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Christian Loose

AfD 16.07.2026 Sitzungen 18/128

Vielen Dank. – Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Als ich den Antrag gelesen habe, dachte ich zunächst: Jetzt kommt vielleicht ein neuer Ansatz, vielleicht eine brillante Idee, auf die bislang niemand gekommen ist. – Aber je weiter ich gelesen habe, desto größer wurde die Enttäuschung. Am Ende stellt man fest: Den großen Durchbruch in der Schwimmpolitik wird es mit der SPD jedenfalls nicht geben. Sie beschreiben Probleme, die seit Jahren bekannt sind, Sie wiederholen Forderungen, die längst auf dem Tisch liegen, und Sie verkaufen Altbekanntes als Innovation. Je länger man Ihren Antrag liest, desto deutlicher wird: Neu ist hier allenfalls das Datum auf dem Deckblatt. Haben wir zu viele Kinder, die nicht schwimmen können? Ja, selbstverständlich. Fehlen Wasserflächen? Natürlich, wir sprechen hier seit Jahren vom Bädersterben. Fehlen Lehrkräfte? Ja. Völlig klar ist auch, dass wir die Schwimmfähigkeit verbessern müssen – übrigens nicht nur von Kindern; das zeigen die 22 Badetoten im vergangenen Juni. Aber all das wissen wir längst. Es steht seit Jahren in Protokollen von Anhörungen, in Gutachten, in Presseberichten. Die spannende Frage lautet doch: Was 16.07.2026 ist Ihr neuer Lösungsansatz? Und genau darauf bleibt die SPD die Antwort schuldig. Schauen wir uns die Forderungen einmal an. Sie verlangen die verbindliche Einführung der vier Niveaustufen des Beschlusses der Kultusministerkonferenz. Nur dumm, dass sich genau dieses Niveaustufenkonzept bereits im Lehrplan Sport für die Grundschule wiederfindet! Dort wird das sichere Schwimmen ausdrücklich als Bildungsziel beschrieben. Sie fordern außerdem Schwimmassistenzen. Auch das ist keineswegs eine neue Idee. Kommunale Schwimmassistenzpools werden in Nordrhein-Westfalen bereits seit Jahren aufgebaut. Der Schwimmverband NRW verweist selbst darauf, dass diese Pools Bestandteil des Aktionsplans „Schwimmen lernen“ sind. Sogar die Ausbildung entsprechender Assistenzen wird inzwischen ausdrücklich gefördert. Mit anderen Worten: Sie fordern etwas, was bereits existiert, Sie fordern etwas, das bereits finanziert wird, und Sie fordern etwas, woran bereits gearbeitet wird. Das ist ungefähr so originell, als würde man beantragen, dass die Feuerwehr Feuer löscht. Dann kommt die Forderung nach einem landesweiten Konzept zur Wassergewöhnung im Kita-Alter. Auch darüber diskutieren Verbände, Ministerien und Landessportbund seit Jahren. Neu ist daran nichts. Der Schwimmverband NRW zertifiziert Kitas mit dem Gütesiegel SchwimmKita, wenn sie regelmäßige Wassergewöhnung oder wöchentliche Schwimmbadbesuche in ihren Alltag integrieren. Das kann man auf der Seite des Schwimmverbandes unter dem Reiter „Unsere Themen – KiTa & Schule/OGS“ nachlesen. Ich würde den Damen und Herren von der SPD dringend ans Herz legen, das einfach einmal nachzuholen. Da können Sie noch etwas lernen. Dann fordern Sie mehr Geld für Schwimmbäder. Die AfD selbst hat immer wieder auf das dramatische Bädersterben hingewiesen. Wir haben die Landesregierung dafür kritisiert. Wir haben sogar einen eigenen Gesetzentwurf eingebracht, um kommunale Hallen und Schulbäder als Pflichtaufgabe zu sichern. Das alles hätten Sie unterstützen können, haben Sie aber nicht. Heute schreiben Sie dieselbe Problembeschreibung einfach noch einmal auf. Das hilft keinem einzigen Kind. Es gibt allerdings eine Forderung, die wir ausdrücklich für sinnvoll halten: die systematische Erfassung der Schwimmfähigkeit am Ende der Grundschulzeit. Wir diskutieren seit Jahren über sinkende Schwimmkompetenzen, aber belastbare landesweite Daten gibt es kaum. Wer Probleme lösen will, braucht als Erstes eine vernünftige Datengrundlage. Nur: Dafür hätte es keinen Antrag mit vier Seiten Selbstverständlichkeiten gebraucht. Wenn die Politik der SPD allein darin besteht, bekannte Probleme im-Landtag mer wieder neu aufzuschreiben, dann gute Nacht; die 12 % locken. Die Wahrheit lautet doch nicht: Die Erkenntnis fehlt. – Es fehlt an Schwimmbädern, und es fehlt an qualifiziertem Personal; denn ohne Schwimmbäder gibt es keinen Schwimmunterricht, und ohne qualifiziertes Personal gibt es keine Schwimmkurse. So einfach ist das. Wir sagen: Ihr Antrag wird dem Ernst der Lage damit nicht gerecht. Sie beschreiben den Brand ausführlich, aber den Feuerlöscher sucht man in Ihrem Antrag vergeblich. Wir lehnen ihn deshalb ab. – Vielen Dank. (Beifall von der AfD)

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