landtag-rlp.de ↗

Marion Schneid

CDU 11.11.2021 Sitzungen 18/10

Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Unsere Tiere, ihr Wohlergehen, ihre Gesundheit und deren Schutz liegen der CDU sehr am Herzen. Deshalb ist es wichtig, dass wir auf allen Ebenen die Aufgabe des Tierschutzes deutlich wahrnehmen und immer wieder nach vorne bringen. Das tun wir seit Jahren und mit großer Kontinuität. Es bedarf der Achtung gegenüber unseren Mitgeschöpfen und großer Sensibilität, damit Tierquälerei in allen Formen verhindert werden kann. Deshalb ist es besonders wichtig, immer wieder über neue Möglichkeiten der Verbesserung des Tierschutzes nachzudenken, zu forschen, zu eruieren. (Beifall bei der CDU und bei der AfD) Der Entwicklung und Anwendung von Alternativmethoden zu Tierversuchen kommt dabei eine große Bedeutung zu. Ziel ist es, Tierversuche schnellstmöglich auf ein unerlässliches Minimum zu reduzieren. Es braucht also diese Forschung nach Alternativmethoden, und es braucht gleichzeitig eine Verminderung der Belastung der Tiere. Der Forschung liegt das 3R-Prinzip vor: Replacement für Vermeidung, Reduction für Verminderung und Refinement für Verbesserung. Beruhend auf diesem 3R-Prinzip fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zum Beispiel den Betrieb des Deutschen Zentrums zum Schutz von Versuchstieren, die Forschungsförderung durch das Bundesinstitut für Risikobewertung und die Stiftung zur Förderung der Erforschung von Ersatzund Ergänzungsmethoden zur Einschränkung von Tierversuchen. Es gibt auch einen Tierschutzforschungspreis. Dazu kommen die Maßnahmen in Rheinland-Pfalz. Auch hier ist erklärtes Ziel, Tierversuche auf ein Minimum zu beschränken. Seit 1992 werden Forschungsprojekte zu Alternativmethoden gefördert und unterstützt und alle eingehenden Anträge zur Bewertung der Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch, sprich ZEBET, beim Bundesinstitut für Risikobewertung vorgelegt. Das ist das Prozedere. Das entspricht der EU-Versuchstierrichtlinie. Genau das ist auch der richtige Weg. (Beifall der CDU) Auf dieser Basis konnten viele Fragestellungen der Wissenschaft durch den Einsatz von Zellkulturen, computergesteuerten unterstützten Verfahren und weiteren Alternativmethoden beantwortet werden. Das ist toll und absolut wichtig. Leider kann aber auf den Ersatz von Tierversuchen gerade in der medizinischen Forschung aus heutiger Sicht nicht gänzlich verzichtet werden. Viele Menschen leiden an Krankheiten, für die es bislang leider keine Therapie und keine Heilungsmöglichkeiten gibt. Auch werden sich Krankheitsbilder verändern bzw. neu darstellen. Das sieht man jetzt zum Beispiel an Corona. Die Forschung muss aber stets auf die künftigen Gegebenheiten reagieren, Krankheiten früh erkennen und letztendlich forschen können, damit es Medikamente dafür gibt. Insofern ist es unseriös, eine Deadline einziehen zu wollen. Ich möchte kurz noch einmal auf dieses 3R-Prinzip zurückkommen. Dieses 3RPrinzip wird zum Beispiel in einem White Paper der Max-Planck-Gesellschaft thematisiert. Darin wird es durch ein viertes R ergänzt, nämlich Responsibility, also Verantwortung. Diese Verantwortung nehmen die Wissenschaftler, aber auch wir sehr ernst und im vollen Maße an. Der Tierschutz und die Reduktion von Tierversuchen sind ständige Aufträge für uns alle. Sie sind ein Querschnittsthema in der Forschung, an dem kontinuierlich gearbeitet wird. Genauso kontinuierlich setzen wir uns weiterhin für den Tierschutz ein. Dazu bedarf es dieses Antrags nicht. Danke schön. (Beifall bei der CDU und vereinzelt bei der SPD und bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Alle Reden von Marion Schneid Protokoll ↗