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Lisa-Kristin Kapteinat

SPD 14.10.2026 Sitzungen 18/132

Herzlichen Dank. – Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich würde zu Beginn meiner Rede gerne damit starten, mich bei Ihnen, Frau Ministerin Neubaur, dafür zu bedanken – das meine ich ganz ernst –, dass Sie gerade tatsächlich einmal deutlich ausgesprochen haben, dass das Land gegen einen Verkauf ist. Das ist etwas, was uns bisher in dieser Klarheit gefehlt hat. Allein deswegen ist diese Aktuelle Stunde sehr viel wert gewesen. (Beifall von der SPD) 14.10.2026 Die Zahl wurde oft genannt, aber sie ist auch immens wichtig: (Zuruf von Marcel Hafke [FDP]) 11.000 Beschäftigte arbeiten bei Evonik. Deren Familien machen sich gerade Sorgen und Gedanken. Deswegen ist es wichtig, dass wir dieses Thema hier adressieren und deutlich machen, dass es nicht nur darum geht, eine politische Schlacht zu führen, sondern tatsächlich zu überlegen, wie eine Lösung aussehen kann, die die Beschäftigten absichert und dafür sorgt, dass hier in Nordrhein-Westfalen, im Ruhrgebiet weiterhin der entscheidende Chemiestandort sein kann. Die Menschen brauchen dafür keine Hochglanzvision. Sie brauchen sichere Arbeitsplätze. Sie brauchen in diesen unsicheren Zeiten mehr denn je eine sichere Zukunft. Lieber Jan, ich habe in deiner Rede durchaus heraushören können, dass viele von unseren Forderungen und Punkten geteilt werden. Es besteht durchaus ein echtes Interesse, den Beschäftigten von Evonik in Marl und an den anderen Standorten zu helfen. Es fehlen aber der Mut und das Kämpferische, zu sagen: Lasst uns gemeinsam für das Ruhrgebiet kämpfen. – Ich möchte die Hand explizit ausstrecken: Lasst es uns gemeinsam angehen. Die Beschäftigten können von Zukunftsvisionen wie „Von der Kohle zur KI“ keine Miete bezahlen. (Zuruf von Marcel Hafke [FDP]) Sie brauchen konkrete Perspektiven, tarifgebundene Arbeitsplätze und faire Arbeitsbedingungen. Ich komme selbst aus dem Ruhrgebiet und kann Ihnen sagen: Das Ruhrgebiet weiß, was Strukturwandel bedeutet. Unsere Region hat ihn getragen, manchmal auch ertragen und dafür einen ziemlich hohen Preis bezahlt. Deshalb können wir nicht noch einmal akzeptieren und nicht noch einmal dabei zuschauen, dass erneut industrielle Substanz verloren geht, während die Landesregierung zuschaut. Wer Einfluss hat, der muss ihn nutzen. Wer Verantwortung trägt, der muss sie wahrnehmen. Wir erwarten, dass Sie sich für Evonik als eigenständigen Konzern mit Sitz in Essen einsetzen. Wir sind an Ihrer Seite. Aber wir müssen gemeinsam dafür kämpfen. Es reicht nicht, im Parlament fromme Worte auszusprechen. – Herzlichen Dank. (Beifall von der SPD)

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