Dr. Martin Vincentz
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Warum kann eigentlich nicht jeden Tag die Sonne scheinen? Warum kann man sich nicht nur von Gummibärchen ernähren? Warum muss man eigentlich an fünf statt an zwei Tagen arbeiten, während man nur an zwei statt an fünf Tagen freibekommt? Warum sind nicht alle Menschen reich? Warum sind nicht alle Menschen gesund? Warum werden manche Menschen krank? Diskussionen darüber führe ich aktuell mit meiner Tochter. Man kann ein bisschen lächeln, weil das die 15.10.2026 kindlichen Augen auf die Welt zeigt und zeigt, wie Kinder die Welt entdecken. Dann gibt es die Diskussion im Landtag. Dort fragt die SPD: Warum beschließen wir nicht einfach, genügend Fachärzte zu haben? Warum gibt es nicht genügend Kassenarztsitze? Warum geben wir nicht einfach Millionen Euro für Prävention aus? Dazu kann ich nur das sagen, was ich auch meiner Tochter immer sage: Das wäre doch schön, oder? Aber denk du doch einmal drüber nach, warum das nicht so ist. – Man regt also zum Nachdenken an, und das tue ich bei Ihnen jetzt auch: Warum ist das denn nicht so? Sie sitzen doch in Berlin an der Regierung. Sie haben das doch so mit beschlossen! Mit dem Beitragsstabilisierungsgesetz haben Sie doch maßgeblich dafür gesorgt, dass die Situation jetzt so ist, wie sie ist, dass wir plötzlich Psychotherapie budgetiert haben, dass uns hier in Nordrhein-Westfalen Hunderte angeschrieben und Tausende demonstriert haben. Das ist Ihre Regierung. Sie in Berlin haben das so beschlossen. Bei Ihnen zählt leider nicht das, was bei meiner Tochter zählt: Das ist keine kindliche Naivität, nein, das ist aus der Opposition den starken Mann machen. Wenn Sie an der Regierung sind, sieht das plötzlich ganz anders aus. Dann sind keine Millionen dafür da, um den Menschen vor Ort zu helfen. Dann werden die Schreie ganz, ganz laut. Dann gibt es Ausweichmanöver. Dann gibt es die schwierige internationale Lage. Dann ist die Haushaltslage im Moment halt ein bisschen schwieriger. Wenn hier CDU und Grüne das machen, was sie in Berlin genauso tun, nämlich bei der psychischen Gesundheit sparen, dann mögen Sie das hier kritisieren. Aber fangen Sie doch am besten da an, wo Sie es selber in der Hand haben – bei sich selbst. Reden Sie doch mal mit Ihren Parteifreunden, oder gehen Sie mit sich selbst ins Gebet und fangen Sie doch einmal bei sich und Ihrer Politik an. Sobald Sie in Berlin dafür sorgen, dass man dort eine Schüppe zulegt, ein bisschen mehr Geld in die Hand nimmt, dass man vielleicht in anderen Bereichen, wo es einfacher ist, ein bisschen Geld spart und es den psychisch kranken Menschen zur Verfügung stellt, dann können wir an der Stelle weiterdiskutieren. – Vielen Dank. (Beifall von der AfD)
