Giorgina Kazungu-Haß
Vielen Dank. – Frau Präsidentin, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich glaube, es ist erwartbar gewesen, dass die AfD hier ihr ideologisches Standardprogramm abzieht. Ich habe mich nur – ich würde es gerne so sagen – gewundert, aber nicht wirklich gewundert über die Rede von Herrn Herber. Sie haben das Kunststück hinbekommen, von den Integrationskursen zu PullFaktoren zu kommen und fast Ihre ganze Rede damit zu verbringen, haben aber nicht einmal einen Push-Faktor nennen können; denn das ist der Grund, warum wir das alles machen. Das ist in Afghanistan ganz eindeutig. Sie sind Mitglied einer Partei, die das C im Namen trägt; sie sind Christdemokrat. Wenn ich mit einem christlichen Weltbild auf die Vorkommnisse und den Krieg in Afghanistan schaue, dann sehe ich vor allen Dingen erst einmal Push-Faktoren, die die Menschen zu uns bringen und hier um Schutz bitten lassen. Ich würde das gerne einmal im Vordergrund Ihrer Debatte sehen. (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Ich möchte zu dem Punkt zurückkommen, warum unsere Partner in der Ampel, die Grünen, diese Aktuelle Debatte heute hier initiiert haben und gesunden Menschenverstand – das ist das, was Sie immer für sich beanspruchen – zitieren. Erstens: Wir können diese Menschen aller Voraussicht nach in den nächsten Jahren, wenn überhaupt, nur in begründeten Einzelfällen zurückführen. Zweitens: Wir halten uns damit nicht an irgendeine rot-grüne Ideologie oder eine Ampelideologie, sondern an internationale Verträge. Drittens: Wenn diese Menschen hier sind, müssen sie sich integrieren, um mit uns zu kooperieren. Das ist die menschliche Resource, von der vorhin der Kollege Winkler gesprochen hat, mit der wir gut umgehen müssen (Glocke der Präsidentin) und die für uns zu einem gesellschaftlichen Profit führt, den Sie hier komplett ausgeblendet haben, die Herren der Opposition. Vielen Dank. (Beifall der SPD und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
