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André Kuper

17.09.2026 Sitzungen 18/130

Vielen Dank, Herr Nückel. – Für die Landesregierung spricht Frau Ministerin Gorißen in Vertretung für den Minister und Chef der Staatskanzlei Liminski. Silke Gorißen, Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Wir blicken in diesem Jahr auf eine der erfolgreichsten gamescom-Messen überhaupt zurück – eine gamescom mit einem neuen Ausstellerrekord, hervorragenden Besucherzahlen und restlos ausgebuchten Standflächen. Längst sehen die großen Hersteller und Publisher wie Nintendo, Electronic Arts oder Ubisoft die gamescom als ihre große Ausstellungsplattform. Weltweit gibt es keine vergleichbare Messe. Wie erfolgreich die gamescom ist, zeigt die jüngste Ankündigung von Präsident Macron, dass im Juli 2027 in Montpellier ein vergleichbares Format entstehen soll. Das nehmen wir mal als Kompliment und gleichzeitig als Ansporn, dass sich Köln als Welt-Games-Treffpunkt weiterhin behauptet. 17.09.2026 Die großen Publisher zeigen, wie sehr sie die gamescom schätzen. Jahr für Jahr investieren sie großes Engagement und nennenswerte Mittel, um sich mit beeindruckenden Messeständen zu präsentieren. Gleichzeitig wächst der gesamte Bereich der Indiegames, also der kleinen, unabhängigen Entwicklerstudios. In diesem Jahr wurden von diesen kleinen Indiestudios 420 Spiele auf der gamescom vorgestellt. Wir erleben einen globalen Trend, der auch auf der gamescom sichtbar wird: kleine Teams, große Erfolge. Das war im Übrigen eines der Mottos der diesjährigen gamescom. Wir sehen also einen starken Zuwachs bei kleinen Entwicklern. Damit spiegelt die gamescom die Realitäten des globalen und nationalen Gamesmarktes wider. Das ist keine Schwäche, sondern das ist ihre Stärke. Die Kritik an einer zunehmenden Kommerzialisierung überzeugt ebenfalls nicht. Der weltweit größten Messe für Video- und Computerspiele vorzuwerfen, dass dort Spiele vermarktet werden, ist in etwa so, als würde man sich auf der Frankfurter Buchmesse darüber wundern, dass Verlage dort Bücher verkaufen wollen. Die gamescom hat sich in den vergangenen Jahren vor allem ausstellerseitig hervorragend entwickelt. Das bestätigen uns auch die Publisher. Im Beirat der gamescom, den es übrigens seit vielen Jahren gibt, sitzen die Landesregierung, die Koelnmesse, der game-Verband und die nationalen und internationalen Publisher gemeinsam an einem Tisch. Das ist auch der richtige Ort, um regelmäßig zu bilanzieren und über die strategische Weiterentwicklung der gamescom zu sprechen. Dafür braucht es keine neue Taskforce. Der Landesregierung ist bewusst, dass die Branche aktuell keine einfache Zeit erlebt. Die globale Marktlage ist schwieriger geworden, und gerade kleinere Entwicklungsstudios müssen sich unter diesen Bedingungen behaupten. In so einer Situation ist es wichtig, dass auch von staatlicher Seite die richtigen Impulse kommen. Wir sind deshalb froh, dass unsere komplett überarbeitete Gamesförderung in Nordrhein-Westfalen so gut funktioniert. Wir haben vollständig auf Zuschüsse umgestellt. Heute können wir festhalten: Das war der richtige Weg. Die hohe und qualitativ starke Nachfrage zeigt, dass wir damit die Bedürfnisse der Branche getroffen haben. Inzwischen macht unser Ansatz auch in anderen Bundesländern Schule. Unser Engagement für den Gamesstandort endet aber nicht bei der Projektförderung. Als Landesregierung engagieren wir uns für die Stärkung und Weiterentwicklung der gamescom, insbesondere durch die gezielte Förderung ihrer Begleitformate. Zu nennen sind hier die gamescom dev, eine international hochkarätig besetzte Fachkonferenz für Spieleentwickler, Landtag der gamescom congress, der die gesellschaftlichen Potenziale von Games in den Blick nimmt, und der gamescom invest circle, der Games-Start-ups und Investoren miteinander vernetzt. In diesem Jahr gab es erstmals die NRW Games Reception, die wir gemeinsam mit der Stadt Köln und der Film- und Medienstiftung NRW veranstaltet haben. Sie bringt die Gamesunternehmen aus Nordrhein-Westfalen mit internationalen Publishern zusammen und stärkt damit zugleich die Sichtbarkeit des Gamesstandortes NRW. Bei allen Herausforderungen, vor denen die Branche steht, gibt es also gute Gründe, mit großer Zuversicht auf die Zukunft der gamescom zu blicken. Dabei lohnt sich ein kurzer Blick zurück. Im Jahr 2022 – die Pandemie lag gerade erst hinter uns – waren auf der gamescom viele freie Flächen zu sehen. Damals wurden bereits Stimmen laut, die schon das Ende der großen Präsenzmessen kommen sahen und die Zukunft vor allem in digitalen Formaten vermuteten. Heute wissen wir: So ist es nicht gekommen. Ausstellerrekorde und ausgebuchte Flächen zeigen vielmehr, welche Stärke die gamescom in einem schwierigen Marktumfeld hat. Denn eine gut gemachte Messe lässt sich nicht digital ersetzen. Sie lebt von Begegnungen, vom gemeinsamen Erleben und vom persönlichen Austausch. Genau deshalb sind wir als Landesregierung überzeugt: Die gamescom hat eine starke Zukunft, und die hat sie hier bei uns in Nordrhein-Westfalen. – Vielen Dank. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)

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