.
