Marco Weber
Sehr geehrter Herr Präsident, meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte mich in meinem Redebeitrag nicht auf Zahlen, sondern auf Maßnahmen bzw. auf Ausblicke konzentrieren, aber vielleicht auch noch einmal ein bisschen in die Vergangenheit schauen. Die Zahlen sind von den Kollegen und Kolleginnen alle genannt worden, wie sich die Situation im Wald, im rheinland-pfälzischen Wald darstellt. An dieser Stelle danke ich für die Erstellung des Waldzustandsberichts. Meine sehr geehrten Damen und Herren, die Zahlen sind schlecht. Die Zahlen geben aber auch her, dass in den letzten vier Jahren – ich nehme jetzt einmal die letzten vier Jahre zusammen – durch den Borkenkäfer gerade unser Brotbaum in Rheinland-Pfalz, die Fichte, einer sehr großen Herausforderung ausgesetzt worden ist, die im Prinzip die Sägewerke in die Lage versetzt hat, Holz zu schneiden und zu liefern. Es stellt sich aber die Frage, was in den nächsten Jahrzehnten nach der Fichte auf diesen Flächen wachsen wird bzw. man muss sich die Frage stellen, welches Holz in den Sägewerken künftig in Rheinland-Pfalz, in Deutschland geschnitten wird, um Bauholz, um Dachstühle, um – wenn wir uns den Plenarsaal anschauen – auch Möbelholz herzustellen. (Zuruf des Abg. Martin Haller, SPD) Da gibt es verschiedene Konzepte, die vonseiten des Landes Rheinland-Pfalz auch gefördert werden. Es wird auch die Personalsituation angesprochen. Wir haben in RheinlandPfalz im Forstbereich einen Aufwuchs und werden künftig zusätzliches Personal bei den Forstämtern etablieren. Auch der Nachwuchs ist gesichert, aber nach meiner Meinung muss dort künftig noch nachgelegt werden. Wenn wir die letzten vier Jahre Revue passieren lassen, haben wir eine Umstellung der Holzvermarktung erlebt. Die Rahmenbedingungen, weshalb wir das machen mussten, hat bereits Kollege Steinbach genannt. Die Holzvermarktung ist in Rheinland-Pfalz in fünf kommunalen Gesellschaften aufgebaut worden. Neben diesen kommunalen Holzvermarktungsgenossenschaften haben wir auch bei dem einen oder anderen Waldverein gerade im nördlichen Rheinland-Pfalz – ob im Bereich Daun oder Bitburg-Prüm – Holzvermarktungsgesellschaften, die diese Vermarktung übernehmen. Das ist einer der Wege, die wir weiterhin gehen werden, um die Vermarktung des Holzes in Rheinland-Pfalz sicherzustellen. Es stellt sich aber weiter die Frage, ob es nur das Klima alleine ist, das dem Wald große Probleme bereitet. Ich glaube, das ist eines der großen Probleme, das dem Wald nicht zuträglich ist, aber das ist nicht das alleinige Problem. Wenn wir über neue Konzepte, neue Baumarten, aber auch über neue Etablierungsweisen im Wald reden, dann reden wir auch über die jagdliche Bewirtschaftung des Waldes. Ich glaube, wir müssen darüber reden, wie wir künftig zu einer anderen Bejagung kommen. Wenn man über Jagd spricht, haben immer sehr viele Leute ein sehr negatives Bild, aber für die Hege und Pflege des Waldes und für die Zukunft unseres Waldes müssen wir über dieses Thema künftig reden. Ich darf ein Beispiel herausgreifen. Wenn wir in Rheinland-Pfalz seit vielen Jahren Rotwildhegegemeinschaften haben, dann haben wir das Problem, dass im Prinzip der Vermieter in dieser Rotwildhegegemeinschaft nur ein Stimmrecht hat und der Mieter, sprich der Jagdausübungsberechtigte, alle Stimmen in dieser Rotwildhegegemeinschaft zur Verfügung hat, um die Abschusspläne zu erstellen. Ich habe dies als Beispiel genutzt, um einmal zu zeigen, dass wir in diesen Bereichen weiterarbeiten müssen. (Vereinzelt Beifall bei der SPD und bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich möchte auch noch ein Beispiel anfügen, das ich gerne – ich sage einmal – als Negativbeispiel benutzen würde. Das ist ein Förderprogramm des Bundes, das im letzten Jahr aufgelegt worden ist, mit dem materielle Dinge gefördert worden sind, von der Axt über die Motorsäge bis zum fertigen Harvester, der eine halbe Million Euro gekostet hat. Das ist zwar eine materielle Förderung, aber für den Privat- und Kommunalwald ist es auf Dauer keine Lösung, materielle Dinge zu fördern. Wir müssen das, was die Kollegen genannt haben, etablieren, damit die Umwelt- und Klimaleistung, die der Waldbesitzer erbringt – ob als Privatwaldbesitzer oder als Kommunalwaldbesitzer –, dauerhaft honoriert wird. Rheinland-Pfalz hat in Person von Staatssekretär Griese und Ministerin Höfken, aber auch in der neuen Legislaturperiode durch Ministerin Eder auf dem Programm, dass wir die CO -Abgabe dazu nutzen, den Waldbesitzern eine Chance zu geben, indem wir eine dauerhafte Umweltleistung honorieren, weil ein Baum, der nicht mehr da ist, braucht mindestens eine Lebensgeneration, um wieder da zu sein. Wenn keine Einnahmen generiert werden, ob von einer Gemeinde oder als Privatwaldbesitzer, dann müssen wir uns darüber politisch Gedanken machen. Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall der FDP, der SPD und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
