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Steven Wink

FDP 10.11.2021 Sitzungen 18/9

Sehr verehrte Präsidentin, verehrte Kolleginnen und Kollegen! Herr Minister, selbstverständlich ist das ein gemeinsamer Koalitionsvertrag. Wir arbeiten jetzt aber schon so lange so gut zusammen, dass das für mich einfach selbstverständlich und vorausgesetzt war. (Vereinzelt Heiterkeit bei der SPD) Ich möchte aber noch einmal, weil die Kollegin Moesta angesprochen hat, sie höre viel „aber, aber“ heraus, und der Kollege Lohr angesprochen hat, dass dies alles Einzelmaßnahmen seien, eine kleine Kette ziehen, was wir in der Ampelkoalition in den letzten Jahren so getan haben. Wenn man nämlich im Bereich der Prävention anfängt, dann haben wir viele Maßnahmen wie den sozialen Wohnungsbau, die Erhöhung der Mittel für die Schuldnerberatung, die Frauenhäuser, die Regelförderung – der Minister hat es angesprochen – für Beratung bei sozialer Härte und sozialen Schwierigkeiten, die Erhöhung der Mittel für die Armutsbekämpfung, runde Tische zur Armutsbekämpfung und, und, und. Das ist der präventive Teil, das, was vorher greift. Dazu kommen die ganzen Maßnahmen, die ich vorhin schon genannt habe, die in der Situation helfen. Housing First hat eben einen ganzheitlichen Ansatz der Obdachlosenbetreuung, der ganz bewusst auf die Vermittlung einer Wohnung und daran geknüpfte Bedingungen verzichtet. Der Ansatz stellt eine Wohnung und die Betreuung, solange es nötig ist. Es geht um Recovery-Orientierung und Harm Reduction, also Betreuung der Psyche, des Körpers und allem, was dazugehört. Auch die Finanzierung kann ganz unterschiedlich gesponnen werden. Das brauchen wir an dieser Stelle gar nicht auszubreiten. Dafür gibt es viele verschiedene Modelle. Einen Punkt möchte ich in diesem Bereich noch erwähnen. Zum einen Danke an das Haus für eine sehr sachliche Diskussion in diesem Punkt, die überall angekommen ist. Ich denke, es ist wichtig, dieses Thema immer wieder ins Bewusstsein und die gesellschaftliche Mitte zu rufen. Ergänzen möchte ich, dass gerade wohnungslose Frauen im Unterschied zu wohnungslosen Männern noch viel weniger in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden und erkennbar sind. Sie kommen bei vermeintlichen Freunden oder Bekannten unter, leben dort in prekären Wohnverhältnissen, (Glocke der Präsidentin) leiden oftmals noch an anderen Krankheiten und sind dadurch auch von Gewalt betroffen. Noch einmal vielen Dank für die Diskussion. Herr Minister, Sie haben es gesagt: Housing First startet neben den ganzen anderen Maßnahmen, die wir haben. Ich denke, da ist die Ampel auf einem guten Weg. Danke schön. (Beifall der FDP, der SPD und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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