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Christian Loose

AfD 18.09.2026 Sitzungen 18/131

Vielen Dank. – Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Frau Neubaur, ich freue mich schon darauf, dass Sie den Bochumern demnächst erzählen, wo Sie die 1.000 Windräder in Bochum hinstellen sollen, weil das anscheinend das ist, was Sie als Lösung vorschlagen. Windräder, etwa 1.000 bis 2.000 pro Kernkraftwerk, brauchen insgesamt deutlich mehr Platz. (Zurufe von Michael Röls [GRÜNE] und Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie) In einer einzelnen Stadt, bitte schön, in Bochum oder Münster können Sie sie hinstellen. (Michael Röls [GRÜNE]: So ein Bullshit! – Zu- ruf von Tim Achtermeyer [GRÜNE]) Sie alle wollen weitere 1.000 Milliarden Euro in einer gescheiterten Energiewende verbrennen. In der aktuellen Studie von McKinsey kommt man zum Ergebnis, dass Sie nach dem Verbrennen dieser 1.000 Milliarden Euro trotzdem 9 Ihrer 15 Ziele verfehlen Landtag werden. 1.000 Milliarden Euro bedeuten fast 12.000 Euro für jeden Einwohner Deutschlands, egal ob Baby oder Rentner. Aber es ist ja nicht Ihr Geld, liebe Abgeordnete! Bereits in den vergangenen zehn Jahren haben Sie mit Ihrer „großen Transformation“ des Energiesystems 400 Milliarden Euro verbrannt. Die entscheidende Frage lautet deshalb: Wollen Sie wirklich immer mehr Geld – ich habe Frau Neubaur gerade gehört: sie will das – in einem zunehmend komplizierten System aus wetterabhängiger Erzeugung, Netzausbau, Speichern, Reservekraftwerken und Redispatch verbrennen? Oder öffnen wir endlich den Blick für alle verfügbaren Technologien? (Zuruf von Jule Wenzel [GRÜNE]) Jeden Tag verlieren mehr als 100 Menschen in NRW ihren Arbeitsplatz in der Industrie. Einer der häufigsten Gründe, Frau Kollegin von den Grünen, sind die hohen Energiepreise. Das trifft Arbeiter in allen Bereichen. Es geht um Ford in Köln, um thyssenkrupp Steel in Duisburg, um Bayer und Covestro in Leverkusen, um die Aluminiumhütten von TRIMET in Essen und Voerde, um die Papierindustrie in Zülpich und die Zementwerke in Beckum. Aber es ist Ihnen anscheinend egal, jeden Tag 100 Industriearbeitsplätze zu verlieren. Diese Unternehmen brauchen Strom – jederzeit und nicht nur dann, wenn das Wetter mitspielt, verlässlich rund um die Uhr und zu wettbewerbsfähigen Preisen. Davon hängen Arbeitsplätze, Wertschöpfung und die industrielle Zukunft unseres Landes ab. Der Betreiber von Isar 2 hat für die Verlängerung angeboten, zu einem Preis von 6 Cent pro Kilowattstunde Kernkraftstrom zu liefern. Das haben Sie im Bund abgelehnt, als Sie mitregiert haben. (Zuruf von Mona Neubaur, Ministerin für Wirt- schaft, Industrie, Klimaschutz und Energie) Sie hätten ihn sogar noch drücken können. Wenn ich in der Regierung gesessen hätte, hätte ich ihn auf 4 Cent gedrückt, liebe Frau Ministerin Neubaur. (Jule Wenzel [GRÜNE]: Eine unehrliche Rechnung!) – Eine unehrliche Rechnung, sagen Sie. Ach, dann schauen Sie sich doch einmal das Kernkraftwerk in der Schweiz an. Die veröffentlichen sogar Daten dazu und ermitteln jedes Jahr die Produktionskosten. (Zurufe von Hendrik Schmitz [CDU] und Jens- Peter Nettekoven [CDU]) Die Schweiz ist da sehr, sehr transparent. In den letzten 20 Jahre des Schweizer Kernkraftwerks hatten sie einen Preis von 4,5 Rappen pro kWh, umgerechnet 4,75 Cent pro kWh. Was machen die Schweizer denn da falsch, dass die so billig sind? (Zuruf von Jens-Peter Nettekoven [CDU]) 18.09.2026 Irgendwas muss da doch falsch laufen, oder, Herr Kollege? Die haben ihre Kraftwerke ertüchtig. Die laufen insgesamt mindestens 60 Jahre. Die Planung geht bis zum Jahre 2039. Das ist Ihnen aber ja zu teuer, Frau Neubaur. (Zuruf von Jens-Peter Nettekoven [CDU]) Sie wollen lieber Windindustrieanlagen. Was macht der Rest der Welt? In 18 Ländern in Europa, Herr Kollege von der CDU, sind Kernkraftwerke in Betrieb. Allein rund um NRW befinden sich in einem Radius von 500 km 36 aktive Reaktoren. Nordrhein-Westfalen liegt also längst mitten in einem europäischen Kernenergiesystem. Sie nutzen sogar den Strom unserer Nachbarn, wenn bei uns nicht genügend Sonne scheint und Wind weht. Die Arbeitsplätze und Wertschöpfung und Erzeugung entstehen dann natürlich im Ausland. Weltweit befinden sich derzeit 80 Kernreaktoren mit zusammen rund 80 GW Leistung im Bau. Darunter sind auch viele Projekte, die recht günstig gebaut werden. In Ländern, in denen sie gerne Windräder und PV-Anlagen haben wollen, nehmen sie gerne die Technologie, wenn die Chinesen aber zum Beispiel Kernkraftwerke bauen, oh, dann ist das böses Zauberwerk. (Zuruf von Peter Blumenrath [CDU]) Nein, die Chinesen sind anscheinend zu blöd, um Kernkraftwerke günstig zu bauen. Für Windindustrieanlagen und PV-Anlagen reicht es aber noch. Da müssten Sie schon einmal ehrlich werden und sagen: Okay, die Chinesen können so etwas wie Windräder und PV-Anlagen, Kernkraftwerke – aus Ihrer Sicht – aber nicht. Das passt nicht zusammen. Weltweit befinden sich derzeit 80 Kernreaktoren mit insgesamt zusammen 80 GW Leistung im Bau. Zusammen könnten diese Anlagen Deutschland vollständig mit Strom versorgen. Die Baukosten dieser Reaktoren lassen sich überschlägig auf zwischen 240 und 400 Milliarden Euro beziffern. Damit sind wir schon bei den hohen Spannen, die es dort gibt. Das bedeutet: Selbst nach der höchsten Schätzung kosten alle derzeit weltweit im Bau befindlichen Kernkraftwerk zusammen das, was Sie in den vergangenen zehn Jahren für Ihre Energiewende verbrannt haben. Sie kosten nur einen Bruchteil der bis zu 1 Billion Euro, die Sie in den kommenden zehn Jahren noch verbrennen wollen. Kernkraft ist damit bezahlbar. Genau deshalb müssen wir diese Chance jetzt ergreifen. Kernenergie ist allerdings eine längerfristige Option. Dazu ist es wichtig und nötig, schon heute wesentliche Entscheidungen zu treffen – über eine freie Forschung – gut, das gefällt Ihnen nicht, das wissen wir –, über die Landtag Ausbildung von Fachkräften, das Erkunden von Standorten. Auch das Endlagerproblem ist in anderen Ländern schon gelöst. In Finnland und Schweden befinden sich bereits zwei Endlager im Bau. Andere Länder schaffen Lösungen, während Deutschland immer neue Bedenken produziert. Nordrhein-Westfalen verfügt bereits über erhebliche kerntechnische Kompetenzen. In Gronau wird Uran für Kernkraftwerke angereichert, und die Anlage wird noch ausgebaut. In Jülich wird an der Sicherheit kleiner, modularer Reaktoren, an passiven Sicherheitssystemen und an möglichen Unfallszenarien geforscht. Dazu kommen unsere Hochschulen, unsere Fachkräfte und eine leistungsfähige industrielle Zuliefererstruktur. Unser Antrag ist ein Zeichen der Technologieoffenheit, der Freiheit und der möglichen Lösungen – für bekannte und in Deutschland bewährte Kernkraftwerke, aber auch für neue, kleinere Kernkraftwerke, die in Serie gebaut werden können. Lassen wir Unternehmen doch rechnen. Nicht die Politik muss das rechnen, die Unternehmen müssen das rechnen. Lassen wir Investoren entscheiden. Sorgen wir dafür, dass Nordrhein-Westfalen seine Forschung, seine Fachkräfte und seine industrielle Stärke für eine sichere und bezahlbare Energiezukunft nutzt. Für Freiheit, Wohlstand und Vernunft. – Vielen Dank. (Beifall von der AfD)

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