Stefan Kämmerling
Guten Tag! Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Waldbrände in unserem Land liegen gerade einmal knapp zwei Monate zurück. Vor zwei Monaten brannte der Wald in Nordrhein-Westfalen so heftig wie noch nie in der Geschichte unseres Bundeslandes. Unzählige Einsatzkräfte der Feuerwehr, der Polizei und von Hilfsorganisationen haben mit aller Kraft gegen die Flammen gekämpft, unterstützt von Freiwilligen aus Land- und Forstwirtschaft, die Schneisen geschlagen und Wasser herangeschafft haben. Ich habe Feuerwehrleute bei mir im Wahlkreis in Monschau besucht, die ihre belgischen Kolleginnen und Kollegen im Hohen Venn bei der Bekämpfung des dortigen Feuers unterstützt haben. Ich möchte 15.10.2026 an dieser Stelle zunächst die Gelegenheit nutzen und mich bei allen Menschen bedanken, die mitgeholfen haben, die Feuer im Hürtgenwald, im Sauerland und im Hohen Venn unter Kontrolle zu bringen. Dank allein reicht aber nicht aus. Wir müssen aus den Erfahrungen im Sommer auch Konsequenzen ziehen. Es ist richtig, dass die Landesregierung beim Waldbrandschutz bereits erste Schritte unternommen hat. Aber die Erfahrungen aus dem Sommer zeigen auch, dass wir an einigen Stellen noch nacharbeiten müssen. Denn der Klimawandel sorgt dafür, dass brennende Wälder zukünftig eher häufiger als seltener vorkommen werden, auch bei uns in Nordrhein-Westfalen. Der vorliegende Antrag ist dafür aus meiner Sicht ein guter Impuls, denn es wird insbesondere die Waldbrandbekämpfung aus der Luft in den Fokus genommen. Das ist meiner Auffassung nach genau richtig. Gerade hier müssen wir bisherige Annahmen kritisch auf den Prüfstand stellen. Der Waldbrand im Hohen Venn wurde, wie vorhin schon thematisiert wurde, mit Unterstützung schwedischer Luftfahrzeuge bekämpft. Diese konnten unter anderem in der Oleftalsperre im Kreis Euskirchen Löschwasser für den Einsatz aufnehmen. Das zeigt: Die Einschätzung der Landesregierung, dass in Nordrhein-Westfalen keine Löschflugzeuge auftanken können, trifft so nicht zu. Deswegen ist es richtig, jetzt erneut zu prüfen, welche Rolle Löschflugzeuge, Hubschrauber und auch Drohnen bei der Bekämpfung von Waldbränden spielen können. Als SPD unterstützen wir diesen Ansatz ausdrücklich. Als Abgeordneter eines Wahlkreises, der direkt an Belgien angrenzt, möchte ich noch auf einen weiteren Aspekt des Antrags eingehen: die grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Waldbrände machen nicht vor Landesgrenzen halt. Das haben wir im Hohen Venn gesehen. Der dortige Brand konnte auch dank der Unterstützung anderer europäischer Länder unter Kontrolle gebracht werden. Erlauben Sie mir deswegen eine Bemerkung in Richtung der politischen Kräfte, die die Europäische Union abschaffen wollen. Die europäische Zusammenarbeit, die europäische Solidarität bei der Bekämpfung von Waldbränden schützt Menschen, Natur und Wirtschaft. Wer die Europäische Union ablehnt, der beraubt Deutschland auch europäischer Hilfe im Ernstfall. Und das kann Leben kosten. (Beifall von der SPD und der FDP – Vereinzelt Beifall von der CDU) Wir unterstützen den Impuls, die europäische Zusammenarbeit bei Waldbränden weiter zu vertiefen. Eigene Löschflugzeuge, Hubschrauber oder Drohnen können ein wichtiger Beitrag sein, den Nordrhein-Westfalen in diese Zusammenarbeit einbringt. Landtag Erlauben Sie mir zum Abschluss eine grundsätzliche Bemerkung. Bei Waldbränden müssen wir selbstverständlich über Flugzeuge, Hubschrauber, Drohnen, Löschfahrzeuge und vieles mehr diskutieren. Aber wir müssen auch thematisieren, wie wir unsere Feuerwehren darüber hinaus gut unterstützen – mit guter Ausrüstung, flächendeckend modernen Feuerwehrhäusern und einer guten Ausbildung für alle Einsätze. Diese Themen dürfen wir auch in der aktuellen Debatte nicht vergessen. Lassen Sie uns das gemeinsam angehen. Ich finde den Ansatz der Kolleginnen und Kollegen, die diesen Antrag einbringen, sehr gut – gerade jetzt, da die nächsten Waldbrände hoffentlich noch weit genug weg sind. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall von der SPD, Dr. Werner Pfeil [FDP] und Susanne Schneider [FDP])
