Berivan Aymaz
Für die Landesregierung hat nun Minister Laumann das Wort. Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich hoffe, dass uns in dieser Debatte eint, dass wir gemeinsam dafür arbeiten, dass Menschen in unserem Land für sich und für ihre Familien eine echte Perspektive sehen. Ich glaube, dass wir zu Recht darauf stolz sein können, was die Menschen – unser Land ist gerade 80 Jahre alt geworden – in den letzten 80 Jahren aus Nordrhein-Westfalen gemacht haben. Wir sind, finde ich, ein sehr lebenswertes Land. Wir haben auch natürliche Voraussetzungen, die nicht wir gemacht haben. Wir sind auch ein vielfältiges Land, aber wir haben auch eine klasse Einwohnerschaft. Dazu möchte ich Ihnen als Arbeitsminister einmal sagen: 75 % aller Menschen, die in Nordrhein-Westfalen arbeiten, haben formell eine abgeschlossene Berufsausbildung. Wo finden Sie ein Land auf dieser Erde, in dem 75 % der Menschen, die arbeiten, etwas gelernt haben? Das haben wir einer guten akademischen Ausbildung zu verdanken – wir haben klasse Universitäten, wir haben klasse Fachhochschulen –, aber das haben wir auch einer sehr guten beruflichen Ausbildung zu verdanken, sodass wir in der Breite eine sehr gut ausgebildete Bevölkerung haben, wie man sie in kaum einem anderen Land findet. Ich finde, darauf sollten wir erst einmal stolz sein. (Beifall von der CDU) Natürlich gehen auch Menschen aus Deutschland ins Ausland. Ich glaube auch, dass die FDP das genauso sieht wie ich: Es ist nicht verkehrt, wenn jemand ins Ausland geht und etwas anderes sieht. Aber natürlich möchten wir auch, dass Menschen immer wieder eine Perspektive hier bei uns in der Bundesrepublik Deutschland, bei uns hier in Nordrhein-Westfalen sehen. Deswegen gibt es verschiedene Institutionen, die sich darum kümmern, aber nicht darauf achten, dass das Menschen sein sollen, die im Ausland leben und eine deutsche Herkunft haben. Vielmehr interessieren wir uns für interessante Menschen aus allen Bereichen, die im Ausland leben. Von daher bietet die Landesregierung für den wissenschaftlichen Bereich gemeinsam mit den Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen wirksame Anreize für exzellente und im Ausland tätige Forscherinnen und Forscher auf allen 16.09.2026 akademischen Karrierestufen für den Wechsel bzw. für die Rückkehr nach Nordrhein-Westfalen. So werden beispielsweise im Ausland tätige und talentierte Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler im Rahmen des Rückkehrprogramms bei der Rückkehr und dem Aufbau von Forschungsgruppen an Hochschulen in Nordrhein-Westfalen unterstützt. Der Antrag fordert eine zentrale Anlaufstelle für die Gruppe der Rückkehrer. Wir haben mit den flächendeckenden Angeboten der Agentur für Arbeit bereits Anlaufstellen für heimische wie auch für rückkehrende Personen aus dem Ausland. Dort wird zu allen Fragen der beruflichen Perspektive und zur Anerkennung im Ausland erworbener Qualifikationen von deutschen Fachkräften deutschen Fachkräften weitergeholfen. Wer sich in unserem Land mit einem eigenen Unternehmen ansiedeln möchte, kann auf ein vielfältiges Beratungsnetzwerk zugehen und zum Beispiel mit dem Gründungsstipendium NRW auch finanziell unterstützt werden. Aber eines will ich ganz klar sagen: Dass Sie in Ihrem Antrag fordern, dass man Menschen, die ausgewandert sind und zurückkehren, steuerlich begünstigen soll, lehnen wir ab. Denn es kann nicht sein, dass diejenigen, die hier bleiben und hier ihre Perspektive sehen, schlechter gestellt sind als diejenigen, die zurückkehren. Ich glaube, das würde zu ganz anderen Diskussionen führen. Ich freue mich auf die Beratungen im Ausschuss, und dann schauen wir mal, wie der Antrag endet. – Schönen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall von der CDU – Vereinzelt Beifall von den GRÜNEN)
