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Dr. Christian Blex

AfD 16.07.2026 Sitzungen 18/128

Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Meine beiden Kinder wachsen mehrsprachig auf. Sie sprechen ziemlich fließend brasilianisches Portugiesisch. Sie besuchen muttersprachlichen Unterricht außerhalb des regulären Unterrichts. Aber Sie sprechen insbesondere fließend akzentfreies Deutsch, (Hendrik Schmitz [CDU]: Russisch! – Heiter- keit von der CDU) so wie man es in Westfalen halt spricht. (Beifall von der AfD) Das ist selbstverständlich. Sie sprechen fehlerfreies westfälisches Deutsch. Denn ohne eine gemeinsame Sprache kann kein … (Unruhe) – Da schreien Sie jetzt rum und werden laut. – Das westfälische Deutsch ist eigentlich ein ganz sauberes Hochdeutsch, ein relativ sauberes Hochdeutsch. Ohne eine gemeinsame Sprache kann kein gesellschaftliches Zusammenleben gelingen. Ohne das Beherrschen der deutschen Sprache kann in 16.07.2026 Deutschland keine Bildung gelingen. Die Flucht in die Romantisierung von Mehrsprachigkeit ist erst dann zulässig, wenn es überhaupt eine klitzekleine gemeinsame sprachliche Basis – auf Deutsch – gibt. Was wir stattdessen in unseren Klassenzimmern erleben, sind babylonische Zustände. (Lachen von Katrin Lögering [GRÜNE]) Diese glorifizierte Mehrsprachigkeit lässt den Unterricht scheitern. Sie sorgt für Unruhe, schürt Konflikte und verhindert genau das, was Sie gebetsmühlenartig predigen: Integration und Teilhabe. Ihre ständige Forderung nach Chancengleichheit beißt sich fundamental mit dem Fehlen einer gemeinsamen deutschen Unterrichtssprache. Es ist mir ohnehin schleierhaft, wie Sie von Gerechtigkeit sprechen können, während täglich der grundständige Unterricht ausfällt, Lehrer für Naturwissenschaften Mangelware sind und Sie gleichzeitig pauschale Forderungen nach Nischen- und Sprachunterricht stellen. (Zuruf von Hendrik Schmitz [CDU]) Was bitte ist daran gerecht, wenn ein Viertel der Schüler der Unterrichtssprache Deutsch nicht mächtig ist und über ein Drittel der Kinder im Grunde als nicht schulfähig gilt? Bei diesem Zustand des nordrhein-westfälischen Bildungssystems von „Muttersprache“ zu philosophieren, entbehrt jeder Realität. Besonders absurd wird es im Forderungsteil Ihres Antrags. Der Landtag soll die Landesregierung im – Zitat – „Rahmen vorhandener Mittel“ – Zitat Ende – auffordern. Ich sage Ihnen ganz deutlich: Derzeit sind überhaupt keine Mittel für neue Aufgaben vorhanden. Der Berg an Kernproblemen ist zu groß, der Lehrermangel dramatisch und die Lerngruppen sind völlig überfordert. (Katrin Lögering [GRÜNE]: Dann lassen Sie es doch!) Entweder wissen Sie das und legen uns hier einen reinen Schaufensterantrag vor, oder Sie sind so realitätsfern, dass Sie tatsächlich glauben, es gebe freie Ressourcen für dieses Unterfangen. Auch die Forderung nach Lehrerausbildung für sprachliche Vielfalt ist völlig aus der Luft gegriffen. Die fremden Kinder müssen Deutsch sprechen, nicht unsere Lehrer Arabisch oder Ukrainisch. (Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Ge- sundheit und Soziales: Tun sie auch nicht!) Klassenzimmer voller Kinder, die Arabisch, Paschto, Duarisch, Swahili, Oromo, Yoruba oder Ukrainisch sprechen, aber allesamt kein Deutsch, können nicht funktionieren. Schüler, auch wenn sie Fremde sind, müssen hier in unseren Schulen Deutsch miteinander sprechen. Für alle, die es noch nicht können, Landtag muss der intensive Spracherwerb die oberste Maxime sein. Wir lehnen den Antrag von CDU und Grünen deshalb ab. Dem Entschließungsantrag der FDP werden wir zustimmen. (Beifall von der AfD – Zurufe von der CDU: Oh!)

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