Kathrin Anklam-Trapp
Liebe Kolleginnen und Kollegen, zu Beginn meiner Rede habe ich mich ausdrücklich bedankt, dass die CDU-Fraktion eine Anfrage zu den Themen, wie wir uns die Ausbildung, die Generalistik vorstellen und was wir tun können, gestellt hat. Ich finde es wichtig, dass wir uns austauschen. Herr Kollege Wäschenbach, als Fachfrau im Bereich Krankenpflege ist es mir ein Herzensanliegen. Wenn Sie die Große Anfrage nicht als solche besprechen, sondern vielmehr politische Botschaften senden, ist das Ihr gutes Recht. Das möchte ich durchaus auch tun, nachdem ich der Großen Anfrage meine Würdigung gegeben habe. Meine Damen und Herren, wir müssen die Arbeitsbedingungen in der Pflege entkrampfen, damit mehr Zeit für die Menschen zur Verfügung steht. Das sind hochqualifizierte Fachkräfte, die Zeit brauchen, um zu pflegen. Die Verdichtung der Arbeitswelt muss aufgelöst werden. Wir brauchen unbedingt eine Delegation der Leistungen und Aufgaben. Wir brauchen nach oben zu den akademischen Kolleginnen und Kollegen in der Fachpflege Aufgaben. Wir brauchen nach unten mehr helfende Hände und dort eine krankenkassenfinanzierte Refinanzierung für die Krankenhäuser, damit man die Hilfskräfte einstellen und bezahlen kann. Wenn wir die Arbeitsbedingungen in der Pflege, die uns so wichtig ist, so verbessern und diese entsprechend bezahlen, hätten wir in der Nacht und am Wochenende ausreichend Fachpflegekräfte zur Verfügung. Daran müssen wir arbeiten. Wir müssen daran arbeiten, dass Tarifverträge gemacht und die Arbeitsbedingungen bezahlt werden. Die Abbrecherquote in der Pflege liegt letztendlich auch daran, dass junge Menschen auf einmal mit Tod, Elend und Krankheit konfrontiert werden. Diese brauchen Unterstützung. Ich habe mich ausdrücklich bei den ganzen Praxisanleitern bedankt. Das sind die Menschen, die helfen, durch diese schwierige Zeit zu kommen. Wenn wir all das schaffen und die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung besser sind, dann haben wir einen längeren Verbleib im Beruf, keinen Verbleib von sieben Jahren, sondern ein Leben in der Fachpflege bis zum Ruhestand und manchmal darüber hinaus. Vielen Dank. (Beifall der SPD und bei der FDP)
