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Sven Werner Tritschler

AfD 15.10.2026 Sitzungen 18/133

Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Generalkonsulin! Zusammenarbeit zwischen NRW und Kanada wie auch mit dem Rest der Welt ist zum Glück nicht auf mehr oder weniger gehaltvolle Anträge aus einer Plenarsitzung dieses Landtags angewiesen. Tatsächlich sind wechselseitig bereits 250 Unternehmen im jeweiligen Partnerland aktiv, und es gibt über 60 Hochschulpartnerschaften. Das ist schön und hat bisher auch ganz wunderbar ohne Sie, meine Damen und Herren, funktioniert. Man kann sich schon denken, wie dieser Antrag zustande gekommen ist. Ursula von der Leyen träumte in Brüssel neulich öffentlich davon, ihren EU-Zuständigkeitsbereich über den Atlantik hinaus zu erweitern, was man in Kanada zwar höflich, aber eher lauwarm aufgenommen hat. In Düsseldorf allerdings saß man begeistert vor den Empfängern und hat sich gedacht: Da müssen wir doch gleich irgendwas mit Kanada machen. – Dass die Kanadier klugerweise sofort signalisiert haben, keinerlei Souveränität an Brüssel abtreten zu wollen und damit auch kein Teil der EU – denn das entspricht ihrem Wesen –, sondern allenfalls wie so viele andere ein privilegierter Partner werden zu wollen, überhörte man dabei geflissentlich. Dass in dieser Sache weder der Landtag noch die Landesregierung irgendetwas zu melden haben, hat Sie in Ihrem Eifer auch nicht weiter gestört. Hauptsache ein Antrag, Hauptsache irgendwas mit Kanada, Hauptsache mal wieder ein paar salbungsvolle Worte! Sie träumen von allerlei schönen Sachen, etwa von einer Partnerschaft im Energiebereich. Eigentlich ist das wirklich eine gute Idee. Kanada ist reich an fossilen Energieträgern und setzt überdies auf Kernenergie, meine Damen und Herren, Frau Aymaz. 17 Werke sind in Betrieb und vier weitere im Bau. Davon könnten Sie etwas lernen. Aber davon wollen Sie 15.10.2026 nichts wissen. Lieber wollen Sie irgendwas mit Wasserstoff. Das ist teuer, unwirtschaftlich und unpraktikabel – wie die deutsche Energiepolitik. Daran sieht man auch, wie wenig ernst es Ihnen mit einem wirklichen Austausch ist. Von der pragmatischen Energiepolitik der Kanadier könnten Sie sich wirklich eine Scheibe abschneiden. Das wollen Sie aber ausdrücklich nicht. Versuchen Sie ruhig mal, den Kanadiern Ihre Energiepolitik, Ihre Ideen aus Deutschland zu verkaufen. Das könnte für den einen oder anderen wirklich ein heilsames Erlebnis werden. Dann muss natürlich auch noch ein bisschen was Gutmenschelndes rein: Der Austausch über Multikulturalismus, Migration und koloniales Erbe soll gefördert werden. Großartig! Wenn wir bald gar nichts mehr zu exportieren haben, dann haben wir wenigstens noch unser schlechtes Gewissen. Vielleicht zeigen wir den Kanadiern auch mal, wie Migration nicht geht. Dafür gibt es hier im Land reichlich gute Beispiele. Umgekehrt dürfen Sie sich gerne mal was von der kanadischen Einwanderungspolitik abschauen. Dort wird nämlich in jedem Einzelfall sehr genau darauf geachtet, ob der potenzielle Migrant tatsächlich gebraucht wird oder ob er am Ende den Sozialversicherungssystemen zur Last fällt. Für manche hier wäre das ein wahrhaft revolutionärer Gedanke. Er hat sich übrigens auch schon im AfD-Programm befunden. Zusammenfassend bleibt festzustellen: Natürlich sind Handel und Austausch mit nahezu jedem Land der Erde und gerade mit einem rohstoffreichen und wirtschaftlich starken Land wie Kanada mehr als begrüßenswert. Ihren Antrag braucht es dazu aber genauso wenig wie peinliche Anwerbeversuche von Frau von der Leyen. – Vielen Dank. (Beifall von der AfD – Stefan Engstfeld [GRÜNE]: Diese Rede hat es auch nicht ge- braucht, Herr Tritschler!)

Protokoll ↗