Hendrik Hering
Wir sind noch nicht am Ende der Sitzung. Wir haben etwas vorzunehmen, was wir mit einem weinenden und einem lachenden Auge tun. Wir müssen uns heute als Landtag von unserer Staatsministerin Anne Spiegel verabschieden. Das lachende Auge sagt, sie wird morgen, vielleicht schon um diese Uhrzeit, als Ministerin im Bundeskabinett sein. Wir haben uns am Wahlabend 2011 kennengelernt. Wir wurden beide ausgewählt, in einer Livesendung ein Interview zum Wahlausgang zu geben mit der festen Zusage, das Interview beginnt in einer Minute. Deswegen sollten wir den Platz nicht verlassen. Ob das Interview noch stattgefunden hat, weiß ich heute nicht mehr, aber wir standen da fast eine Stunde. Das hat mir gezeigt und ich habe Anne Spiegel kennengelernt, hier kommt eine Politikerin in den Landtag, die Stehvermögen und Ausdauer hat; denn sie war hochschwanger. Das muss man noch berücksichtigen. Dieser Eindruck, nicht nur Ausdauer, sondern auch hohe Empathie, Begeisterung und klare Haltung, hat sich bestätigt, und zwar in der Zeit als Abgeordnete von 2011 bis 2016 und in der Zeit als Ministerin für Familie, Jugend, Frauen, Integration und Verbraucherschutz – so hieß das Ministerium in der letzten Wahlperiode – und in dieser Wahlperiode für den Bereich Umwelt und Klima. Auch dort haben wir diese Empathie, Begeisterung und Haltung in den Positionen kennengelernt. Wir wissen, dies haben Sie trotz vieler Anfeindungen beibehalten. Das spricht für Sie. Wir sind der festen Überzeugung, Sie werden das mit großem Erfolg im Bundeskabinett machen. Das wünschen wir alle; denn insbesondere der Bereich – Sie haben es ausgeführt – Familie, Frauen und Senioren liegt Ihnen besonders am Herzen. Wir haben es eben debattiert. Gerade Familien leiden derzeit massiv unter Corona. Wer als Mutter von vier Kindern Beruf und Familien in Einklang bringen muss, der weiß, was Familien momentan leisten. Wir wünschen Ihnen alles Gute. Ich darf Ihnen für das, was Sie für das Land Rheinland-Pfalz in diesen zehn Jahren hier im Landtag und in der Regierung geleistet haben, ein herzliches Dankeschön sagen und alles erdenklich Gute für die Zukunft wünschen. (Beifall der SPD, der CDU, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, der FDP und der FREIEN WÄHLER) Wir verbinden das mit einem Geschenk, einem Blumenstrauß. (Abg. Dr. Bernhard Braun, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, kommt mit einem Blumenstrauß zum Rednerpult) Bevor ich Ihnen den Blumenstrauß überreiche und wir beurteilen können, wer den schönsten Blumenstrauß überreicht – das können wir anschließend feststellen; ich sehe, da ist gut aufgerüstet worden –, darf ich Abgeordneten Dr. Braun aus nachvollziehbaren Gründen die Gelegenheit geben, das Wort an uns und Sie zu richten.
