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Damian Lohr

AfD 11.11.2021 Sitzungen 18/10

Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren! Wir besprechen heute die Große Anfrage der CDU zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die generalistische Pflegeausbildung in Rheinland-Pfalz. Eine so tiefgreifende Reform wie die Generalisierung der Pflegeausbildung wird uns vermutlich noch die nächsten Jahre begleiten; denn ein Evaluationsprozess bei einer solchen weitreichenden Veränderung ist unerlässlich. Es wird vermutlich immer Dinge zu justieren geben, in den nächsten Jahren vermutlich etwas mehr und in den folgenden Jahren dann deutlich weniger. In der Anfrage wird unter anderem gefragt, welcher Handlungsbedarf zur Verbesserung der öffentlichen Wahrnehmung des neuen Ausbildungsberufs besteht. Seitens der Landesregierung wird als Handlungsfeld die Stärkung der Öffentlichkeitsarbeit herausgehoben. Unter anderem sollen Kampagnen unterstützt werden, Informationsarbeit geleistet werden – #WerPflegtBewegt – und Zielgruppenansprache über die Social-Media-Kanäle erfolgen. Damit liegt die Landesregierung richtig. Die Öffentlichkeitsarbeit ist ein großes Themenfeld. Das klingt zwar immer ganz nett, aber dann muss man doch einmal genauer hinschauen. Wer den Satz „Wer pflegt, bewegt“ eingibt, kommt bei YouTube auf einen Kanal mit einem 19-sekündigen Werbespot zur generalistischen Pflegeausbildung. Gerade einmal 21.000 Aufrufe und drei weitere kurze Spots von Azubis mit im Schnitt circa 300 Aufrufen pro Video sind dort zu finden. Der Kanal hat 14 Abonnenten, und alle Videos wurden vor elf Monaten hochgeladen. Wenn das schon alles gewesen sein soll, dann ist die Öffentlichkeitsarbeit in diesem Bereich leider ungenügend. Wer auf YouTube unterwegs ist, wird nicht leugnen können, dass die Aufrufzahl mindestens stark verbesserungswürdig ist. Dann habe ich mir gedacht, ich besuche einmal die Internetseite www.werpflegt-bewegt.de, um weitere Informationen zu sammeln. Herr Minister Schweitzer, ich weiß nicht, wann Sie das letzte Mal auf der Seite waren oder ob Sie schon einmal auf dieser Seite waren. Ich sehe keine Regung. Dann waren Sie wahrscheinlich gar nicht darauf; denn wer das jetzt in seinen Browser eingibt, wird feststellen, dass die Seite gar nicht online ist, also dort ein großes Warndreieck auftaucht und die Seite momentan nicht verfügbar ist. Viele kaum angeklickte Videos und eine nicht erreichbare Internetseite kann man doch wirklich nicht „Kampagne“ nennen. (Abg. Michael Frisch, AfD: Hört! Hört!) Das ist sicherlich weder für den Beruf noch für die Auszubildenden förderlich. Die Zahlen wirken noch viel geringer, wenn man berücksichtigt, dass pandemiebedingt ausschließlich Onlinewerbung geschaltet werden konnte. Herr Minister Schweitzer, wenn Sie dann schreiben, „im Rahmen der FQI Pflege 2.0 wird auch die Öffentlichkeitsarbeit in den kommenden Jahren intensiviert und strategisch verbessert“, scheinen wir noch deutlich in den Kinderschuhen dieses Prozesses zu stecken. Vielleicht können Sie gleich ausführen, welche Pläne es mit der genannten Kampagne gibt. Ansonsten bleibt festzuhalten: Wenn sich ein Interessierter das anschaut und zeitgleich mitbekommen hat, dass es als Dank in der Pandemie einen Lavendelstrauß gegeben hat, dann macht das sicher keinen positiven Eindruck und ist keine Werbung für diesen Beruf. Kommen wir zur Entwicklung der Azubizahlen. Vom Schuljahr 2019/2020 – es wurde schon erwähnt – mit 2.168 Auszubildenden auf das darauffolgende Jahr mit 2.294 Auszubildenden ist eine Steigerung von 5,8 % festzustellen. Das ist ein positiver Trend, jedoch bleibt abzuwarten, wie sich diese Zahlen in diesem wichtigen Berufsbild mittel- und langfristig entwickeln werden. Weiterhin wird in der Anfrage die geteilte Zuständigkeitsstruktur thematisiert. Es sind mehrere Ministerien und Ämter involviert, und ich bin der Auffassung, dass eine solche Frage zumindest stärker evaluiert werden muss als mit der sinngemäßen Antwort, alles ist toll und kommt aus einem Guss. Das ist doch recht oberflächlich. Ebenfalls ist festzustellen, dass der Start der generalistischen Pflegeausbildung pandemiebedingt einige Probleme nach sich gezogen hat und die Rahmenbedingungen ohne Pandemie sicher anders gewesen wären. An dieser Stelle kann die Landesregierung nichts dafür. Im Ausschuss werden wir zur gegebenen Zeit nachfragen, inwieweit sich die dargelegten Probleme bei der Öffentlichkeitsarbeit verbessert haben. Interessant wäre dann sicher auch zu wissen, ob die Internetseite überarbeitet wird, diese Kampagne ein totes Pferd ist, das jetzt einfach stillgelegt wird, oder sich die Öffentlichkeitsarbeit in Zukunft verbessert und am Ende nicht nur 20.000 Klicks auf YouTube und eine nicht erreichbare Internetseite stehen. Danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall der AfD)

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