Guido Görtz
Vielen Dank für die Zwischenfrage. Das schärft ja eigentlich das, was ich gesagt habe. Es gibt natürlich PIAs, die nicht direkt angeschlossen sind. Es gibt aber auch noch andere Niedergelassenenstrukturen. Wir haben einfach die Sorge, dass die Balance dadurch gestört würde. Viertens. Die SPD fordert eine umfassende Erfassung von Wartezeiten und regionalen Unterschieden. Daten sind wichtig – keine Frage. Aber zusätzliche Berichtspflichten bedeuten immer auch Bürokratie. Mehr Dokumentation bedeutet weniger Zeit für Patienten. Gemeinsam mit den Kassenärztlichen Vereinigungen arbeiten wir bereits an einem regionalen Versorgungsanalysesystem. Dort, wo sich klare Versorgungslücken zeigen, schaffen wir zusätzliche Kapazitäten. Häufig ist das nicht ein Engpass im Zulassungsrecht, sondern es hapert an der Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte. Fünftens. Gemeindepsychiatrische Verbünde und mobile Krisenhilfen: Die SPD setzt hier richtige Punkte, aber wir setzen sie bereits um. Im Landes-Landtag psychiatrieplan NRW 2025 sind diese Verbünde und Krisenhilfen bereits zentrale Handlungsempfehlungen. Sie werden seit 2022 gefördert und sollen mit dem neuen PsychKG in allen Kommunen verankert werden. Werfen wir einen Blick in den Kreis Viersen, in meinen Wahlkreis: Dort fördern wir bis 2028 den Krisendienst als Modellprojekt, um Best-Practice-Empfehlungen für ganz Nordrhein-Westfalen zu entwickeln. Wir setzen Schwerpunkte in besonders belasteten Regionen und sorgen für eine enge Verzahnung mit Rettungsdiensten, Leitstellen, Hausärzten, Polizei, Jugendhilfe und Sozialpsychiatrischen Diensten. Ohne qualifiziertes Fachpersonal bleiben neue Strukturen jedoch Theorie. Ob die Vorschläge der SPD wirklich leistbar, erreichbar und solidarisch sind, werden wir im Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales federführend und sorgfältig beraten. Daher stimmen wir der Überweisung selbstverständlich zu. – Herzlichen Dank. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)
