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Florian Braun

CDU 17.09.2026 Sitzungen 18/130

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Die weltweit erfolgreichste Messe der Gamesbranche findet seit 17 Jahren in Nordrhein-Westfalen, in Köln, statt. Man könnte darauf auch stolz sein. Es wurde gerade als Leuchtturm beschrieben. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass man das doch erhalten will. Dann sollte man aber auch nicht einen Niedergang herbeireden, der gar nicht stattfindet. Die Realität ist nämlich eine andere. Das ist auch über Jahre belegbar. Landtag Die gamescom hat ihre Premiere in Köln 2009 gefeiert. Seitdem bin ich in Köln dabei. Deswegen kann ich auch mit Fug und Recht sagen, sehr genau über diese Entwicklung Bescheid zu wissen. Es ist eben so: Während andere internationale Messen nach der Coronapandemie nicht mehr auf die Beine kamen, fand die gamescom zur alten Stärke zurück. Die Zahlen belegen das: eine ausgebuchte Ausstellungsfläche, über 1.700 Aussteller, über 350.000 Besucher aus über 131 Ländern, Millionen von digitalen Views. Natürlich geht es auch darum, dass eine Messe sich präsentiert. Jeder, der vor Ort war, konnte das erleben. Da waren starke Marken und Publisher vertreten sowie Zuschauer bzw. Besucher, die das Angebot zu schätzen wussten. Wir hatten wieder Microsoft, XBOX, Nintendo, Ubisoft, Electronic Arts und viele mehr dabei. Da zu behaupten, dass die großen Namen irgendwie gefehlt hätten, greift dann doch ein bisschen zu kurz. Drei Unternehmen herauszugreifen und daraus dann abzuleiten, ob die Messe nun attraktiv war oder nicht, ist tatsächlich wenig aussagekräftig. Im Übrigen sei darauf hingewiesen, dass Sony zum siebten Mal in Folge ohne eigenen Consumer-Stand vertreten war. Auch das ist eine Marketingstrategie, die jedes Unternehmen für sich entscheidet: Will ich, oder will ich nicht? Jedenfalls ist es kein Beleg für die Krise einer ganzen Messe. Dann regt sich die AfD auf, dass branchenfremde Marken Games verdrängen. (Tim Achtermeyer [GRÜNE]: Skandal!) – Ja, das ist skandalös, genau. – Nein, das ist vor allem Quatsch. Ich empfehle vielleicht eine Tüte hitschies als Nervennahrung. Die Grenze zwischen Gaming und Nicht-Gaming ist immer fließend. Wir sollen jetzt politisch festlegen, was echte Spielkultur ist? Das ist ein absurder Gedanke. Da offenbart die AfD kommunistische Züge. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN – Hei- terkeit von der SPD) Es ist doch für die Gamesszene ein Gewinn, dass weitere Unternehmen die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung unterstützen und Kooperationen für sich entdecken. Das schafft neuen Erfolg, verleiht dem Erfolg Ausdruck und ist eben kein Beleg des Niedergangs. Und dann regt man sich über volle Hallen und lange Wartezeiten auf. Auch das ist doch das genaue Gegenteil. Es ist ein Beleg des Erfolgs. Ehrlicherweise zeugt es auch davon, dass dem Ganzen offenbar nicht allzu viel eigene Erfahrung zugrunde liegt. Denn erstens kommt man immer noch ordentlich durch, und zweitens gehört es ein Stück weit zum Erlebnis „gamescom“ dazu, sich auch mal in der Schlange aufs nächste Spiel zu freuen, sich genauso auch zu connecten und Gemeinschaft aufzubauen. 17.09.2026 Außerdem fordern Sie mehr Förderung. Aber die Realität ist, dass wir gerade in Nordrhein-Westfalen viel für die Gamesszene tun. Die Gamesförderung ist 2011 gestartet, 2017 haben wir sie verdreifacht und unter Schwarz-Grün noch einmal auf 4 Millionen Euro jährlich erhöht. Wir fördern die Indiestudios auf der gamescom und hatten einen eigenen NRW-Stand in der Business Area der Messe, übrigens schon zum 15. Mal in Folge. Wir hatten erstmalig eine eigene Reception zusammen mit der Stadt Köln, mit KölnBusiness, mit der wir für die notwendige Vernetzung sorgen. Auch abseits der gamescom läuft vieles an Unterstützung. Sie haben angesprochen, dass Sie als AfD Kritik erlebt haben. Deswegen gebe ich mit Erlaubnis des Präsidenten auch gerne das folgende Zitat zu Protokoll. Felix Falk, der Geschäftsführer des Branchenverbands game, sagte: „Diejenigen, die demokratische Prinzipien und eine offene Gesellschaft bekämpfen, so wie die AfD es tut, die sind nicht unser Partner und die sind auf einer Gamescom nicht willkommen.“ Ich lasse die Aussage für sich stehen. (Zuruf von Inge Blask [SPD]) Nur so viel: Jedem, der für eine offene Gesellschaft einsteht und Haltung zeigt, zolle ich Respekt. (Hendrik Schmitz [CDU]: Genau!) Ich komme nicht umhin, zu mutmaßen, dass sich die AfD hier ordentlich auf den Schlips getreten gefühlt hat und dieser Antrag als Trotzreaktion entstand – ganz nach dem Motto: Nehmt das; wir stellen der gamescom ein schlechtes Zeugnis aus. (Hendrik Schmitz [CDU]: Mimimi!) Wissen Sie, das ist vor allem eins: kleines Karo. Ich gehe davon aus, dass die gamescom diesen schwachen Angriff gut aushalten wird und sich vom Land Nordrhein-Westfalen weiterhin auf die richtige Weise unterstützt sieht. – Vielen Dank. (Beifall von der CDU, der SPD und den GRÜNEN)

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