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Jens Kamieth

CDU 14.10.2026 Sitzungen 18/132

Vielen Dank. – Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Was gibt es Besseres als einen Koalitionspartner, mit dem man nicht nur still und effektiv zusammenarbeitet, sondern der auch noch für einen in die Bresche springt, wenn man einmal kurz indisponiert ist und übersieht, dass der TOP davor ohne Aussprache war? (Heiterkeit von den GRÜNEN) In dem Sinne: vielen Dank, liebe Eileen. Wir sprechen über einen wunderbaren Antrag. Die Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist nämlich eines der besonderen Anliegen der Koalition aus CDU und Bündnis 90/Die Grünen ist. (Lisa-Kristin Kapteinat [SPD]: So geht ihr mit besonderen Anträgen um?) In diesem Geiste beraten wir heute einen Antrag, in dem wir unsere bisherigen Bemühungen aufgreifen und gezielt weiterentwickeln. (Lachen von Dr. Dennis Maelzer [SPD]) Dabei möchte ich den Blick heute ganz besonders auf die Väter richten, denn viele Väter wollen für ihre Kinder präsent sein. Sie wollen morgens beim Start in den Tag helfen. Sie wollen ihr Kind aus der Kita abholen. Sie wollen trösten, zuhören und abends eine Geschichte vorlesen. Und sie wollen Verantwortung übernehmen, ganz selbstverständlich, jeden Tag. Das ist gut für die Kinder. Es stärkt die Beziehung zu ihren Vätern. Und es kann dazu beitragen, dass Mütter mehr Freiraum für eigene berufliche und persönliche Entwicklungen gewinnen. Ja, noch immer tragen Frauen den größten Teil der Sorgearbeit. Sie betreuen überwiegend die Kinder. Sie organisieren oft maßgeblich den Haushalt. Zusätzlich kümmern sie sich um Angehörige. Das alles wirkt sich auf Arbeitszeiten, Einkommen und berufliche Chancen aus. Gemeinsame Elternverantwortung muss deshalb auch im Alltag möglich sein. Stellen Sie sich einen Vater vor, der seine Arbeitszeit reduzieren oder bei seinem kranken Kind zu Hause bleiben möchte. Wie wird im Betrieb darauf reagiert? Findet er Unterstützung? Oder muss er erst erklären, warum diese Aufgabe auch seine Aufgabe ist? In solchen Situationen zeigt sich ganz direkt und ganz lebenspraktisch, wie familienfreundlich unsere Gesellschaft im Allgemeinen und unsere Unternehmenskultur im Besonderen tatsächlich ist. Deshalb brauchen wir Angebote, die Väter gezielt ansprechen, Möglichkeiten zum Austausch, verständliche Informationen und praktische Unterstützung, gerade in der frühen Phase der Familiengründung. Mit unserem Antrag setzen wir genau dort an. Wir wollen prüfen, wie Informationskampagnen gemeinsame Elternverantwortung stärken können Landtag (Lachen von Dr. Dennis Maelzer [SPD]) und wie das Familienportal.NRW das Thema „Vereinbarkeit“ noch sichtbarer machen kann. (Dr. Dennis Maelzer [SPD]: Wie der dabei ernst bleiben kann!) Dabei gilt: Familien entscheiden selbst, wie sie ihr Leben gestalten. Unsere Aufgabe ist es, ihnen dafür echte Wahlmöglichkeiten zu eröffnen. Dafür brauchen wir insbesondere Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber an unserer Seite. Viele Unternehmen in Nordrhein-Westfalen gehen bereits mit gutem Beispiel voran: mit flexiblen Arbeitszeiten; mit Teilzeitmodellen; mit Homeoffice, da, wo es möglich ist; mit Jobsharing, was die Übernahme von Verantwortung und beruflicher Entwicklung gleichermaßen ermöglicht. Diese guten Erfahrungen wollen wir noch sichtbarer machen. Deshalb schlagen wir vor, einen Landespreis für familienfreundliche Unternehmen zu prüfen, ebenso ein Landesprogramm „Vereinbarkeit“, gemeinsam mit Unternehmen, Verbänden und Gewerkschaften. Gute Lösungen sollen nämlich auch anderen Betrieben helfen und sie inspirieren. Das Thema „Vereinbarkeit“ betrifft auch die Pflege von Angehörigen. Wer Kinder betreut und zugleich für die eigenen Eltern sorgt, braucht besonders verlässliche Unterstützung. Im Rahmen des Landesprogramms „Vereinbarkeit Beruf & Pflege“ – wir haben es schon gehört – haben wir bereits mehr als 500 Betriebe mit einer familien- und pflegefreundlichen Personalpolitik benannt. Darauf können und wollen wir aufbauen. Genauso wichtig bleiben verlässliche Betreuungs-, Pflege- und Bildungsangebote. Wir müssen unterschiedliche Lebenssituationen von Alleinerziehenden, Patchworkfamilien, kinderreichen Familien oder Familien im ländlichen Raum berücksichtigen. Eines ist dabei klar: Starke Kinder brauchen starke Eltern – Eltern, die Zeit füreinander haben, die Verantwortung teilen können und die Familie, Beruf und gegebenenfalls Pflege miteinander in Einklang bringen können. Mit diesem Antrag wollen wir gute Praxis stärken und weitere Verbesserungen ermöglichen. Ich bitte Sie deshalb um Ihre Unterstützung. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)

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