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Dorothee Feller

17.09.2026 Sitzungen 18/130

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich will auf einige wichtige Aspekte in dieser Debatte eingehen, auf manche muss ich aber auch nicht eingehen. Erstens. Die Landesregierung hat so viele Neueinstellungen vorgenommen wie keine andere vorher. (Franziska Müller-Rech [FDP]: Das stimmt nicht!) – Doch, und jetzt einmal genau zuhören, Frau Müller-Rech. Hören Sie meiner Rechnung einmal zu. Sie haben eine aufgemacht, die – das will ich darstellen – falsch ist. Wir haben 2.200 Alltagshelfer eingestellt. Das sind Menschen. Wir haben 10.400 Stellen voll besetzt. Das heißt, wir haben mindestens 10.400 Menschen mehr im System, plus 2.200 Alltagshelfer. Das bedeutet: Wir haben mindestens 12.600 Menschen mehr im System – mindestens. (Beifall von der CDU – Vereinzelt Beifall von den GRÜNEN) Natürlich sind nicht alle Lehrkräfte. Darunter sind auch andere Professionen. (Jochen Ott [SPD]: Das ist ein Witz!) Wir waren uns doch eigentlich einig – so habe ich immer gedacht –, dass wir auch andere Professionen im Schulsystem brauchen, nämlich Schulsozialarbeiter und viele andere. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN) Landtag Zweitens. Es geht nicht – das ist mir wirklich wichtig – um schnelle Nachhilfe. Die Herausforderungen im Schulsystem wiegen deutlich schwerer. Denn es geht um Kompetenzerwerb. Herr Ott, zu Ihrem Sofortprogramm angelehnt an die Coronahilfe: Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass die Coronahilfen nachhaltig dazu beigetragen haben, die Wissenslücken bei den Schülerinnen und Schülern zu schließen. (Jochen Ott [SPD]: Sie haben in Hamburg zu deutlichen Erfolgen geführt! Das nehmen Sie nicht zur Kenntnis!) – Nein, jetzt hören Sie mal zu. Nein, nicht immer Hamburg. Herr Ott, hören Sie genau zu. Es ist aber erwiesen – das ist wissenschaftliche Evidenz –, dass evidenzbasierte, langfristig angelegte, systematische Programme die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler signifikant steigern. (Jochen Ott [SPD]: So!) Deswegen machen wir den Schulkompass. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN – Kirs- ten Stich [SPD]: Was machen wir denn jetzt mit den 15-Jährigen?) Drittens. Natürlich haben wir die 15-Jährigen im Blick. Nicht nur wir haben sie im Blick, auch die Lehrkräfte haben sie im Blick. Und natürlich haben wir dafür auch spezielle Unterrichtsmaterial entwickelt. (Dr. Dennis Maelzer [SPD]: Ach so! – Jochen Ott [SPD]: Ja, ist klar! – Franziska Müller-Rech [FDP]: Nur Handreichungen!) – Frau Müller-Rech, das haben wir im Schulausschuss auch schon mehrmals dargestellt. (Zuruf von Bianca Winkelmann [CDU]) Professor Prediger hat im Schulausschuss unter anderem PIKAS vorgestellt. Wir haben dazu auch noch QuaMath oder auch „Mathe sicher können“, um entsprechende Beispiele allein für den Bereich „Mathematik“ zu benennen. Wichtig ist auch der Weg, den wir mit dem Schulkompass NRW eingeschlagen haben. Dieser ist wissenschaftlich abgestimmt mit den Wissenschaftlern, die die Daten für die PISA-Studie erheben und an der IQB-Studie mitarbeiten. Mit genau denen stimmen wir unseren Weg ab, und sie beraten uns auf diesem Weg. Dieser Weg – das will ich noch sagen – ist teilweise NRW-spezifisch, er leitet sich aber auch aus dem gemeinsamen Weg und der Roadmap der Bildungsministerkonferenz ab. Im Übrigen gehen auch die A-Länder diesen Weg. Das will ich deutlich sagen. (Vereinzelt Beifall von der CDU und den GRÜNEN) 17.09.2026 Dieser Weg ist auch mit den Erfahrungen der Praktikerinnen und Praktiker vor Ort abgestimmt. Deswegen werden wir diesen Weg konsequent weitergehen. Aktionismus hilft uns nicht weiter; das haben die letzten Jahre gezeigt. Wir müssen unseren Schulkompass NRW 2030 in Abstimmung mit Wissenschaft und Praktikern konsequent umsetzen. (Jochen Ott [SPD]: Ein schwerer Fehler!) Vielen Dank. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)

Protokoll ↗