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Christian Loose

AfD 14.10.2026 Sitzungen 18/132

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kommen wir zum Wahlkampfantrag von Herrn Wüst, der ja jetzt gerne mit Erdoğan kuschelt. Wer heute Lebensleistungen würdigt, sollte allerdings mit den Frauen beginnen, die nach dem Krieg zwischen Trümmern und Ruinen standen. Viele Männer waren gefallen, vermisst oder in Gefangenschaft. Andere waren verwundet, zu alt oder schlicht noch Kinder. Frauen räumten Schutt, versorgten ihre Familien und hielten unter schwierigsten Bedingungen den Alltag aufrecht. 14.10.2026 (Zuruf von Berivan Aymaz [GRÜNE]) – Ja, das ist nichts für Sie. Das weiß ich, liebe Grüne. Die Trümmerfrauen standen beispielhaft für diese Generation. Gemeinsam mit vielen anderen haben sie den Wiederaufbau getragen. Ihnen gebühren unser Dank und unser Respekt. (Beifall von der AfD) Und dann kam Ludwig Erhard. Mit der Sozialen Marktwirtschaft, mit Wettbewerb und wirtschaftlicher Freiheit eröffnete sich eine neue Perspektive. Wer anpackte, sollte vorankommen. Leistung sollte belohnt werden. Dieser Weg stieß übrigens auf erbitterten Widerstand bei der SPD, die 1948 einen Generalstreik mit den Gewerkschaften organisierte. Zentraler Organisator war Hans Böckler. Doch zum Glück setzte sich die Soziale Marktwirtschaft auch gegen die SPD durch. Und mit dieser grundlegenden Wirtschaftsreform erwuchs ein wirtschaftlicher Aufbruch, und das deutsche Wirtschaftswunder nahm seine Fahrt auf. Der Höhepunkt des Wirtschaftswachstums lag 1955 mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 12 %. Unsere deutschen Vorfahren haben es innerhalb von zehn Jahren geschafft, den Krieg hinter sich zu lassen, die Trümmer zu beseitigen und ein industrielles Wunder zu schaffen, meine Damen und Herren. (Beifall von der AfD – Thorsten Klute [SPD]: Mit Hilfe der Amerikaner übrigens!) Damit dieses von deutscher Hand erarbeitete Wirtschaftswachstum weitergehen konnte, brauchten wir händeringend Arbeitskräfte. Und so kamen 1955 die ersten Italiener und 1960 dann die Griechen und die Spanier. Beim türkischen Abkommen im Jahr 1961 spielten auch außenpolitische Interessen eine Rolle. Die USA und die NATO drängten darauf, den Bündnispartner Türkei damit wirtschaftlich zu stabilisieren. Viele Türken kamen mit einem klaren Plan: einige Jahre hart arbeiten, Geld sparen, die Familie unterstützen, anschließend zurückkehren. Das Abkommen mit der Türkei begrenzte den Aufenthalt sogar zunächst auf zwei Jahre. Die Einwanderer nahmen schwere Schichten, Heimweh und die Trennung von ihren Familien auf sich. Türken, Italiener, Griechen, Portugiesen – sie alle arbeiteten mit ihren deutschen Kollegen an Hochöfen. Gemeinsam haben sie Stahl gekocht, unter Tage Kohle gefördert und am Fließband gearbeitet. Im Arbeitsalltag musste man sich aufeinander verlassen können, und aus Kollegen wurden Nachbarn und Freunde. Viele kehrten in ihre Länder zurück, andere blieben. Zum Glück haben viele hier – egal, ob aus Italien, Griechenland oder der Türkei – eine Heimat gefun-Landtag den und sich in unsere Gesellschaft integriert. Sie gründeten Unternehmen, bildeten Lehrlinge aus, engagierten sich in Vereinen und übernahmen Verantwortung. Mit Leistung und Verlässlichkeit haben sie die Anerkennung und die Herzen vieler Menschen gewonnen. Auch dafür sagen wir ausdrücklich Danke, und wir zollen Ihnen Respekt und freuen uns, dass sie in unserem Land sind und zu uns gehören. (Beifall von der AfD) Gerade aus dieser Anerkennung folgt aber auch ein Anspruch: Integration bedeutet, unsere Sprache zu lernen, unsere Gesetze zu achten, die Freiheit anderer zu respektieren und nach den eigenen Möglichkeiten Verantwortung zu übernehmen. (Zurufe von der SPD) Wer diesen mühsamen Weg selbst gegangen ist, hat allen Grund, dieselbe Bereitschaft auch von späteren Einwanderern zu erwarten. Diese Lebensleistungen sind Maßstab und Vorbild. Auch Menschen mit Migrationshintergrund sind eingeladen, an unserer Zukunft mitzuarbeiten. Wir als Alternative für Deutschland tun es bereits an vorderster Linie, wie meine geschätzten Kollegen Enxhi Seli-Zacharias und Carlo Clemens. Auch an der Wahlurne erhält die AfD eine massive Unterstützung von Menschen mit Migrationshintergrund, (Thorsten Klute [SPD]: Führende Leute leben sogar im Ausland! In der Schweiz zum Bei- spiel!) und das freut uns besonders. (Beifall von der AfD) Menschen mit Migrationshintergrund haben auch eigene Erwartungen an die Politik. Sie erwarten faire Migrationsregeln. Fair heißt, dass Einwanderer gerechte Chancen erhalten. Fair heißt aber auch, dass Einwanderer selbst Verantwortung tragen müssen: Verantwortung für eine Integration, für den Erwerb der deutschen Sprache, für den Einsatz, hier Arbeit finden zu wollen. (Kirsten Stich [SPD]: Kennen Sie Artikel 3 Grundgesetz? Alle Menschen sind gleich!) Diese Menschen erwarten aber auch, dass diejenigen Einwanderer sanktioniert werden, die unser Sozialsystem, unseren Rechtsstaat nur ausnutzen wollen. Sie alle wollen ein Land, in dem Regeln für alle gelten und Menschen füreinander einstehen. Wir zollen Respekt für die Aufbauleistung unserer Eltern und Großeltern. Wir zollen Respekt für diejenigen, die hinzukamen und unsere Heimat mitgestaltet haben. Wir alle sind nun in der gemeinsamen Verpflichtung, unsere Heimat zu bewahren – für Freiheit, Wohlstand und Vernunft. – Vielen Dank. (Beifall von der AfD) 14.10.2026

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