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Zacharias Schalley

AfD 15.10.2026 Sitzungen 18/133

Frau Präsidentin! Werte Damen und Herren! Da steht ein Sikahirsch hinter einem ordentlichen Zaun. Er frisst Gras, liefert regionales Wildbret und sichert einem Bauern ein zweites Standbein. Aber Brüssel hat das Sikawild zum Problemfall erklärt. Der Hirsch steht im Gehege, aber die Bürokratie geht auf Wanderschaft. Seit August 2025 steht es auf der Unionsliste invasiver Arten. Nach den Übergangsregeln darf es auch in bestehenden gewerblichen Haltungen nicht mehr vermehrt werden. Sprich: Selbst in eingezäunten Gehegen läuft die Frist im August 2027 aus. CDU und Grüne sprechen von rund 75 Betrieben mit 843 Tieren in NRW. Das finde ich sehr interessant; denn noch im März wusste die Landesregierung nur von 26 Einrichtungen, als ich in einer Kleinen Anfrage nachgehorcht hatte. Konkrete Bestandszahlen? Fehlanzeige! Da frage ich mich: Was gilt denn nun, und wieso wissen die regierungstragenden Fraktionen mehr als die Regierung? Wie will also Schwarz-Grün die Folgen dieses EU-Verbots bewältigen, wenn nicht einmal ein verlässlicher Überblick besteht? Die Landesregierung konnte in der Anfrage auch nicht belegen, ob und in welchem Maße sich Sikaund Rotwild in NRW überhaupt kreuzen. Das heißt natürlich nicht, dass es kein Risiko gäbe. Ich bin bekanntermaßen überhaupt kein Freund invasiver Arten und halte hier Vorsicht für besser als Nachsicht. (Zuruf von Frank Müller [SPD]) Wo eingeschleppte Arten heimische Tiere und Pflanzen verdrängen, muss der Staat handeln. Aber wer ein Problem bekämpfen will, muss wissen, wie es aussieht. Und freie Wildbahn und ein gesichertes Gehege sind doch zweierlei Paar Schuhe. Landtag Im Arnsberger Wald lebt Sikawild seit Jahrzehnten. Vom Menschen eingebracht, hat es sich dort etabliert. Natürlich eingewandert ist es nicht. Eine andere Frage, die sich mir auch stellt, ist: Haben die regierungstragenden Fraktionen eigentlich der EU-Kommissarin für Umweltschutz zugehört? Sie sieht überhaupt keine Rechtfertigung für nationale Ausnahmeregelungen. Denn sie sagt: Die Tiere könnten ja auch entweichen. Ja, natürlich können sie das. Genau darum braucht es sichere Zäune und vernünftige Kontrollen. Aber aus einem möglichen Ausbruch das Aus für die ganze Haltung abzuleiten, hieße doch, das Kind mit dem Bade auszuschütten. Wäre man konsequent, müsste man dann auch zum Beispiel die Haltung von Waschbären in Wildparks verbieten wie hier in Düsseldorf im Grafenberger Wald. Die sind auch garantiert bessere Ausbrecher als 80 kg schwere große Hirsche. Immerhin: Der Art. 9 eröffnet begründete Ausnahmen. Als Notbehelf ist das in Ordnung. Aber mit welchem Aufwand? Auch hier wieder typische Eurokratie: Erst wird die Sikawildhaltung untersagt, dann soll man mit Aktenordner und Bittschrift nach Brüssel pilgern. Da wird doch der Amtsschimmel besser gefüttert als das Sikawild. In dieser Debatte um den Sikahirsch geht es um Eigentum, Tierwohl und regionales Fleisch. Wir teilen deshalb ausdrücklich die Forderungen nach Rechtssicherheit für bestehende gesicherte Gehege, vernünftigen Transporten ohne Genehmigungszirkus, klaren Regeln für Zäune und Kontrollen. Aber immer neue Antragsstempel: Nein! Für die wild lebenden Sikahirsche jedoch sollten wir uns an die schönen Zeilen des Fürsten zu Lynar halten, der einst dichtete: „Jagen nichts als brave Hirsche Mit den Eichen auf den Stirnen; Und am Abend warten unser Alter Wein und junge Dirnen.“ Und zu denen werde ich mich jetzt auch begeben. – Vielen Dank. (Beifall von der AfD)

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