Hedwig Tarner
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es ist Sommer. Es ist mittlerweile mein vierter Sommer in diesem Landtag und, ich glaube, das dritte Mal, dass wir uns in der Plenarrunde vor den Sommerferien über Schwimmbäder unterhalten. Es ist wie jedes Jahr um diese Zeit das richtige Thema, um es anzugehen. Wenn ich an Schwimmbäder denke, dann denke ich als Erstes an das Freibad in Warendorf. Es ist ein angenehmer Ort. Ich wünsche vielen Menschen die Möglichkeit, an einem solchen Ort den Sommer verbringen zu können. Dass Schwimmenlernen wichtig ist und dass Schwimmen zum Leben gehört wie Lesen, Rechnen und Schreiben ist eine grundlegende Aussage und Feststellung von uns. Schwimmen schult die motorischen Fähigkeiten und kann lebensrettend sein. Für viele ist es ein Vergnügen und die pure Lebensfreude. Wir haben heute schon mehrfach von den 99 Menschen gehört, die ertrunken sind. Ich frage mich immer, ob das 99 Menschen sind, die nicht schwimmen können, oder 99 Menschen, die sich einfach völlig überschätzt und in Situationen begeben haben, die lebensgefährlich sind. 16.07.2026 Wenn man sich anschaut, welche drei Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit Kinder schwimmen lernen können, dann erkennt man, dass es erstens die Wasserflächen sind. Blickt man auf deren Entwicklung, dann erkennt man, dass in immer mehr Gärten Pools stehen und die Kinder nicht mehr in die öffentlichen Schwimmbäder gehen, sondern diese Wasserflächen genutzt werden. Zweitens wichtig sind ausgebildete Schwimmlehrende, und drittens wichtig ist, dass in den Stundenplänen Zeit dafür ist. Wir wissen, dass die finanzielle Lage im Bund, im Land und in den Kommunen so eng ist, dass wir uns oft entscheiden müssen, was wir finanzieren wollen, entweder dieses oder jenes. Wünschenswertes wird oft gestrichen und auch Notwendiges kann manchmal nicht finanziert werden. Wir haben uns trotz dieses finanziellen Hintergrundes dazu entschieden, dem Sport und insbesondere dem Schwimmen einen hohen Stellenwert einzuräumen, das heißt: eine bedarfsgerechte Sport- und Schwimminfrastruktur zu erhalten. Das können auch Sie von der SPD anhand unserer Arbeit in den letzten Jahren eigentlich nachvollziehen. Die Landesregierung stellt für die Sanierung kommunaler Sportstätten Mittel zur Verfügung. Mit der sogenannten NRW-Sportmilliarde stellen wir in den nächsten zehn Jahren Mittel für den Erhalt der Sportinfrastruktur zur Verfügung, davon 200 Millionen Euro für die Schwimmbäder. Nach dem GFG erhalten die Kommunen über die Sportpauschale in den kommenden fünf Jahren voraussichtlich fast 375 Millionen Euro für diesen Bereich. Spannend ist in diesem Zusammenhang auch, dass es für den Bau von Schwimmbädern auch kostengünstige Lösungen gibt. Im Bonner Stadtteil Friesdorf wird ein Schwimmbad wie im Wohnungsbau in modularer Bauweise gebaut. Das verringert die Kosten und die Bauzeit. Neben diesen Mitteln – also quasi die Hardware – wurden auch Förderprogramme aufgelegt, bei denen die Menschen im Mittelpunkt stehen. Das fing mit dem Rahmenprogramm „Frühkindliche Bildung – Bewegung fördern!“ an, das zwischen der Landesregierung und dem Landessportbund vereinbart wurde und ermöglicht, dass die Kinder früh in Bewegung geraten. Mit unseren fünf Schwimmcontainern „narwali“ – davon hat der Kollege von der CDU gerade schon geschwärmt – haben wir eine Lösung für kleine Kinder bereitgestellt. Der Schwimmcontainer „narwali“ ist nicht zum Schwimmenlernen, aber dafür da, dass Kinder die Angst vor dem Wasser verlieren. Eine zusätzliche Möglichkeit zum Schwimmenlernen, wenn dies aus unterschiedlichen Gründen noch nicht passiert ist, ist das Landesprogramm „NRW Landtag kann schwimmen!“ Darüber werden in den Ferien Kindern bis zur 6. Klasse Schwimmkurse angeboten. Die nächste Hürde sind die fehlenden Schwimmtrainerinnen und -trainer. Um die personelle Situation zu verbessern, fördert die Landesregierung die Ausbildung von qualifiziertem Anleitungspersonal im Sport sowie von Schwimmassistenten. Dank an die SPD, dass wir uns bei diesen Temperaturen mit dem kühlen Nass beschäftigen konnten! Wie Sie meinen Ausführungen und den Ausführungen meines Vorredners aber entnehmen konnten, sind wir schon weit auf dem Weg. Wir werden den Antrag gleich ablehnen. (Beifall von den GRÜNEN und der CDU)
