Steven Wink
Verehrter Herr Präsident, verehrte Kolleginnen und Kollegen! Gerade in dieser Zeit zeigt sich, dass eine gute berufliche Aus- und Fortbildung einer der Schlüssel zum langfristigen Lebenserfolg ist. Sie ist aber noch viel mehr. Sie ist Garant für die Teilhabe an der Gesellschaft und den Erfolg eines Wirtschaftsstandorts. Die Landesregierung hat bereits in den letzten Jahren viele große Anstrengungen bezüglich der Fachkräftesicherung unternommen. Sie investiert hier viel Kraft und Zeit. Vor allem dem Handwerk geht es darum, jungen Menschen eine perspektivreiche Ausbildung als Aufstiegsmöglichkeit zu geben. Eine gute Berufsqualifikation ist ein solides Fundament für die persönliche Selbstverwirklichung, die Teilhabe und einen erfolgreichen Wirtschaftsstandort. Gerade in Zeiten der Pandemie ist die Qualifikation und Motivation der Beschäftigten ein Stabilitätsanker für unser Land. Wir haben in der vorletzten Woche im Ausschuss für Wirtschaft darüber gesprochen und sind froh, dass durch die Vernetzung von dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, den Kammern und den Unternehmen dafür gesorgt wurde, dass die Pandemie nicht die schweren Auswirkungen auf den Ausbildungsmarkt hatte, wie wir anfänglich befürchtet hatten. Das betrifft auch das große Engagement der Kammern mit der digitalen Ansprache beim Wegfall von Berufsinformationsbörsen und persönlichen Beratungsangeboten. Im Gegenteil, wir hatten Unternehmen, die die Zeit in der Pandemie genutzt haben, um zu investieren und sich zu modernisieren. Sie sind neue Wege gegangen und werden damit langfristig Berufe schaffen, die es heute vielleicht noch gar nicht gibt. Das gilt auch für den Bereich der Digitalisierung. Hier darf ich ein Projekt ansprechen, die Mithilfe der Digitalisierungsberater. Das Thema der Fachkräftesicherung ist dem Handwerk und den Unternehmen im Handwerk nach wie vor enorm wichtig. Gerade die Katastrophe im Ahrtal und der damit einhergehende Wiederaufbau zeigen, dass das Geld und die Bemühungen, die wir ins Handwerk investiert haben, sehr gut investiertes Geld sind. Die Solidarität der Handwerksunternehmen bundesweit und die Hilfe, die sie anbieten, zeigt das. Bereits in der letzten Legislaturperiode wurde deshalb ein enorm wichtiger Eckpfeiler zur Förderung der Qualifizierung im Handwerk gelegt. Mit dem Aufstiegsbonus I, bekannt als Meisterbonus, wurde eine Anerkennung für die Krönung der handwerklichen Ausbildung geschaffen. Mit dem Aufstiegsbonus II wird wiederum der Schritt in die Selbstständigkeit unterstützt. So wird die berufliche Fortbildung zur gleichwertigen Alternative gegenüber einem ersten akademischen Abschluss. Rheinland-Pfalz hat somit schon früh erkannt, dass die Investitionen in die Fachkräftesicherung im Handwerk eine wichtige Investition in unser Land darstellen. Mit der Kampagne „Ausbildung kennt keine Auszeit – Ausbildung JETZT!“ werden junge ausbildungswillige Menschen hinsichtlich ihrer Karrierechance beraten. Dies geschieht passgenau und regional. Hier darf ich die Berufsorientierungscamps ansprechen, welche den jungen Menschen die Praxis höchst interessant vermitteln, und zwar bereits schon im jungen Alter. Bereits vor der Pandemie war diese Kampagne ein großer Erfolg, weshalb ich der Meinung bin, dass diese Kampagne auch nach der Pandemie ein großer Erfolg sein wird. Ebenfalls gibt es mit dem Coach für die betriebliche Ausbildung im Handwerk ein weiteres umfangreiches Konzept zur Sicherung von Fachkräften. Diese unterstützen beim Matching von jungen Menschen, die einen Ausbildungsberuf suchen, und den Unternehmen, die Ausbildungsberufe anbieten. Aufgrund des enormen Erfolgs wurde das Projekt bereits heute mit den Partnerinnen und Partnern bis 2024 verlängert. Es gibt das Konzept der Ausbildungscoaches. Das sind junge Menschen, die einen Handwerksberuf erlernen – sei es Schreiner, Zimmermann oder Zimmerfrau –, die in die Praxis gehen, ihren Beruf mit Stolz ausüben, den anderen jungen Menschen zeigen, was man lernen, wie man in dem Beruf vorankommen kann, und das Land auf Handwerksweltmeisterschaften vertreten. Das zeigt für sich, wie gut diese Ausbildungscoaches sind. Aber auch Projekte, die vor Ort organisiert werden – ich darf ein aktuelles Projekt aus meinem Wahlkreis Pirmasens ansprechen – sind lobenswert. Unternehmen gehen in die Schule und stellen sich, das Handwerk und die Berufe vor. Die jungen Damen und Herren werden angesprochen, und es wird gezeigt, wie weit man mit dem Handwerk kommen kann, und zwar gerade in Zeiten, in denen viele handwerkliche Betriebe zur Übernahme anstehen. Das zeigt, das Handwerk, die Unterstützung durch die rheinland-pfälzische Landesregierung und die Ampelkoalition sind auf einem richtigen Weg. Jetzt wird es natürlich wichtig sein, auch die Eltern zu erreichen und ihnen zu sagen, dass ein handwerklicher Beruf nicht nur schmutzig ist und keinen schlechten Ruf hat, sondern dass der handwerkliche Beruf ein Beruf ist, der mit Ehre zu tragen ist, in dem man Fortentwicklungschancen hat, sich selbstständig machen kann und gefragt ist. (Glocke des Präsidenten) Jeder kennt die Situation, wenn man einen Handwerker braucht, wann es dann einen Handwerker gibt. Das sind Punkte – das ist mein Schlusssatz –, warum wir auf das Handwerk stolz sein können und diesen Weg weiter fortführen müssen. Danke schön. (Beifall der FDP, der SPD und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
