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Steven Wink

FDP 11.11.2021 Sitzungen 18/10

Verehrte Präsidentin, verehrte Kolleginnen und Kollegen! Der demografische Wandel ist eine große Herausforderung unserer Zeit. Die Gesellschaft wird älter, und statistisch gesehen leben die Menschen länger. Dies prägt nicht nur das eigene Leben, sondern auch die Berufe, die mit Menschen zu tun haben. Die Corona-Pandemie hat ihren Teil dazu beigetragen. Ein Schwerpunkt der Landesregierung ist daher, die qualitativ hochwertige pflegerische Versorgung der Menschen in Rheinland-Pfalz sicherzustellen. Grundvoraussetzung ist eine ausreichende Zahl von Fachkräften. Diese müssen gut ausgebildet und eingebunden sein. Ein Stichwort hierzu sind die Pflichtansätze in Pädiatrie und Psychiatrie, die auch in der Großen Anfrage beantwortet sind. Trotz der neuen Herausforderungen und höheren Belastungen aber ist im Jahr 2020 die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die eine generalistische Pflegeausbildung aufgenommen haben, um 5,8 % gestiegen – wir haben es mehrere Male gehört –, und das ohne Schulbesuche, Berufsinformationsbörsen und persönliche Ansprachen, welche durch Corona nur schwer umsetzbar waren. Stattdessen wurde die digitale Werbetour „#WerPflegtBewegt“ zur generalistischen Pflegeausbildung in Rheinland-Pfalz bis August 2021 ins Leben gerufen und umgesetzt. Auch hier hilft die Digitalisierung nicht nur dabei, den Pflegeberuf in Pandemiezeiten attraktiv zu bewerben, sondern wird den Pflegealltag in Zukunft auch erleichtern. Zahlreiche Akteure des Gesundheitswesens und des Landes Rheinland-Pfalz arbeiten bereits seit Jahren gemeinsam daran, die Ausbildungszahlen sowie die Zahlen der Absolventinnen und Absolventen in den Pflegeberufen zu steigern. Genau deshalb fördert das Land die Ausbildungskampagnen auf verschiedenen Ebenen. Hierbei geht es darum, Weiterentwicklung und Umsetzung inhaltlich zu unterstützen sowie eigene Informationsarbeit zuzusteuern. Ein gelungenes Beispiel hierfür ist das Netzwerk „care4future“ zur Nachwuchssicherung in der Pflege. Durch die Werbe- und Informationstour wurde an allgemeinbildenden Schulen für eine Ausbildung in der generalistischen Pflege geworben. Auch im Rahmen der FQI Pflege 2.0 wurde und wird die Öffentlichkeitsarbeit verstärkt und gezielt verbessert. Dies erhöht einmal die Aufmerksamkeit des Themas und verbessert das allzu wichtige Image der Pflege und des Berufs an sich. Wir begrüßen, dass Absolventinnen und Absolventen einer Assistenten- und Helferausbildung ebenfalls die Möglichkeit erhalten, zur generalistischen Pflegeausbildung zugelassen zu werden. Hierdurch können erste Erfahrungen und Berührungspunkte mit dem Pflegeberuf gesammelt und in eine Ausbildung eingebracht werden. Wir begrüßen außerdem den Masterstudiengang „Pädagogik in Gesundheit und Pflege“ und den Bachelorstudiengang „Pflegepädagogik“ sowie die Erweiterung des Masterstudiengangs „Pflegepädagogik“. Dies ermöglicht einen nicht zulassungsbeschränkten Zugang zum Studium. So setzt sich Rheinland-Pfalz für die Pros der generalistischen Ausbildung in der Praxis ein, nämlich einmal die horizontale Durchlässigkeit, also der Wechsel in den Berufsfeldern selbst, und die vertikale Durchlässigkeit. Durch die Schaffung einer weiteren hochschulischen Kapazität bietet sie noch mehr die Möglichkeit, die dreijährige Pflegeausbildung oder ein in der Ausbildung beinhaltetes Pflegestudium zu wählen. So werden neue berufliche Karrierewege eröffnet. Dadurch werden die Bindung jedes Einzelnen zur Pflege erhöht, eine Selbstverwirklichung in einem gewählten Präferenzgebiet ermöglicht und neue Fachkräfte gewonnen. Wenngleich die Thematik der Fachkräfte weitere Lösungen für die Zukunft braucht, zeigt sich heute, dass alle an der Entwicklung der Pflegeausbildung Beteiligten ihrem Auftrag nachkommen wollen und auch nachkommen, dadurch Attraktivität gewonnen wird und letztendlich Schülerinnen und Schüler gewonnen werden. Ebenso wird die Zusammenarbeit in der Großregion – vielen Dank, Herr Minister, für diese in diesem Bereich – für die Zukunft ihre Unterstützung bieten. Vielen Dank. (Beifall der FDP, der SPD und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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